Holothurine

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Die Holothurine sind eine Gruppe von Saponinen (Triterpen-Saponine), die als toxische Inhaltsstoffe in Seegurken (Holothuroidea) zu finden sind. Diese werden von den Tieren in die Cuvierschen Schläuche eingelagert,[1] die aktiv bei Bedrohung verspritzt werden können.

Die mit den Seegurken verwandten Seesterne bilden ähnliche Stoffe, die Asterosaponine.[2]

Vertreter

Bisher bekannte Vertreter dieser Stoffgruppe sind Holothurin A und Holothurin B, gelegentlich wird noch Echinosid A[S 1] als Holothurin A2 bezeichnet.

Holothurine
Name Holothurin AHolothurin B
Strukturformel
Andere Namen
CAS-Nummer 38-26-611052-32-7
PubChem 4455916823674754
Wikidata Q27252335Q56459048
Summenformel C54H85NaO27S C41H63NaO17S
Molare Masse 1221,29 g·mol−1882,98 g·mol−1
Aggregatzustand fest
Schmelzpunkt 239-240 °C[3]252 °C[4]
LD50 9 mg·kg−1 (Maus, i.v.)[5]14 mg·kg−1 (Maus, intraperitoneal)[6]

Weitere Vertreter sind:

Struktur und Eigenschaften

Holothurine sind Glycoside; die Aglykon-Grundkörper (Holothurinogenine) leiten sich vom Holostan ((20S)-20-Hydroxy-5α-lanostan-18-säurelacton) bzw. Lanostan ab.[1] Alle Holothurine sind am Zuckerteil des Glycosids sulfatiert.[7]

Die Holothurine sind leicht psychoaktiv, Nutzungen der entheogenen Wirkungen sind jedoch nicht bekannt. Allerdings konnte festgestellt werden, dass Holothurine bei Mäusen hemmend auf die Wachstumsrate verschiedener Tumorzellen wirken,[1] wodurch sie für die Krebsmedizin interessant werden.[8]

Sicherheitshinweise

Holothurine können bei Hautkontakt starke, brennende Schmerzen auslösen und bei Kontakt mit den Augen zu Irritationen bis hin zur Erblindung führen. Bei systemischer Aufnahme können die Toxine zu Lähmungserscheinungen, Muskelkrämpfen und Beschwerden im Verdauungssystem sowie bei größeren Mengen zum Tod durch Atemlähmung führen.[1]

Da Seegurken in vielen asiatischen Ländern unter dem Namen Trepang als Delikatesse verzehrt werden, müssen die die Toxine enthaltenden Cuvierschen Schläuche vor der Zubereitung oder dem Verzehr entfernt werden.[1]

Bei Mäusen wirkte sowohl Holothurin A mit einem LD50-Wert von 9 mg/kg bei i.v.-Gabe,[5] als auch Holothurin B mit einem intraperitonealen Wert von 14 mg/kg[6] stark toxisch.

Literatur

Einzelnachweise

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