Hopalong Cassidy
fiktive Figur
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Hopalong Cassidy ist ein literarische Figur des amerikanischen Schriftstellers Clarence E. Mulford. Der Westernheld erreichte durch zahlreiche Filmadaptionen, einer Fernsehserie, eines Radioprogramms und eines Comic-Strips große Bekanntheit. Den Höhepunkt seiner Popularität erreichten Figur und Filme Anfang der 1950er Jahre.
Literarische Vorlage, Filme und Vermarktung
1904 kreierte Clarence E. Mulford die Figur Hopalong Cassidy und verfasste insgesamt 28 Erzählungen über den raubeinigen und unkultivierten Cowboy.[1] 1935 erschien die erste Verfilmung mit William Boyd in der Hauptrolle. Über die Jahre spielte Boyd den Westernhelden in 66 Filmen. Allerdings basierten die Filme nur lose auf ihrer literarischen Vorlage: Anders als in den Erzählungen war der Leinwandcowboy ein klassischer Held, der weder rauchte noch trank, keine Affären hatte und korrektes Englisch sprach. Die Filmserie wurde zu einem immensen Erfolg, so dass Mulford unter dem Einfluss der Filme seine frühen Erzählungen umschrieb. Bald erschien auch ein Comic-Strip über die Abenteuer von Hoppalong Cassidy und seinem Schimmel Topper.
Die Hopalong-Cassidy-Filme wurden von Paramount Pictures von 1935 bis 1941 produziert und vertrieben, ab 1941 von United Artists. 1944 beendete Produzent Harry Sherman die Film-Reihe. Hauptdarsteller William Boyd sicherte sich nach dem einstweiligen Aus bei Mulford und Sherman die weiteren Rechte an „Hoppy“. Er sah die Zukunft von Figur und Franchise als Fernsehserie und wandte sich an den noch jungen Fernsehsender NBC. Die ersten Ausstrahlungserfolge bewegten NBC, nicht erst auf die Produktion einer eigens erstellten Fernsehserie zu setzen, sondern zunächst die alten Kinofilme weiterzuverwenden. Später wurden auch jeweils halbstündige Episoden einer speziell fürs Fernsehen geschaffenen Hopalong-Cassidy-Serie produziert. Ab 1949 lief Hopalong Cassidy als Westernserie im Fernsehen.
Boyd verkörperte Hopalong Cassidy, bis er weit über 60 Jahre alt war. Er erhielt pro Woche etwa 15.000 Fanbriefe, war mehrfach auf Welttournee und drehte zeitweise pro Woche eine weitere Folge der TV-Serie. Als er sich endgültig von der Figur des Hopalong Cassidy trennte, konnte er sein Filmteam bei der Produktion der Serie Rauchende Colts unterbringen.[1]
Ab 1950 gab es auch eine Radioversion von Hopalong Cassidy bei ABC. Später wurde die Serie von CBS Radio übernommen, wo sie bis 1952 zu hören war. Ab 1950 wurde Hopalong Cassidy auch als verkaufsförderndes Motiv auf Artikeln wie Frühstücksboxen, Geschirr, Kissen, Seife etc. vermarktet. In dieser Zeit erschien die Figur auf den Titelseiten verbreiteter Presseprodukte wie Look, Life und Time.
1951 eröffnete in Venice, Los Angeles der Vergnügungspark Hoppyland als Erweiterung des Venice Lake Park. Trotz zahlreicher Attraktionen und Live-Auftritten Boyds als Hoppy blieb der Erfolg aus und der Park wurde 1954 geschlossen.
Ab 1950 brachten Capitol Records auch eine Serie von Hopalong-Cassidy-„Record-Readers“ heraus. Bis 1966 wurden 16-mm-Filmversionen der alten Kinofilme verkauft.
Nachleben und Rezeption
Die Figur Hopalong Cassidy tritt in Werken der Autoren Louis L’Amour und Susie Coffman auf.
An einigen Stellen des Nachkriegsromans Haus ohne Hüter von Heinrich Böll wird Hopalong Cassidy erwähnt. In dem Lied It’s Beginning to Look a Lot Like Christmas werden Hopalong-Stiefel als Kinderwunsch genannt.
Exponate zu Hopalong Cassidy werden im Autry National Center ausgestellt. Bis 2007 bestand ein Hopalong-Cassidy-Museum in der Nähe von Wichita in Kansas , das allerdings nach der Insolvenz des Betreibers veräußert wurde.