Horst Waffenschmidt

deutscher Politiker (CDU), MdL, MdB From Wikipedia, the free encyclopedia

Horst Waffenschmidt (* 10. Mai 1933 in Düsseldorf; † 7. Mai 2002 in Frechen bei Köln[1]) war ein deutscher Politiker (CDU).

Horst Waffenschmidt

Er war von 1982 bis 1997 Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister des Innern und von 1988 bis 1998 Aussiedlerbeauftragter der Bundesregierung.

Ausbildung und Beruf

Horst Waffenschmidt wurde als Sohn von Elisabeth Waffenschmidt, geborener Jacobs, und des Oberregierungsrats Johannes Waffenschmidt geboren, Nach dem Abitur 1954 in Waldbröl m Hollenberg-Gymnasium absolvierte er ein Studium der Rechts- und Staatswissenschaften in Bonn und Köln, welches er 1958 mit dem ersten und 1963 mit dem zweiten juristischen Staatsexamen beendete. 1962 erfolgte an der Universität Bonn seine Promotion zum Dr. jur. mit der Arbeit Die äußere Trennung und innere Selbständigkeit der Bundeslegislative und Bundesexekutive in der Bundesrepublik Deutschland.

Im Jahr 1963 trat er als Assessor in die Verwaltung des Landschaftsverbandes Rheinland ein und war bis 1964 Leiter der Abteilung Verwaltung und Recht beim Landesstraßenbauamt Köln. Von 1964 bis 1971 war Waffenschmidt dann Gemeindedirektor der Gemeinde bzw. ab 1969 der Großgemeinde Wiehl und von 1971 bis 1972 Stadtdirektor in der Stadt Wiehl. Ab 1973 war er als Rechtsanwalt zugelassen.

Waffenschmidt war von 1973 bis 1979 Erster Vizepräsident und von 1979 bis 1981 Präsident des Deutschen Städte- und Gemeindebundes in Düsseldorf.

Familie

Horst Waffenschmidt war evangelisch, ab 1958 verheiratet mit Ilse Waffenschmidt, geborener Reitmeister, und hatte vier Kinder (Ute, Elke, Susanne und Christoph). Sein Sohn, Christoph Waffenschmidt, war Bürgermeister der nordrhein-westfälischen Stadt Waldbröl im Bezirk Köln und von 2007 bis 2023 Geschäftsführer von World Vision Deutschland.[2]

Partei

1954 trat er der CDU bei und war ab demselben zeitweise Vorstandsmitglied der Jungen Union Rheinland, an 1967 stellvertretender Landesvorsitzender im Rheinland. Von 1962 bis 1998 gehörte Waffenschmidt dem Landesvorstand der CDU in Nordrhein-Westfalen an. Von 1973 bis 1998 war er außerdem Mitglied des CDU-Bundesvorstandes.

Waffenschmidt war von 1973 bis 1997 Bundesvorsitzender der Kommunalpolitischen Vereinigung der CDU und CSU Deutschlands und anschließend deren Ehrenvorsitzender. Bis 1989 stand er dem Evangelischen Arbeitskreis der CDU Rheinland vor.

Abgeordneter

Waffenschmidt gehörte von 1961 bis 1964 dem Kreistag des Oberbergischen Kreises und von 1964 bis 1969 sowie von 1975 bis zu seinem Tod dem Rat der Stadt Waldbröl an.

Von 1962 bis 1972 war Waffenschmidt daneben Mitglied des Landtags von Nordrhein-Westfalen. Hier war er ab 1970 zeitweilig auch stellvertretender Vorsitzender der CDU-Fraktion.

Von 1972 bis 1998 war Waffenschmidt Mitglied des Deutschen Bundestages. Hier war er von 1974 bis 1982 Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Kommunalpolitik der CDU/CSU-Bundestagsfraktion und in dieser Funktion von 1980 bis 1982 Mitglied des Fraktionsvorstandes.

Horst Waffenschmidt ist stets als direkt gewählter Abgeordneter des Wahlkreises Oberbergischer Kreis in den Bundestag eingezogen. Zuletzt erreichte er hier bei der Bundestagswahl 1994 48,8 % der Erststimmen.

Im Rahmen der Gebetsfrühstücksbewegung gehörte er mit dem ehemaligen Mitglied des Baden-Württembergischen Landtags Rudolf Decker und dem Verleger Friedrich Hänssler zu den Initiatoren des Internationalen Gebetsfrühstücks in Berlin, einer jährlichen Zusammenkunft, die mit dem Nationalen Gebetsfrühstück in den USA vergleichbar ist.[3] Zudem gehörte er zu den Initiatoren des fraktionsübergreifenden Gebetsfrühstückskreises im Bundestag.

Öffentliche Ämter

Am 4. Oktober 1982 wurde Waffenschmidt als Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister des Innern in die von Helmut Kohl geführte Bundesregierung berufen. Am 15. Mai 1997 schied er aus der Regierung aus. Daneben war Horst Waffenschmidt vom 28. September 1988 bis zum 2. Dezember 1998 Beauftragter der Bundesregierung für Aussiedlerfragen und verdiente sich hier die Bezeichnung „Apostel der Russlanddeutschen“.[4]

Mehrere Jahre war Waffenschmidt ab 1972 Mitglied der Landessynode sowie von 1973 bis 1989 Mitglied der Kirchenleitung der Evangelischen Kirche im Rheinland. Zudem war er Rotarier.

Ehrungen

Kabinette

Literatur

  • Waffenschmidt. Horst. In: Walter Habel (Hrsg.): Wer ist wer? Das deutsche Who’s who. 24. Ausgabe. Schmidt-Römhild, Lübeck 1985, ISBN 3-7950-2005-0, S. 1294.

Einzelnachweise

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