Hopowo
Ort in Westpreußen, seit 1945 Hopowo, Ortsteil von Somonino in Polen
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Hopowo (deutsch Hoppendorf; kaschubisch Hopòwò) ist ein Dorf in der Gmina Somonino im Powiat Kartuski der polnischen Woiwodschaft Pommern.
| Hopowo | ||
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| ? Hilfe zu Wappen |
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| Basisdaten | ||
| Staat: | ||
| Woiwodschaft: | Pommern | |
| Powiat: | Powiat Kartuski | |
| Gmina: | Somonino | |
| Geographische Lage: | 54° 15′ N, 18° 14′ O | |
| Einwohner: | ||
Geographische Lage
Geschichte

Laut einer Urkunde von 1241 überließ Sambor II., Herzog von Pommerellen, die ganze Kastellanei Gorrenczin mit allen ihren achtzehn Dörfern, darunter Wyczychowo, das spätere Fitschkau, dem Landesbischof Michael von Leslau.[1] Während der Ordenszeit war Fitschkau der Vogtei Dirschau zugeordnet.[2] Besitzer von Hoppendorf, das zu Wyczychowo oder Fitschkau gehörte, war um 1780 ein von Roberts.[3]
Am 22. Februar 1875 wurde aus einem Teil des Gutsbezirk Fitschkau im Kreis Karthaus, der den Wohnplatz Hoppendorf umfasste, die neue Landgemeinde Hoppendorf gebildet.[4] Am 1. Juli 1876 wurde in Hoppendorf eine Postagentur eröffnet.[5] 1887 wurde in Hoppendorf eine evangelische Schule eingerichtet.[6]
Am 1. Dezember 1913 wurden auf der 246,7 Hektar großen Gemarkungsfläche der Landgemeinde Hoppendorf 57 viehhaltende Haushaltungen gezählt, die zusammen 38 Pferde, 138 Stück Rindvieh, 19 Schafe und 253 Stück Borstenvieh hielten.[7]
Im Jahr 1919 gehörte Hoppendorf zum Kreis Karthaus im Regierungsbezirk Danzig der Provinz Westpreußen des Deutschen Reichs.
Nach dem Ersten Weltkriegs musste Hoppendorf aufgrund der Bestimmungen des Versailler Vertrag, der die Verlegung des sogenannten Polnischen Korridors durch westpreußisches Territorium vorsah, am 10. Januar 1920 an Polen abgetreten werden.[4] Nach dem Überfall auf Polen 1939 trat das Korridor-Gebiet zum Deutschen Reich, und die bisher polnische Landgemeinde Hopowo wurde am 26. Oktober 1939 in Hoppendorf umbenannt.[4]
- Gebäude im Dorf
- Wohnhaus (2024)
- Innenhof (2024)
Hoppendorf bildete 1945 eine Landgemeinde im Landkreis Karthaus im Regierungsbezirk Danzig im Reichsgau Danzig-Westpreußen des Deutschen Reichs.
Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs besetzte im Frühjahr 1945 die Rote Armee die Region. In Folge des Krieges wurde das Dorf als Hopowo Teil Polens.
Demographie
| Jahr | Einwohner | Anmerkungen |
|---|---|---|
| 1780 | – | adliges Dorf mit fünf Feuerstellen (Haushaltungen), im Besitz eines v. Roberts befindlich[3] |
| 1818 | 50 | adelige Besitzung mit 30 Feuerstellen (Haushaltungen), zur Herrschaft Wyczychowo gehörig, davon 14 Lutheraner und 36 Katholiken[8][9] |
| 1852 | >100 | Dorf[10] |
| 1864 | 203 | am 1. Dezember, Gemeindebezirk[11] |
| 1871 | 245 | am 1. Dezember, Wohnplatz im Gutsbezirk Fitschkau, in 28 Häusern[12] |
| 1875 | 241 | in 35 Wohnhäusern[13] |
| 1880 | 250 | am 1. Dezember, Dorf[14] |
| 1885 | 345 | am 1. Dezember, Landgemeinde, davon 180 Evangelische und 165 Katholiken[15] |
| 1895 | 314 | am 2. Dezember, Landgemeinde, davon 178 Evangelische und 136 Katholiken[16] |
| 1905 | 333 | am 1. Dezember, Landgemeinde, davon 170 Evangelische (sämtlich mit deutscher Muttersprache), 157 Katholiken (sechs mit deutscher, niemand mit polnischer und 151 mit kaschubischer Muttersprache) sowie sechs Juden (mit deutscher Muttersprache)[17] |
| 1910 | 335 | am 1. Dezember, davon 176 mit deutscher Muttersprache (169 Evangelische, fünf Katholiken und zwei Juden), 158 mit kaschubischer Muttersprache (sämtlich Katholiken) und eine Person mit deutscher und einer anderen Sprache[18] |
Kirche
Dorfkirche
Die neue evangelische Dorfkirche in Hoppendorf wurde 1913 im neugotischen Stil fertiggestellt.[19] Das Kirchengebäude wurde 1945 zugunsten der Römisch-katholischen Kirche in Polen zwangsenteignet.
- Ehemalige evangelische Dorfkirche Hoppendorf
- 2007
- 2011
- 2024
- 2013
Kirchspiel bis 1945
Nachdem für die Evangelischen in Karthaus und Umgebung ein neues Kirchengebäude errichtet worden war, wurden die Evangelischen in Hoppendorf 1857 nach Karthaus eingepfarrt.[20] Seit 1895 bestand in Hoppendorf ein eigenes Vikariat, das für die Evangelischen in den Dörfern Bortsch mit Potocka, Fitschkau mit Johannisfeld, Neuhof und Reinholdshof, Hoppendorf, Krönken, Maidahnen und Neuendorf zuständig war.[21] Kirchenbuch-Eintragungen wurden in Hoppendorf für Geburten, Trauungen und Todesfälle seit dem 1. Oktober 1902 vorgenommen.[22]
Das katholische Kirchspiel war in Gorrenschin.
