Homberg (Westerwald)

Ortsgemeinde im Westerwaldkreis, Rheinland-Pfalz From Wikipedia, the free encyclopedia

Homberg ist eine Ortsgemeinde im Westerwaldkreis in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Rennerod an.

Schnelle Fakten Wappen, Deutschlandkarte ...
Wappen Deutschlandkarte
Homberg (Westerwald)
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Homberg hervorgehoben
Basisdaten
Koordinaten: 50° 39′ N,  6′ O
Bundesland:Rheinland-Pfalz
Landkreis: Westerwaldkreis
Verbandsgemeinde: Rennerod
Höhe: 585 m ü. NHN
Fläche: 2,16 km²
Einwohner: 189 (31. Dez. 2024)[1]
Bevölkerungsdichte: 88 Einwohner je km²
Postleitzahl: 56479
Vorwahl: 02664
Kfz-Kennzeichen: WW
Gemeindeschlüssel: 07 1 43 244
Adresse der Verbandsverwaltung: Hauptstraße 55
56477 Rennerod
Website: homberg-westerwald.de
Ortsbürgermeister: Stefan Flick
Lage der Ortsgemeinde Homberg im Westerwaldkreis
Karte
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Ansicht von Homberg (2020)
Dorfgemeinschaftshaus (Alte Schule)

Geographische Lage

Die Gemeinde liegt im Westerwald zwischen Siegen und Limburg an der Lahn am 634 m hohen Homberg, an der Grenze zu Hessen. Etwa ein Kilometer westlich befindet sich die Breitenbachtalsperre, die den Breitenbach (östlicher Nister-Zufluss) aufstaut.

An Homberg grenzende Nachbarorte sind das bereits zu Hessen gehörende Driedorf (Ortsteile Waldaubach im Nordosten und Hohenroth im Osten) und die ebenfalls zur Verbandsgemeinde Rennerod gehörenden Ortsgemeinden Rehe im Südosten sowie Waigandshain und Nister-Möhrendorf im Nordwesten.

Geschichte

Homberg wurde am 29. März 1256 als Hoimberch über dem Westerwald erstmals urkundlich erwähnt. Der Ort war wohl schon seit dem Mittelalter Teil des Kirchspiels Emmerichenhain und mit diesem der Herrschaft zum Westerwald. Um 1500 lebten im Ort sechs Familien. Die 1570 erstmals erwähnt Kapelle war 1645 nur noch eine Ruine. 1635 wütete die Pest und forderte große Opfer. Die Gemeinde kauft 1778 ein Haus zur Einrichtung einer Schule, 1848 wurde eine eigene Schule erbaut.

Im 18. Jahrhundert war Homberg dem Amt Rennerod des Hauses Nassau-Diez (später Oranien-Nassau) zugeordnet. Nach Zugehörigkeit zum kurzlebigen Großherzogtum Berg fiel der Ort an das Herzogtum Nassau, das von Preußen nach dem Deutschen Krieg im Jahr 1866 annektiert wurde.

Nach dem Zweiten Weltkrieg kam Homberg zur französischen Besatzungszone und wurde 1946 Teil des damals neu gebildeten Landes Rheinland-Pfalz.

Bevölkerungsentwicklung

Die Entwicklung der Einwohnerzahl der Gemeinde Homberg, die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen:[2]

Weitere Informationen Jahr, Einwohner ...
JahrEinwohner
15344 Vogtleute, 7 Nassau-Bailsteiner Eigenleute
15777 dienstpflichtige Häuser
16079 Mann
16434
168413 Häuser
174182
1782116
1815183
1835205
1871176
JahrEinwohner
1905159
1939146
1950146
1961141
1970158
1987118
2005158
2011180
2017174
2024189[1]
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Politik

Gemeinderat

Der Gemeinderat in Homberg besteht aus sechs Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 9. Juni 2024 in einer Mehrheitswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzendem.[3]

Bürgermeister

Stefan Flick wurde am 6. September 2024 Ortsbürgermeister von Homberg.[4] Bei der Direktwahl am 9. Juni 2024 hatte er sich mit einem Stimmenanteil von 76,0 % gegen einen Mitbewerber durchgesetzt.[5]

