Horst Luther
deutscher Chemiker und Hochschullehrer
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Horst Luther (* 20. Februar 1913 in Wreschen; † 25. Mai 1970 in Clausthal-Zellerfeld) war ein deutscher Chemiker und Hochschullehrer.
Leben
Horst Luther studierte Chemie und Maschinenbau in Breslau an der Universität Breslau, wo er 1939 mit seiner Arbeit „Die quantitative Analyse der gesättigten Paraffinkohlenwasserstoffe durch Adsorption und Desorption“ zum Dr.-Ing. promovierte. Luther schloss sich 1933 der SA an, am 3. Juni 1937 beantragte er die Aufnahme in die NSDAP und wurde rückwirkend zum 1. Mai desselben Jahres aufgenommen (Mitgliedsnummer 4.656.541).[1] Nach der Promotion folgte eine kurze Industrietätigkeit und Kriegsdienst im Zweiten Weltkrieg. 1944 wurde er Oberassistent am Chemischen Institut der Reichsuniversität Posen. 1945 begann Luther seine Habilitationsschrift „Die Anwendung physikalisch-chemischer Analysenmethoden auf die Untersuchung des Aufbaus von Mineralölen und einigen synthetischen Mineralölkomponenten aus der Naphthalinreihe“ an der Georg-August-Universität Göttingen, die er nach einem Wechsel 1947 an die Technische Hochschule Braunschweig 1948 abschloss. In Braunschweig war er zunächst als Oberassistent am Institut für Chemische Technologie, nach erfolgter Habilitation als Privatdozent für Chemische Technologie und physikalische Chemie und schließlich ab 1953 als nicht beamteter apl. Professor für Bergbau und Hüttenwesen tätig.
1958 erhielt Luther den Ruf als Nachfolge von Heinrich Hock auf den Lehrstuhl für Brennstoffchemie und Brennstofftechnik der Bergakademie Clausthal. Hier war er auch Dekan sowie von 1966 bis 1968 und nochmals 1970 bis zu seinem Tod im selben Jahr Rektor. In diese Zeit fiel die Umwandlung der Bergakademie zunächst zur Technischen Hochschule und schließlich Technischen Universität. Zudem erfolgte die Einrichtung eines Sonderforschungsbereiches Erdöltechnik.
1967 erhielt Luther die Carl-Engler-Medaille der DGMK Deutschen Wissenschaftlichen Gesellschaft für Erdöl, Erdgas und Kohle für „Untersuchung, Verarbeitung und Anwendung des Erdöls, Erdgases und der Kohle“.[2] 1969 leitete er den Forschungsausschuss der DGMK zur Neuausrichtung mit dem Schwerpunkt Gemeinschaftsforschung und war 1969/1970 Mitglied im Vorstand der DFMK. Noch 1970 wurde er zusätzlich zum Direktor des Instituts für Erdölforschung in Hannover ernannt.
Luthers Forschungsgebiete umfassten Mineralöl-Analytik, die Oxidation und Cyclisierung von Kohlenwasserstoffen, die Wirkungsweise von Schmierölzusätzen, die Vorgänge bei der motorischen Verbrennung, die Reinhaltung der Luft von den Abgasen der Verbrennungskraftmaschinen sowie die Kohlen-Pyrolyse.
Auf dem Feldgraben-Campus der TU Clausthal ist das Horst-Luther-Hörsaalgebäude nach ihm benannt,[3][4] es ist Teil des kommenden Chemie Campus Clausthal.[5]
Weblinks
- Prof. Dr.-Ing. habil. Horst Luther. (PDF; 45 KB) DGMK
- Eintrag von "Horst Luther". In: Braunschweiger Professor*innenkatalog. TU Braunschweig