Hermaringen

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Hermaringen ist eine Gemeinde in Baden-Württemberg. Sie ist die kleinste selbständige Gemeinde im Landkreis Heidenheim und gehört zur Region Ostwürttemberg.

Schnelle Fakten Wappen, Deutschlandkarte ...
Wappen Deutschlandkarte
Hermaringen
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Hermaringen hervorgehoben
Basisdaten
Koordinaten: 48° 36′ N, 10° 16′ O
Bundesland:Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Stuttgart
Landkreis: Heidenheim
Höhe: 498 m ü. NHN
Fläche: 15,25 km²
Einwohner: 2341 (31. Dez. 2024)[1]
Bevölkerungsdichte: 154 Einwohner je km²
Postleitzahl: 89568
Vorwahl: 07322
Kfz-Kennzeichen: HDH
Gemeindeschlüssel: 08 1 35 021
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Karlstraße 12
89568 Hermaringen
Website: www.hermaringen.de
Bürgermeister: Jürgen Mailänder (parteilos)
Lage der Gemeinde Hermaringen im Landkreis Heidenheim
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Geographie

Gemeindegliederung

Zur Gemeinde Hermaringen gehören das Dorf Hermaringen, der Gemeindeteil Gerschweiler, Hohweiher und das Gehöft Allewind. Des Weiteren liegen im Gemeindegebiet die abgegangenen Ortschaften Burg Benzenberg, Burg auf dem Stromberg (landläufig „Strohmberg“), Güssenburg, Güssenberg, Stettberg, Kapfersfeld und Taublingen.[2] Hermaringen liegt an der Brenz.

Flächenaufteilung

Nach Daten des Statistischen Landesamtes, Stand 2014.[3]

Geschichte

Hermaringen aus Nordosten

Frühe Geschichte

Älteste Funde einer Besiedelungsgeschichte in Hermaringen sind Grabhügel im Hartwald, die vermutlich von Kelten der frühen Hallstattzeit stammen. Aus der römischen Zeit gibt es nur sehr wenig Spuren, jedoch lassen Urnengräber die Existenz eines Gutshofs vermuten.

Mittelalter

Der Ortsname Hermaringen, der vom Männernamen Herimar abgeleitet ist, wurde erstmals um 1150 als Haermeringen genannt. Die erste urkundliche Erwähnung stammt aus dem Jahr 1216, damals zur Grafschaft Dillingen gehörend. Ortsherren waren seit dem 13. Jahrhundert die Güssen, die die nahegelegene Güssenburg erbauten. Nachdem die Reichsstädte Ulm, Lauingen und Giengen an der Brenz sie im Juni 1448 zerstörten, wurde die Burg im selben Jahr von Graf Ulrich von Württemberg erworben.

Neuzeit

Mit der Herrschaft Heidenheim fiel Hermaringen 1504 an Württemberg und wurde dem Amt Heidenheim zugeordnet. In den Jahren 1585, 1692 und 1698 ereigneten sich jeweils größere Dorfbrände.

Nach der Gründung des Königreichs Württemberg war der Ort von 1806 bis 1808 kurzzeitig beim Oberamt Giengen, kam aber schon 1808 wieder zum Oberamt Heidenheim. 1875 erfolgte mit dem Weiterbau der Brenzbahn von Heidenheim der Anschluss an das Streckennetz der Württembergischen Eisenbahn. 1876 war auch der Streckenabschnitt bis Ulm fertiggestellt. Bei der Kreisreform während der NS-Zeit in Württemberg kam die Gemeinde 1938 zum Landkreis Heidenheim. 1945 bis 1952 gehörte Hermaringen zum Land Württemberg-Baden, das 1945 in der Amerikanischen Besatzungszone gegründet worden war. 1952 gelangte die Gemeinde zum neuen Bundesland Baden-Württemberg.

Religionen

Wie in allen Teilen Altwürttembergs wurde auch in Hermaringen im 16. Jahrhundert die Reformation eingeführt. Seither ist der Ort evangelisch geprägt. Die Kirchengemeinde Hermaringen gehört zur Evangelischen Landeskirche in Württemberg. Die kleine römisch-katholische Gemeinde im Ort, die sich nach dem Zweiten Weltkrieg aus zugezogenen Flüchtlingen und Heimatvertriebenen bildete, wird im Zusammenhang einer „Seelsorgeeinheit“ im unteren Brenztal von Giengen an der Brenz aus geistlich versorgt. Die Seelsorgeeinheit gehört zum Dekanat Heidenheim der Diözese Rottenburg-Stuttgart.

Einwohnerentwicklung

Die Einwohnerzahlen nach dem jeweiligen Gebietsstand sind Schätzungen, Volkszählungsergebnisse (¹) oder amtliche Fortschreibungen des Statistischen Landesamtes Baden-Württemberg (nur Hauptwohnsitze).