Flicks Vorgänger Michael Gräb hatte das Ehrenamt 1989 übernommen und kandidierte nach sechs Wiederwahlen und einer Amtszeit von 35 Jahren bei der Wahl 2024 nicht erneut als Ortsbürgermeister.[6][7]

Bei der konstituierenden Sitzung am 6. September wurden zudem zwei Beigeordnete durch den Gemeinderat gewählt.[4]

Wappen

Wappen von Homberg
Wappen von Homberg
Blasonierung: „Unter goldenem Wellenschildhaupt, darin balkenweise sieben stilisierte grüne Fichten mit schwarzem Stamm, in Rot auf grünem Berg eine silberne Kapelle mit trapezförmiger Giebelwand, gemauerten Kanten, schwarzer Doppeltür mit rundem, dreigeteiltem Oberlicht, begleitet von zwei schwarzen Fenstern, silbernem Walmdach mit schwarzem Fenster und schwarzem Giebelkreuz.“[8]
Wappenbegründung: Die auf dem Wappen abgebildete Kapelle wurde 1570 gebaut, von ihr blieb aber nichts erhalten. Das Wellenband symbolisiert den in der Gemarkung entspringenden Breitenbach, die Fichten eine Schutzheckenpflanzung aus dem 19. Jahrhundert.

Wahlen

Seit den 1960er Jahren durchlief Homberg vier Phasen seines Parteiensystems. Anfangs dominierte die SPD. Mitte der 1970er bis Mitte der 1980er Jahre lieferten sich SPD und CDU ein Kopf-an-Kopf-Rennen, bevor die CDU Ende der 1980er deutlich verlor. In den 1990er und 2000er Jahren gewann erneut die SPD, deren Ergebnisse seither aber stark zurückgingen. Bei einigen Wahlen in der jüngeren Vergangenheit lagen CDU und AfD vorn.

Die folgende Tabelle zeigt die Ergebnisse vergangener Wahlen.

