Hochwiesler
Berg in den Allgäuer Alpen in Tirol, Österreich
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Der Hochwiesler ist ein 1950 m ü. A. hoher Berg in den Tannheimer Bergen, einer Untergruppe der Allgäuer Alpen. Der Hochwiesler ist eine Verlängerung des Südostgrats der Roten Flüh, von der er durch eine Scharte getrennt ist. Er besteht aus Wettersteinkalk und gehört zu einer Reihe von markanten Bergen nördlich des Tannheimer Tals, die ein beliebtes Ziel für Kletterer sind.
| Hochwiesler | ||
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| Südwand des Hochwieslers, links hinter der Scharte die Rote Flüh | ||
| Höhe | 1950 m ü. A. | |
| Lage | Tirol, Österreich | |
| Gebirge | Tannheimer Berge, Allgäuer Alpen | |
| Koordinaten | 47° 29′ 51″ N, 10° 36′ 45″ O | |
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| Gestein | Wettersteinkalk | |
Lage und Beschreibung
Der Hochwiesler ist ein Berg in den Tannheimer Bergen. Er liegt nördlich des Ortes Nesselwängle und ist von dort aus gut sichtbar. Er ist eine Verlängerung des Südostgrats der Roten Flüh (2108 m), von der er durch eine 1866 m hohe Scharte getrennt ist. Da der Hochwiesler etwas niedriger als die Rote Flüh ist, kann er als erhöhte Schulter dieses Grats angesehen werden. Nördlich des Hochwieslers liegen der Gimpel (2173 m) und der Gimpelvorbau; von ihnen ist der Hochwiesler durch eine großes Schuttkar getrennt. Das Schuttkar nördlich des Hochwieslers und südlich des Gimpels ist der Aufstieg zur Judenscharte (1996 m) und der leichteste Zugang zum Gipfel der Roten Flüh.
Die Südwand des Hochwieslers ist eine große markante Felswand, die bei Kletterern beliebt ist. Der überhängende Wandbereich zwischen Hochwiesler und Rote Flüh wird Hochwieslersporn genannt. Östlich des Hochwieslers in der Verlängerung des Grates liegt der Hochwiesler Ostsporn (1900 m), der sich durch eine kleine Scharte vom Hauptfels abgrenzt.
Zugang und Erschließung
Der Ausgangsort im Tannheimer Tal zur Besteigung des Hochwieslers ist Nesselwängle. Stützpunkte sind das Gimpelhaus und die Tannheimer Hütte. Der Zustieg erfolgt über das Gimpelhaus und von dort über Steigspuren bis zum Fuß der Südwand des Hochwieslers.[1.1] Der leichteste Zugang zum Gipfel des Hochwieslers ist der Normalweg über den Ostgrat; dieser Weg enthält einige Stellen UIAA 2.[1.2] Der selten begangene Weg ist ausgesetzt und das Gestein nicht immer fest, daher ist der Weg Erfahrenen vorbehalten und nicht für Wanderer geeignet.
Alpinismus
Die Südwand des Hochwieslers ist ein häufiges Ziel für Kletterer. Die geringe Höhe des Hochwieslers erlaubt eine Begehung der Kletterrouten als Tagestour vom Tal aus. Die meisten Touren sind zudem in der Regel bereits früh im Frühjahr und bis weit in den Spätherbst möglich, da der Hochwiesler tief liegt und die markante Wand nach Süden ausgerichtet ist.[2]
Die Südwand des Hochwieslers ist durch sein festes Gestein, die nach Süden exponierte Lage und die vielen Möglichkeiten in allen Schwierigkeitsgraden bei Kletterern sehr beliebt. Der linke Bereich um den Hochwieslersporn enthält sehr schwere Routen; dort liegen die schwersten Touren des gesamten Allgäus, wie z. B. Südwind (UIAA 10, erstbegangen von Daniel Gebel).[1.3] Im zentralen Teil der Südwand liegen viele beliebte und oft begangene Routen im mittleren Schwierigkeitsbereich. Besonders zu erwähnen ist die Schusterführe (UIAA 6+, 220 m, erstbegangen 1959 von L. Schuster und Gefährten). Diese klassische Tour war zu ihrer Zeit eine der schwersten Routen; sie weist eine elegante Linienführung auf und ist deshalb auch heute noch sehr beliebt. Vom Hochwieslersporn und vom zentralen Wandteil erfolgt der Abstieg über eine der luftigsten Abseilpisten der Alpen: sie hängt stark über, ist bei 50 m Länge bis zu 15 m von der Wand entfernt und erfordert eine perfekte Abseiltechnik.[1.4] Am Ostsporn des Hochwieslers gibt es auch noch eine Anfängertour, den Hüttengrat (UIAA 4+), eine gut abgesicherte Route, die für Einsteiger in Mehrseillängenrouten eingerichtet wurde. An den Felsabbrüchen der Ost- und Nordseite sind kleine Klettergärten mit etwas mehr als einem Dutzend Routen.[1.5]
Wegen der direkten Nachbarschaft zur Roten Flüh ist der Hochwiesler für Bergwanderer weniger interessant und die meisten Wanderrouten führen daher eher am Hochwiesler entlang. Eine besonders beliebte, aber anspruchsvolle Wanderung führt von Nesselwängle über das Gimpelhaus am Hochwiesler entlang zur Gehrenspitze. Bei dieser Wanderung werden 1290 Höhenmeter überwunden, die Gehzeit wird mit mehr als 7 Stunden angegeben.[3]
Literatur und Karten
- Stephan Baur, Dieter Seibert: Tannheimer Tal: zwischen Nesselwängle und Jungholz: 45 ausgewählte Touren (= Rother Wanderführer). 12., vollständig neu bearbeitete Auflage. Rother Bergverlag, München 2024, ISBN 978-3-7633-4727-8.
- Marcus Lutz, Achim Pasold: Kletterführer Allgäu und Ammergau (= Kletterführer Alpin). 1. Auflage. Panico-Alpinverl, Köngen 2013, ISBN 978-3-95611-007-8.
