Hot and high

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Hot and High (englisch: heiß und hoch) ist ein Begriff aus der Luftfahrt und wird für zwei unterschiedliche, ungünstige Zustände verwendet:

  • Ein Flugplatz hat sowohl eine hohe Lufttemperatur (hot) und gleichzeitig einen größere Höhe (high) über MSL. Beides reduziert die Dichte der Luft. Dadurch ist die Leistung des Antriebes reduziert bei gleichzeitig erhöhter Mindestgeschwindigkeit des Flugzeuges.
  • Flugzeug ist beim Anflug zu schnell (hot) und zu hoch (high) über dem Landflughafen, hat damit noch zu viel Energie abzubauen, um einen stabilisierten Anflug durchzuführen (Coming in hot and high, hot and high approach)

Geringe Luftdichte

Weitere Informationen ...
Temp.
Dichte
@MSL
(kg/m³)
Höhe
MSL
Dichte
@0°C
(kg/m³)
00°C1,290km1,29
10°C1,251km1,15
20°C1,202km1,01
30°C1,163km0,89
40°C1,134km0,79
50°C1,095km0,69
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Weitere Informationen Luftfeuch- tigkeit, Dichte (kg/m³) ...
Temperatur 40°C, Druck 1013 hPa
Luftfeuch-
tigkeit
Dichte
(kg/m³)
davon O2
(kg/m³, Ma%)
000%1,1280,263 (23,3%)
100%1,1040,238 (21,6%)
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Hot and High beschreibt hier folgenden Bedingungen:

  • hohe Lufttemperaturen
  • (möglicherweise auch hohe Luftfeuchtigkeit)
  • große Höhe des Flugplatzes über MSL
  • (möglicherweise auch ein bestehendes Tiefdruckgebiet)

All diese Bedingungen führen zu einer geringen Luftdichte (Luftfeuchtigkeit zusätzlich zu verringertem Sauerstoffgehalt). Der Einfluss dieser beiden Größen wird gerne in eine Dichtehöhe umgerechnet, die der Höhe bei gleicher Luftdichte und Standardatmosphäre entspricht.[1]

Start und Landung unter solchen Bedingungen stellen für Flugzeuge eine besondere Herausforderung dar, da der Auftrieb, der proportional zur Luftdichte ist, unter sonst gleichen Randbedingungen kleiner ist. Die verfügbare Triebwerksleistung hängt ebenfalls von der Luftdichte ab. Dies kann unter Umständen dazu führen, dass Flugzeuge nicht mit dem sonst zulässigen maximalen Startgewicht (MTOW) starten dürfen oder längere Start- und Landestrecken benötigen. Zu geringe Leistungsreserve für einen ausreichenden Steigflug über naheliegende Hindernisse ist Ursache vieler Unfälle auf Flugplätzen in Bergregionen.[1][2][3]

Insbesondere Hubschrauber sind durch diese Bedingungen in ihrer Flugleistung begrenzt. Während Flugzeuge dünne Luft im Reiseflug durch entsprechend höhere Geschwindigkeiten kompensieren können, müssen Hubschrauber diesen Effekt durch eine höhere (Dauer-)Triebwerksleistung ausgleichen. Auch bei Hubschraubern verringert sich die Zuladung durch derartige Bedingungen. Außerdem kann der Heckrotor an seine Leistungsgrenze kommen, was einen stationären Schwebeflug ab einer bestimmten Höhe verhindert.[4]

Hot-and-High-Versuche sind fester Bestandteil der Flugerprobung neuer Flugzeugtypen. Zu diesem Zweck häufig angeflogene Flugplätze sind:[5][6]

Zu steiler und schneller Anflug

Weitere Informationen Höheüber Airport, pot.Energie (kJ/kg) ...
Höhe
über
Airport
pot.
Energie
(kJ/kg)
Ge-
schwin-
digkeit
kin.
Energie
(kJ/kg)
00.000 ft00,0100 kn1,3
02.000 ft06,0125 kn2,1
04.000 ft12,0150 kn3,0
06.000 ft17,9175 kn4,1
08.000 ft23,9200 kn5,3
10.000 ft29,9225 kn6,7
12.000 ft35,9250 kn8,3
Vollbremsung aus 125 km/h:0,6
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Der Begriff "Hot and High" wird außerdem gern für einen zu spät eingeleiteten Landeanflug verwendet, bei dem das Flugzeug Probleme hat, seine Energiebilanz für die Landung abzubauen.

Bedingungen:

  • Flugzeug ist zu schnell in dieser Phase des Landeanfluges
  • ... insbesondere, wenn verbunden mit Rückenwind
  • Flugzeug ist zusätzlich noch zu hoch

Was kann getan werden:

  • Speedbrakes/Spoiler zeitiger ausfahren
  • Triebwerkleistung reduzieren
  • Fahrwerk zeitiger ausfahren
  • Flaps zeitiger setzen – erst nach Geschwindigkeitsreduktion, um Strukturschutz zu gewährleisten.
  • Sinkrate erhöhen – ggf. steilerer Sinkflug
  • Holding Pattern oder Vectors vom ATC, die den Gleitpfad verlängern
  • Go-Around erwägen – wenn Stabilisierung vor Minimums nicht möglich ist

Einzelnachweise

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