Weitere Informationen Jahr, Einwohner ...
Jahr Einwohner
1. Dezember 1871 1911
1. Dezember 1880 1921
1. Dezember 1890 1932
1. Dezember 1900 1971
1. Dezember 1910 11002
16. Juni 1925 11080
16. Juni 1933 11109
17. Mai 1939 11146
13. September 1950 11695
6. Juni 1961 11940
27. Mai 1970 12293
Jahr Einwohner
31. Dezember 19802196
25. Mai 1987 12115
31. Dezember 19902234
31. Dezember 19952345
31. Dezember 20002243
31. Dezember 20052297
31. Dezember 20102313
31. Dezember 20152162
31. Dezember 20202238
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Politik

Bürgermeister

  • 1909–1945: Oskar Enslin
  • 1945–1948: Philipp Lamely
  • 1948–1978: Fritz Keck
  • 1978–2002: Kurt Keller
  • seit 2002: Jürgen Mailänder
  • ab 2026: Lennart Schmeißer

Gemeinderat

Der Gemeinderat in Hermaringen hat 12 Mitglieder. Bei der Kommunalwahl am 9. Juni 2024 wurde der Gemeinderat durch Mehrheitswahl gewählt. Mehrheitswahl findet statt, wenn kein oder nur ein Wahlvorschlag (Bürgerliste Hermaringen) eingereicht wurde. Die Bewerber mit den höchsten Stimmenzahlen sind dann gewählt. Der Gemeinderat besteht aus den ehrenamtlichen Gemeinderäten und dem Bürgermeister als Vorsitzendem. Der Bürgermeister ist im Gemeinderat stimmberechtigt. Die Wahlbeteiligung lag bei 68,6 % (2019: 69,7 %).

Wappen

Wappen der Gemeinde Hermaringen
Wappen der Gemeinde Hermaringen
Blasonierung: „Unter grünem Schildhaupt, darin drei sechsstrahlige silberne (weiße) Sterne nebeneinander, in Silber (Weiß) auf grünem Boden eine grüne Linde.“[4]
Wappenbegründung: Im Schultheißenamtssiegel aus dem Jahre 1930 und in späteren Briefaufdrucken war – noch ohne Wappenschild – ein naturalistisch dargestellter Laubbaum zu sehen, der in der Gemeinde als eine Linde angesprochen wurde. Wahrscheinlich bezog sich dieses Stempelbild auf eine markante Dorflinde. Zusammen mit drei sechsstrahligen Sternen aus dem Wappen der Güß von Güssenberg, die bei Hermaringen ihren Burgsitz hatten, gelangte die Linde in das Wappen.

Das Wappen wurde der Gemeinde Hermaringen – gemeinsam mit der Flagge – von der damals vorläufigen Regierung am 9. März 1953 verliehen.

Gemeindepartnerschaften

Seit 1992 besteht eine Partnerschaft mit der sächsischen Gemeinde Claußnitz.

Wirtschaft und Infrastruktur

Verkehr

Hermaringen liegt an der Bundesstraße 492 (nach Herbrechtingen). Anbindung besteht zur Bundesautobahn 7 (Ausfahrt 117). Hermaringen liegt an der Bahnstrecke Aalen–Ulm und gehört dem Heidenheimer Tarifverbund an. Die Durchfahrtsstraße ist nach den zwei Württembergischen Königen Friedrich I. und Karl I. benannt.

Durch eine Alltagsroute aus dem Radnetz Baden-Württemberg[5] ist Hermaringen über Sontheim an der Brenz, Niederstotzingen und Langenau mit Ulm verbunden sowie in der anderen Richtung über Giengen und Herbrechtingen mit Heidenheim. In Sontheim gibt es einen Abzweig Richtung Bächingen und Gundelfingen an der Donau.

Durch die Gemeinde verlaufen zwei Landes-Radfernwege:

Ansässige Unternehmen

Im Industriegebiet Berger Steig:

  • Hauff-Technik GmbH & Co. KG[6]
  • Moroff und Baierl GmbH[7]
  • Lindel Bau GmbH[8]
  • Strobel Garten- u. Landschaftsbau GmbH[9]
  • Klaiber GmbH[10]

In Gerschweiler befindet sich die Vereinigte Filzfabriken AG.

Bildungseinrichtungen

Mit der Rudolf-Magenau-Schule verfügt Hermaringen über eine eigene Grundschule. Weiterführende Schulen können in Giengen und Heidenheim besucht werden.

Sehenswürdigkeiten

Neben einem Stolperstein, dort wo das Geburtshaus Georg Elsers ehemals stand, gibt es seit dem 4. November 2019 ein Denkmal für den Sohn der Gemeinde am Rathausplatz, eingeweiht von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier.[11]

Die Ruine der Burg Güssenburg liegt auf dem Schlossberg über dem Brenztal.

Blick vom Benzenberg auf Hermaringen

Persönlichkeiten

In Hermaringen geboren oder aufgewachsen

Mit Hermaringen verbunden

Ehrenbürger

  • Fritz Keck
  • Kurt Keller

Silberne Ehrennadel

  • Albert Eisele (2023)
  • Lothar Lang (2023)[14]

Literatur

  • Gemeinde Hermaringen. In: Christoph Friedrich von Stälin (Hrsg.): Beschreibung des Oberamts Heidenheim (= Die Württembergischen Oberamtsbeschreibungen 1824–1886. Band 19). Cotta’sche Verlagsbuchhandlung, Stuttgart / Tübingen 1844, S. 226–232 (Volltext [Wikisource]).

Einzelnachweise

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