Hugo Charlemont
österreichischer Maler
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Leben
Charlemont war ein Sohn des Miniaturmalers Matthias Adolf Charlemont (1820–1872)[2] und der Bruder der Maler Eduard Charlemont (1848–1906)[3] und Theodor Charlemont (1859–1938).[4] Er sollte eigentlich eine Beamtenlaufbahn absolvieren, studierte jedoch ab 1873 das Kunsthandwerk an der Akademie der bildenden Künste und war Schüler des Landschaftsmalers Eduard von Lichtenfels. Bei Arthur William Unger erlernte er Drucktechnik und die Kunst der Radierung. Es folgte ein Studienaufenthalt den Niederlanden, ehe er sich bei seinem Bruder Eduard und bei Hans Makart in Wien künstlerisch weiterbildete. Er hielt sich mehrere Jahre in Venedig auf und galt bei seinen Zeitgenossen bald als vielseitiges Talent. Er widmete sich den unterschiedlichsten Bildthemen, wie Innenraumansichten und der Landschafts-, Stillleben-, Tier-, Genre- oder Porträtmalerei. Neben Ölbildern schuf er auch zahlreiche Aquarelle und Gouachen, teilweise verwendete er auch einen trockenen „Raffaelli-Ölstift“.
Seine Bilder befinden sich in zahlreichen Museen in Budapest, Chicago, Prag oder Wien (Naturhistorisches Hofmuseum und Moderne Galerie), in kaiserlichem Besitz oder im Hofburgtheater, wo er die Deckengemälde des Büfettsaales (Gaben und Früchte der Erde) ausführte. Charlemont nahm in Berlin, Düsseldorf, Florenz, München, Wien und anderen großen Ausstellungen teil.[5]
Familie

Charlemont war mit Franziska (geborene Lembock, 1857 – 27. Juni 1931) verheiratet und hatte fünf Kinder
- Alice Charlemont (21. März 1885 – 18. Februar 1939) ⚭ am 2. September 1907 mit Gustav Donath, mit dem sie einen Sohn hatte[6]
- Faust Charlemont wurde Arzt
- Lilly Charlemont (2. April 1890 – 1. November 1981) war Künstlerin.[7][8]
- Erwin Charlemont (23. Dezember 1892 – 19. August 1940)
- Clariss Vanicek-Charlemont (12. März 1899 – 4. Juli 1957)
Charlemont ruht in einem ehrenhalber gewidmeten Grab auf dem Döblinger Friedhof (Gruppe 23, Reihe 12, Nummer 13) in Wien.[1]
Werke (Auswahl)

- Interieur einer Hammerschmiede (Wien, Österreichische Galerie Belvedere, Inv. Nr. 2784), 1883, Öl auf Holz, 48,5 × 70 cm
- Landstraße mit Birkenallee (Wien, Österreichische Galerie Belvedere, Inv. Nr. 253), 1894, Öl auf Holz, 68 × 100 cm
- Park einer vornehmen Wiener Villa (Wien Museum), 1902, Öl auf Leinwand, 145 × 100 cm
- Junge Frau mit Azaleenstock (Wien Museum), 1928, Öl auf Leinwand, 68 × 83 cm
- Aulandschaft mit Teich (Private Sammlung in Colorado), 1922, Öl auf Leinwand, 36 × 26 cm
Porträts
- Kaisers Franz Joseph als König von Böhmen
- Königin Natalie von Serbien
Illustrationen
- Die Österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild. 1885–1902 (Kronprinzenwerk).
Rezeption
- Charlemont ist das Vorbild für den Malers van Helmond in Robert Musils Roman Der Mann ohne Eigenschaften. Alice Charlemont, seine ältere Tochter, kehrt im Roman als Clarisse wieder.
Literatur
- Charlemont, Hugo. In: Friedrich von Boetticher (Hrsg.): Malerwerke des 19. Jahrhunderts. Beitrag zur Kunstgeschichte. Band 1/1, Bogen 1–30: Aagaard–Heideck.. Fr. v. Boetticher’s Verlag, Dresden 1891, S. 166–167 (Volltext [Wikisource]).
- Wilhelm Schram: Charlemont, Hugo. In: Ulrich Thieme (Hrsg.): Allgemeines Lexikon der Bildenden Künstler von der Antike bis zur Gegenwart. Begründet von Ulrich Thieme und Felix Becker. Band 6: Carlini–Cioci. E. A. Seemann, Leipzig 1912, S. 392–393 (Textarchiv – Internet Archive).
- Charlemont, Hugo. In: Hans Vollmer (Hrsg.): Allgemeines Lexikon der bildenden Künstler des XX. Jahrhunderts. Band 1: A–D. E. A. Seemann, Leipzig 1953, S. 423 (Textarchiv – Internet Archive – Leseprobe).
- Charlemont Hugo de. In: Österreichisches Biographisches Lexikon 1815–1950 (ÖBL). Band 1, Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Wien 1957, S. 141.
- Felix Czeike (Hrsg.): Charlemont Hugo. In: Historisches Lexikon Wien. Band 1, Kremayr & Scheriau, Wien 1992, ISBN 3-218-00543-4, S. 562 (Digitalisat).
- Charlemont, Hugo. In: Rudolf Vierhaus (Hrsg.): Deutsche Biographische Enzyklopädie. 2., überarbeitete und erweiterte Auflage. Band 2: Brann–Einslin. K. G. Saur, München 2005, ISBN 3-598-25032-0, S. 318–319 (books.google.de – Leseprobe).
- Robert Janás: Bratři Charlemontové – makartovské tendence v moravské malbě. Forum Brunense 2017, ISBN 978-80-86549-71-2, S. 19–37.
Weblinks
- Eintrag zu Hugo Charlemont im Austria-Forum (im AEIOU-Österreich-Lexikon)
- Hugo Charlemont (österreichisch, 1850–1939) artnet.de