Weitere Informationen Ergebnisse im Detail (seit 1990), Wahl ...
Ergebnisse im Detail (seit 1990)
Wahl SPD CDU Grüne FDP AfD Linke FW Sonst.
Bundestagswahl 2025[9] 7,6 % 30,4 % 15,2 % 5,1 % 27,8 % 6,3 % 2,5 % 5,1 %
Europawahl 2024[10] 16,9 % 23,9 % 7,0 % 8,5 % 21,1 % 2,8 % 9,9 % 9,9 %
Kreistagswahl 2024[11] 18,4 % 21,4 % 11,2 % 0,0 % 19,4 % 6,1 % 4,1 % 19,4 % (FWG WW: 19,4 %)
Bundestagswahl 2021[12] 29,5 % 26,9 % 19,2 % 3,8 % 14,1 % 2,6 % 2,6 % 1,3 %
Landtagswahl 2021[13] 41,8 % 16,5 % 8,9 % 5,1 % 5,1 % 5,1 % 3,8 % 13,7 % (PARTEI: 5,1 %)
Kreistagswahl 2019[14] 22,6 % 22,6 % 10,7 % 1,2 % 23,8 % 7,1 % 11,9 %
Europawahl 2019[15] 9,6 % 28,8 % 13,7 % 2,7 % 19,2 % 4,1 % 5,5 % 16,4 % (FAMILIE: 5,5 %)
Bundestagswahl 2017[16] 38,8 % 21,2 % 4,7 % 7,1 % 12,9 % 12,9 % 2,4 % 0,0 %
Landtagswahl 2016[17][18] 34,9 % 20,5 % 6,0 % 1,2 % 30,1 % 4,8 % 0,0 % 2,4 %
Europawahl 2014[19] 47,5 % 20,4 % 6,8 % 0,0 % 5,1 % 5,1 % 3,4 % 11,6 % (NPD: 5,1 %)
Kreistagswahl 2014[20] 58,6 % 24,3 % 5,7 % 0,0 % 2,9 % 8,6 %
Bundestagswahl 2013[21] 19,2 % 26,9 % 7,7 % 1,3 % 9,0 % 11,5 % 0,0 % 21,7 % (NPD: 6,4 %; ÖDP: 5,1 %; Pro D: 5,1 %; PIRATEN: 5,1 %)
Landtagswahl 2011[22] 52,9 % 8,6 % 17,1 % 1,4 % 7,1 % 2,9 % 10,0 %
Bundestagswahl 2009[23] 38,6 % 11,4 % 8,6 % 10,0 % 18,6 % 12,9 %
Europawahl 2009[24] 38,3 % 16,7 % 18,3 % 6,7 % 6,7 % 13,3 %
Kreistagswahl 2009[25] 62,5 % 9,4 % 6,3 % 3,1 % 6,3 % 12,5 %
Landtagswahl 2006[26] 66,7 % 13,0 % 3,7 % 5,6 % 1,9 % 9,1 % (PBC: 5,6 %)
Bundestagswahl 2005[27] 41,5 % 18,3 % 13,4 % 7,3 % 8,5 % 10,9 % (PBC: 7,3 %)
Europawahl 2004[28] 32,3 % 20,0 % 13,8 % 10,8 % 3,1 % 20,0 % (PBC: 6,2 %)
Kreistagswahl 2004[29] 31,8 % 25,8 % 16,7 % 7,6 % 18,2 %
Bundestagswahl 2002[30] 42,1 % 27,6 % 13,2 % 9,2 % 5,3 % 2,6 %
Landtagswahl 2001[31] 56,5 % 16,1 % 11,3 % 11,3 % 4,8 %
Europawahl 1999[32] 44,8 % 32,8 % 10,3 % 5,2 % 1,7 % 5,2 %
Bundestagswahl 1998[33] 50,6 % 30,4 % 10,1 % 0,0 % 0,0 % 8,9 %
Landtagswahl 1996[34] 50,7 % 13,4 % 22,4 % 6,0 % 7,5 %
Bundestagswahl 1994[35] 55,8 % 29,9 % 10,4 % 1,3 % 0,0 % 2,6 %
Europawahl 1994[36] 44,4 % 22,2 % 14,8 % 3,7 % 0,0 % 14,8 % (REP: 7,4 %)
Landtagswahl 1991[37] 52,8 % 30,2 % 5,7 % 7,5 % 3,8 %
Bundestagswahl 1990[38] 42,4 % 37,3 % 6,8 % 10,2 % 3,4 %

Die Tabelle zeigt Parteien, die bei Bundestagswahlen oder Landtagswahlen seit 1990 Sitze errungen haben. Andere Parteien werden unter Sonstige benannt, wenn sie bei der jeweiligen Wahl mindestens fünf Prozent der Stimmen errangen.

