Hollywoodgate

Film von Ibrahim Nash'at (2023) From Wikipedia, the free encyclopedia

Hollywoodgate ist ein deutsch-US-amerikanischer Dokumentarfilm von Ibrahim Nash'at aus dem Jahr 2023, der Afghanistan 2021 kurz nach der Machtübernahme der Taliban zeigt.

TitelHollywoodgate
ProduktionslandDeutschland, USA
OriginalspracheDari, Englisch, Paschtu
Erscheinungsjahr2023
Schnelle Fakten Titel, Produktionsland ...
Film
Titel Hollywoodgate
Produktionsland Deutschland, USA
Originalsprache Dari, Englisch, Paschtu
Erscheinungsjahr 2023
Länge 91 Minuten
Altersfreigabe
Produktions­unternehmen Rolling Narratives
  • Jouzour Film Production
Stab
Regie Ibrahim Nash'at
Drehbuch Ibrahim Nash'at
Produktion Talal Derki
Musik Volker Bertelmann
Kamera Ibrahim Nash'at
Schnitt Atanas Georgiev, Marion Tuor
Besetzung
  • Ibrahim Nash'at
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Inhalt

Unmittelbar nach dem Rückzug der US-amerikanischen Truppen aus Afghanistan reist der ägyptische Filmemacher Ibrahim Nash'at nach Kabul. Dort begleitet er ein Jahr lang zwei Taliban: den Luftwaffenkommandeur Mawlawi Mansour und den Leutnant M.J. Mukhtar. Mit ersterem und dessen Entourage besucht er den amerikanischen Stützpunkt Hollywood. Auf dessen Eingangstor steht markant „Hollywood Gate 1“. In Lagerhallen finden sie Medikamente und Ersatzteile. Es entsteht der Eindruck, als seien die Amerikaner gerade erst gegangen. Auf dem nahen Flugplatz stehen beschädigte Kampfjets und Hubschrauber.

Mukhtar scheint eine Kommando-Einheit zu leiten. Mal üben sie nachts in einem Häuserviertel oder durchstreifen das amerikanische Lager. Eines Nachts fahren sie aufs Land, wobei der Regisseur warten muss und nach einer Weile Schüsse hört. Daneben sieht man Alltagsszenen, wenn Mukhtar durch Kabul fährt oder die Männer zusammen essen. Derweil muss Mansour die Luftwaffe organisieren und plant, einige Flugzeuge wieder startklar zu machen. Mehrfach freut er sich über das Geschenk, das die Amerikaner den Taliban übergeben hätten. Eine Texttafel informiert, dass Material im Wert von 7 Milliarden US-Dollar von den Amerikanern zurückgelassen wurde.

Mansour trifft zwischendurch auf Mechaniker und Kampfpiloten, die anscheinend Überläufer der alten afghanischen Armee waren. Mansour erzählt seinen Männern stolz, dass seine Frau Ärztin sei, aber nach der Hochzeit auf seinen Wunsch aufgehört habe, zu arbeiten. Mukhtar entscheidet derweil, dass er Pilot werden will, und nimmt dann an einem Lehrgang für Hubschrauberpiloten teil. Währenddessen droht Mansour dem tadschikischen Verteidigungsminister mit Vergeltung, sollten dessen Land weiterhin afghanische Rebellen unterstützen.

Nach Monaten scheinen die Flugzeuge einsatzfähig und Mansour hält eine Rede vor Pressevertretern. Auf einem Flugplatz kommt es zu einem Eklat, als es darum geht, wer als erstes ein Flugzeug betreten darf. Aus der Ferne filmt der Regisseur, wie die Taliban sich gegenseitig ohrfeigen und Mansour anscheinend als Sieger hervorgeht. Zuletzt sieht man eine Parade der Taliban auf einem ehemaligen Flugplatz der Amerikaner. Während Soldaten vorbeimarschieren und gepanzerte Fahrzeuge an einer Tribüne vorbeirollen, sitzt Mansour mit einem Funkgerät zwischen den Zuschauern. Begeistert beobachten er und die anderen Zuschauer, wie einige Kampfhubschrauber und Flugzeuge über die Menge fliegen. Zuletzt filmt der Regisseur aus einem Flugzeug und erinnert an die fundamentalistischen Positionen der Taliban.

Produktion

Nash’at drehte den Film über ein Jahr hinweg in Afghanistan[2] und begleitete den Luftwaffenkommandeur Mansour.[3]

Der Film feierte bei den Internationalen Filmfestspielen von Venedig 2023 Premiere[4] und wurde danach auf vielen weiteren internationalen Festivals gezeigt.[5][6]

In Deutschland kam Hollywoodgate am 14. August 2025 in die Kinos.[7]

Rezeption

Daniel Feinberg für The Hollywood Reporter: „Vielleicht hatte Nash'at auf etwas Entscheidenderes, etwas Unmittelbareres gehofft, aber ich vermute, dass Hollywoodland in den kommenden Jahren an Bedeutung gewinnen wird. Die Taliban wollten einen 90-minütigen Werbespot, Nash'at wollte 90 Minuten Wahrheit, und was beide bekamen, war ein Porträt der komplizierten Kosten des Zugangs – wichtiger in seiner universellen Anwendbarkeit auf das Dokumentarfilmemachen als seine Unmittelbarkeit als Dokumentarfilm.“[3]

Simone Reber für SWR: „In dem intensiven Film entstehen auf diese Weise entlarvende Momente, denn die Protagonisten fühlen sich unbelauscht. Als Nash’at die verschleierte Nachrichtensprecherin auf dem Fernsehbildschirm filmt, spotten die beiden über ihn.“[8]

Irene Genhart bezeichnet Hollywoodgate im Filmdienst als „quälendes Zeitdokument“ und resümiert: „‚Hollywoodgate‘ ist kein leicht verdaulicher Film. Die Botschaft, die in ihm mitschwingt, ist ein Warnruf vor dem, was sich derzeit weltweit anzubahnen scheint. Vor dem sollte man nicht die Augen verschließen.“[9]

Auszeichnungen (Auswahl)

Einzelnachweise

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