Hochschwarzwald

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Hochschwarzwald ist eine nicht eindeutig umgrenzte Landschafts-, Regions- und Naturraumbezeichnung meist für den südlichen und mittleren Schwarzwald. Der Begriff bezeichnet zudem eine touristische Region, die 2008 gegründet wurde und heute 21 Orte umfasst.

Schnelle Fakten
Hochschwarzwald
Fläche1 588 km² [1]
Systematik nachHandbuch der naturräumlichen Gliederung Deutschlands
Großregion 1. Ordnung07–23 →
Schichtstufenland beiderseits des Oberrheingrabens
Großregion 2. Ordnung08–16 →
Südwestdeutsches Schichtstufenland
Großregion 3. Ordnung15 →
Schwarzwald
Region 4. Ordnung
(Haupteinheit)
155 →
Hochschwarzwald
Höchster GipfelFeldberg (1493 m)
Geographische Lage
Koordinaten47° 49′ 40″ N,  56′ 45″ O
Hochschwarzwald (Baden-Württemberg)
Hochschwarzwald (Baden-Württemberg)
Lage Hochschwarzwald
KreisLandkreis Breisgau-Hochschwarzwald, Landkreis Emmendingen, Landkreis Waldshut, Landkreis Lörrach
BundeslandBaden-Württemberg
StaatDeutschland
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Die Gemeinden und Städte der Tourismusregion bieten ein breites Spektrum an Sport- und Freizeitmöglichkeiten. Jede Ortschaft weist darüber hinaus eine eigene Geschichte sowie charakteristische Merkmale auf. Prägend für die Region sind die Kultur, Tradition und Naturlandschaften des Schwarzwalds. Der Feldberg ist als höchster Gipfel Baden-Württembergs bei Wanderern und Skifahrern sehr beliebt. Mit dem Schluchsee als größtem See des Schwarzwaldes, dem Titisee sowie der Wutachschlucht, die als eine der größten Schluchten Deutschlands gilt, umfasst der Hochschwarzwald mehrere bedeutende Ausflugsziele. Mit rund 3,8 Millionen Übernachtungen im Jahr zählt der Hochschwarzwald zu den beliebten Ferienregionen in Deutschland. 

Begriffsgeschichte

Der Name Hochschwarzwald verdankt seine Bekanntheit ursprünglich dem Tourismus. Wintersport- und Luftkurorte in Höhengebieten des Schwarzwalds verwendeten ihn bereits vor dem Ersten Weltkrieg in ihrer Werbung. Seit den 1920er-Jahren fand der Begriff auch Verwendung in der landeskundlichen Literatur, jedoch mit wechselnder regionaler Abgrenzung.[2]

Während er bei einzelnen Autoren nur die Landschaft um das Feldbergmassiv bezeichnete, setzten ihn andere mit dem Südschwarzwald gleich. Wieder andere verwenden den Begriff auch für den höchsten Teil des Mittleren Schwarzwaldes südöstlich des Elztales (Gebiete um den Kandel und die Hochfläche von St. Peter und St. Märgen), teils sogar bis zum Hünersedel nördlich der Elz.[2]

Auch für die Höhengebiete des Nordschwarzwalds um Hornisgrinde und Kniebis ist die Verwendung in der Tourismuswerbung belegt. Zudem bezeichnen amtliche badische und württembergische geologische Veröffentlichungen der 1930er Jahre die höheren Bereiche des nördlichen Schwarzwaldes, in Abgrenzung zu an Störungslinien abgesunkenen Randschollen und zum tektonisch weniger stark angehobenen mittleren Schwarzwald, als Hochschwarzwald.[2]

Das Handbuch der naturräumlichen Gliederung Deutschlands teilt in seiner zweiten Lieferung 1955 den Schwarzwald in sechs Haupteinheiten ein, wobei die südwestliche als Nr. 155 Hochschwarzwald mit einer Fläche von 1271,2 km² geführt wird. Sie umfasst neben dem südlichen, im Feldberg gipfelnden Hebungszentrum des Schwarzwalds auch die von dort nach Süden und Westen ausgehenden, tief eingeschnittenen Täler sowie die Weitenauer Vorberge.[3] Siehe auch: Naturräumliche Gliederung des Schwarzwaldes.

Mit der Umbenennung des ehemaligen Landkreises Neustadt/Schwarzwald in Landkreis Hochschwarzwald (1956–1973) und dem heutigen Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald wurde der Begriff auch zum Namen von Verwaltungseinheiten. Die im Landkreis gelegene Gemeinde Eisenbach (Hochschwarzwald) trägt die Bezeichnung seit 1975 offiziell im Namen.[2]

Das Bundesamt für Naturschutz grenzt in seinen Landschaftssteckbriefen die Nummer 15500 Hochschwarzwald (Südlicher Schwarzwald) mit einer Fläche von 1550 km² ab. Sie umfasst die Bereiche des Schwarzwaldes etwa südlich einer Linie FreiburgNeustadt.[4]

In den Naturraumsteckbriefen des Landes Baden-Württemberg reicht der Hochschwarzwald (Nr. 155) darüber hinaus im Norden bis zur Elz und umfasst eine Fläche von 1990 km².[5]

Zur touristischen Vermarktung gründeten 2008 zehn Orte die Hochschwarzwald Tourismus GmbH. Seit 2026 werden nach mehreren Erweiterungen[6] 21 Orte zwischen St. Peter, Schonach, St. Georgen, Löffingen und Ühlingen-Birkendorf als Urlaubsregion Hochschwarzwald vermarktet, unter anderem Bonndorf, Feldberg, Furtwangen, Hinterzarten, Schluchsee, St. Blasien, St. Märgen, Titisee-Neustadt und Todtnau. Im Jahr 2026 kam noch der Ort Bonndorf dazu.[7]

Literatur

  • Roland Weis, Harald Riesterer: Der Hochschwarzwald: von der Eiszeit bis heute. 2. Auflage. Jan Thorbecke Verlag, Ostfildern 2017, ISBN 978-3-7995-1196-4.
Wikivoyage: Hochschwarzwald – Reiseführer

Einzelnachweise

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