Hugo Schneider

deutscher Maler und Architekt From Wikipedia, the free encyclopedia

Hugo Schneider (* 12. März 1841 in Kassel; † 24. Dezember 1925 ebenda) war ein deutscher Architekt, Maler und Hochschullehrer, der insbesondere mit seinen Kirchenbauten bekannt wurde. Zahlreiche seiner Bauwerke sind erhalten und stehen unter Denkmalschutz.

Leben

Hugo Schneider begann sein Studium an der Höheren Gewerbeschule Kassel bei Georg Gottlob Ungewitter. Gleich nach Beendigung seiner Ausbildung bekam er eine Stelle an der Kölner Dombauhütte und konnte hier unter der Leitung von Richard Voigtel am Ausbau des Kölner Doms mitarbeiten. Im Jahr 1864 wechselte er zur Wiener Dombauhütte unter Friedrich von Schmidt, um seine Kenntnisse zu vertiefen. Im Folgejahr machte sich Schneider in Aachen als Architekt selbständig, wo er an der Neugestaltung der Raumdekoration des Aachener Doms mitwirkte und insbesondere für die neogotische Altarausstattung verantwortlich war. Ab 1867 arbeitete er bei George Gilbert Scott in London. Dort muss er auch promoviert haben, denn anschließend führte er den akademischen Grad Dr.[1] Von 1874 bis 1879 lebte er in Düsseldorf und widmete sich der Malerei; dort war er Mitglied der Künstlervereins Malkasten.[2] Im Jahr 1879 erhielt Schneider eine Professur an der Kunstakademie Kassel als Nachfolger von Heinrich Dehn-Rotfelser. Zwischen 1908 und 1912 bereiste er mehrfach Italien.[3]

Teile seinees Nachlasses befinden sich in den Sammlungen der Museumslandschaft Hessen Kassel, darunter ein Bestand von etwa 260 Architekturzeichnungen.[4]

Werk

Sakralbauten

Nach Plänen Schneiders wurden die Kirchen St. Simon und Judas Thaddäus in Otzenrath[5], die Lutherkirche in Kassel, St. Marien in Wiesbaden-Biebrich und die Petrikirche in Herford errichtet. Außerdem gestaltete er die Türme der Martinskirche in Kassel im neogotischen Stil um.[6]

Im Jahr 1888 wurde Hugo Schneiders Entwurf in einem Architekturwettbewerb um die Gestaltung der Kölner Domportale prämiert; er gestaltete vier Bronzetüren der West- und Südseite des Doms.

In Aachen konnte Schneider nochmals am Münster tätig werden – er war verantwortlich für die Umgestaltung des Glockenturms im neogotischen Stil.

Sonstiges

Ferner schuf Hugo Schneider den Löwenbrunnen am Kasseler Friedrich-Wilhelms-Platz (heute Scheidemannplatz) und das Popperöder Brunnenhaus in Mühlhausen/Thüringen.[7] 1872 wurde der Heinrichsbrunnen in Meiningen eingeweiht. Der Marktbrunnen in Lübeck entstand 1873 in Zusammenarbeit mit dem Bildhauer Wilhelm Pohl und wurde 1934 beseitigt.

Für die Publikation Rheinlands Baudenkmale des Mittelalters – Ein Führer zu den merkwürdigsten mittelalterlichen Bauwerken am Rheine und seinen Nebenflüssen, die zwischen 1868 und 1875 in mehreren Teilen erschien, fertigte Hugo Schneider Aufnahmen und Zeichnungen.

Für Keyenberg schuf er den Altar der schmerzhaften Mutter und 1868 den St.-Josef-Altar in der Heilig-Kreuz-Kirche.[8]

Schneider kombinierte die Herstellung von Kunstgegenständen mit der Gestaltung von Bauwerken, so ist im Internet ein Wappen beschrieben, das er für die Tür des Kölner Doms gestaltet hat.[1]

Auszeichnungen

1910: preußischer Roter-Adler-Orden III. Klasse mit Schleife[9]

Literatur

Einzelnachweise

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