Hermann Medinger

Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus From Wikipedia, the free encyclopedia

Hermann Medinger (* 9. Dezember 1900 in Stetten im Remstal; † 7. September 1979 ebenda; Spitzname „Mendl“) war ein deutscher Widerstandskämpfer, der am Stuttgarter Kabelattentat beteiligt war.[1]

Hermann Medinger als Zimmermann (ca. 1920)

Geschichte

Er wurde am 9. Dezember 1900 geboren. Anfang der 1920er machte er eine Lehre als Zimmermann.[2]

Gegen dem Ende der Weimarer Republik wohnte er in Bad Cannstatt, wo er auch in Kontakt mit einer Gruppe der KPD kam, die am 15. Februar 1933 das Übertragungskabel bei Hitlers Rede in Stuttgart kappte. Dazu stieg Alfred Däuble um 21:17 Uhr auf Medingers Schultern und durchtrennte das Kabel mit einem Beil.

Die Beteiligten konnten unerkannt entkommen, wurden aber zwei Jahre später verraten. Medinger sollte an seiner Arbeitsstelle in Cannstatt verhaftet werden, entkam aber durch das Fenster in der Toilette.[3] Er konnte ins Saargebiet fliehen. Verhaftet wurde er später, als er heimlich nach Stetten zurückkam und von einem Nachbarn verraten wurde. Nach der Verurteilung war er zwei Jahre im Rottenburger Gefängnis inhaftiert. Die Strafe blieb deshalb so milde, weil die KPD zur Tatzeit noch nicht verboten war.[4]

Nach dem Krieg betrieb er eine Besenwirtschaft in seinem Wohnhaus in der Obergaß 20 in Stetten. Er verstarb am 7. September 1979 und wurde auf dem Alten Friedhof in Stetten beigesetzt.[5]

Gedenkstein an der Mendl-Platane

Seit 1999 befindet sich am Naturfreundehaus in Strümpfelbach ein Gedenkstein an der Mendl-Platane.[6][7]

Commons: Hermann Medinger – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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