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Weitere Informationen Ergebnisse im Detail (1945–1989), Wahl ...
Ergebnisse im Detail (1945–1989)
Wahl SPD CDU FDP Grüne NPD KPD DP GB/BHE Sonst.
Europawahl 1989[39] 41,5 % 18,9 % 1,9 % 11,3 % 26,4 % (REP: 13,2 %; DVU: 7,5 %)
Kreistagswahl 1989[40] 61,0 % 22,2 % 3,9 % 5,6 % 7,3 %
Bundestagswahl 1987[41] 52,4 % 33,3 % 3,2 % 9,5 % 1,6 % 0,0 %
Landtagswahl 1987[42] 51,1 % 35,6 % 6,7 % 4,4 % 0,0 % 2,2 %
Europawahl 1984[43] 47,5 % 35,6 % 5,1 % 8,5 % 3,4 % 0,0 %
Kreistagswahl 1984[44] 35,6 % 30,1 % 4,1 % 30,1 %
Bundestagswahl 1983[45] 45,6 % 45,6 % 3,5 % 3,5 % 0,0 % 1,8 %
Landtagswahl 1983[46] 44,6 % 46,4 % 1,8 % 3,6 % 3,6 %
Bundestagswahl 1980[47] 45,2 % 37,1 % 8,1 % 6,5 % 0,0 % 3,2 %
Europawahl 1979[48] 47,8 % 42,0 % 5,8 % 1,4 % 2,9 %
Kreistagswahl 1979[49] 50,6 % 33,8 % 2,6 % 13,0 %
Landtagswahl 1979[50] 50,9 % 45,3 % 1,9 % 1,9 % 0,0 %
Bundestagswahl 1976[51] 46,1 % 40,8 % 10,5 % 2,6 % 0,0 %
Landtagswahl 1975[52] 48,3 % 50,0 % 0,0 % 1,7 % 0,0 %
Kreistagswahl 1974[53] 51,6 % 37,5 % 10,9 %
Bundestagswahl 1972[54] 63,4 % 24,4 % 12,2 % 0,0 % 0,0 %
Landtagswahl 1971[55] 66,0 % 22,0 % 12,0 % 0,0 % 0,0 %
Bundestagswahl 1969[56] 64,2 % 28,3 % 3,8 % 3,8 % 0,0 %
Kreistagswahl 1969[57] 79,1 % 18,6 % 2,3 %
Landtagswahl 1967[58] 57,1 % 14,3 % 10,7 % 14,3 % 3,6 %
Bundestagswahl 1965[59] 41,9 % 32,3 % 9,7 % 12,9 % 3,2 %
Kreistagswahl 1964[60] 79,1 % 18,6 % 2,3 %
Bundestagswahl 1961[61] 66,7 % 13,9 % 13,9 % 5,6 % (DFU: 5,6 %)
Bundestagswahl 1957[62] 35,9 % 38,5 % 15,4 % 2,6 % 2,6 % 5,1 %
Bundestagswahl 1953[63] 33,3 % 28,9 % 24,4 % 6,7 % 0,0 % 6,7 % 0,0 %
Bundestagswahl 1949[64] 47,6 % 9,5 % 38,1 % 4,8 %
Laut Angaben des Landeswahlleiters Rheinland-Pfalz liegen Wahlergebnisse im hauseigenen Archiv erst ab Mitte der 1960er-Jahre vor.

Die Tabelle zeigt Parteien, die bei Bundestagswahlen oder Landtagswahlen zwischen 1945 und 1989 Sitze errungen haben und in der Gemeinde mindestens eine Stimme bekommen haben. Andere Parteien werden unter Sonstige benannt, wenn sie bei der jeweiligen Wahl mindestens fünf Prozent der Stimmen errangen. Bei Wahlen mit Erst- und Zweitstimmen sind jeweils die Zweitstimmen vermerkt.

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Kultur und Sehenswürdigkeiten

Kulturdenkmäler

In der Denkmalliste des Landes Rheinland-Pfalz (Stand: 2024) sind als Kulturdenkmäler das Dorfgemeinschaftshaus (ehemalige Schule, errichtet um 1848/49) und in der Waigandshainer Straße ein Fachwerk-Quereinhaus aus dem 18./19. Jahrhundert ausgewiesen.[65]

Regelmäßige Veranstaltungen

Alljährlich zu Christi Himmelfahrt findet das Brunnenfest statt.[66]

Verkehr

Der Ort liegt an der K 40. Südlich der Gemeinde verläuft die B 255, die von Montabaur nach Herborn führt. Die nächste Autobahnanschlussstelle ist Herborn an der A 45 DortmundHanau, etwa 20 Kilometer entfernt.

Der nächstgelegene ICE-Halt ist der Bahnhof Montabaur an der Schnellfahrstrecke Köln–Rhein/Main.

Persönlichkeiten

  • Peter Schneider (* 30. Mai 1803 in Homberg, † im 19. Jahrhundert), Gutsbesitzer und Mitglied der Ersten Kammer der Landstände des Herzogtums Nassau.

Literatur

  • Hellmuth Gensicke: Kirchspiel und Gericht Emmerichenhain. In: Verein für Nassauische Altertumskunde und Geschichtsforschung (Hrsg.): Nassauische Annalen. Band 101. Verlag des Vereins für Nassauische Altertumskunde und Geschichtsforschung, Wiesbaden 1990, S. 231–254.
Commons: Homberg – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

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