Hussenstein

Gedenkstein für Jan Hus in Konstanz From Wikipedia, the free encyclopedia

Der Hussenstein ist ein mehrere Hundert Kilogramm schwerer schwarzer Kalkstein, den eine Konstanzer Bürgerinitiative 1862 an dem vermuteten Ort der Verbrennung der böhmischen Gelehrten Jan Hus und Hieronymus von Prag während des Konstanzer Konzils (1414–1418) platzierte. Der Hussenstein zählt zu den ersten Hus-Gedenkstätten im 19. Jahrhundert außerhalb Böhmens, der sich in der Folgezeit zu einem bedeutenden Wallfahrtsort entwickelte.

Seitenansicht des Hussensteins (2025)

Es ist nicht gesichert, dass sich der Hussenstein am tatsächlichen Ort der Verbrennung befindet. Es existieren weitere Lokalisierungsvorschläge, sie begrenzen sich jedoch alle auf ein Areal wenige hundert Meter um den Hussenstein.[1]

Die Geschichte des Hussensteins

Die Geschichte des Hussensteins ist untrennbar mit der Rezeptionsgeschichte zu Jan Hus verknüpft, dessen Person im Laufe der Jahrhunderte mehrere historische Neubewertungen erhielt. Obwohl Jan Hus generationenübergreifend die Menschen interessierte und polarisierte, gab es Schwankungen im historischen Interesse zu seiner Persönlichkeit. Der Bibliothekar und Geschichtsprofessor Josua Eiselein konstatierte in der Einleitung seiner Abhandlung Begründeter Aufweis des Plazes bei der Stadt Constanz auf welchem Johannes Hus und Hieronymus von Prag in den Jahren 1415 und 1416 verbrannt worden:

„Jeder Fremde von einiger Bildung, der seit vier Jahrhunderten seinen Fuß in die Gaßen von Constanz sezte, frug alsbald nach dem Plaze, auf welchen diese Märtyrer der Wahrheit, oder diese vermaledeiten Kezer ihren Tod erlitten haben. Mit nicht geringer Verwunderung aber hœrten die wißbegierigen Wanderer die schwankenden und mit sichtbarer Verlegenheit vorgebrachten Antworten, die ihnen auf ihre Frage zu Theil wurden, weil seit beinahe dreihundert Jahren niemand mit Wahrscheinlichkeit den Plaz, wo die Hinrichtung vollzogen ward, genau in einem eng begränzten Raume anzugeben oder vor Augen zu weisen im Stande war.“[2]

Mehrere Zeitgenossen Eiseleins beschäftigten sich im 19. Jahrhundert mit der Frage, wo Jan Hus und Hieronymus von Prag verbrannt wurden. Ihre Schwierigkeiten bei der Ortsbestimmung liegen in den Quellenaussagen des 15. Jahrhunderts und den historischen Veränderungen des Terrains der Stadt Konstanz begründet.[3]

Mittelalterliche Quellenlage zum Verbrennungsort

Der Konstanzer Bürger Ulrich Richental war ein Zeitzeuge des Konstanzer Konzils und auch bei den Verbrennungen des Jan Hus (6. Juni 1415) und des Hieronymus von Prag (31. Mai 1416) anwesend. Richental beschreibt von allen mittelalterlichen Quellen noch am detailliertesten den Weg von Jan Hus zur Hinrichtungsstätte:

„Die Konstanzer führten ihn aus der Stadt mit mehr als tausend Bewaffneten, und auch die Laienfürsten und Herren trugen alle Waffen. […] So führte man ihn zum Geltingertor hinaus, und wegen des großen Gedränges musste man ihn um Richmans Widen Haus herum zum Brühl führen. […] Dann führte man ihn auf das kleine innere Außenfeld bis in die Mitte. […] Und als er über die kleine Brücke zum inneren Außenfeld kam und das Holz, Stroh und Feuer sah, fiel er dreimal auf die Knie und sprach laut: „Jesus Christus, Sohn des lebendigen Gottes, der du für uns gelitten hast, erbarme dich meiner! (Jesu Christe, fili Dei vivi, qui passus es pro nobis, misere mei)“.[4]

Rot markierter Weg von Jan Hus vom Münster zum kleinen Brühl außerhalb der Stadtmauern

Nach Richentals Aussage begann Jan Hus den Weg zu seiner Hinrichtungsstätte vom Münster aus, wo man ihn als Ketzer verurteilt hatte. Sein Weg führte ihn vom Münsterplatz über den Sankt-Stephans-Platz bis zum inneren Paradieser Tor. Nach dem Verlassen der Stadtmauern ging er auf einem Weg in Richtung des äußeren Paradieser Tors, das nach Gottlieben führte. Dort befand sich auf der südlichen kleineren Grünfläche des Brühls in der Mitte der Platz für die Verbrennung.

Die Wegbeschreibung Richentals deckt sich mit dem Bericht des Peter von Mladoniowitz, eines Anhängers von Hus, der ebenfalls bei der Hinrichtung anwesend war. Die Schwierigkeit bei der Verortung der Hinrichtungsstätte auf dem kleineren Feld des Brühls liegt zum einen darin begründet, dass sich das Terrain mitsamt den genannten Gebäuden verändert hat. Zum anderen existieren keine aussagekräftigen Stadtansichten aus der Zeit des Konstanzer Konzils.

Vorgeschichte zum Hussenstein

Vedute von Konstanz (1633) mit Hinweis auf den Ort der Verbrennung des Jan Hus

Detaillierte Stadtpanoramen zu Konstanz sind erst ab dem Anfang des 17. Jahrhunderts überliefert. Ein wichtiger Ausgangspunkt für die Verortung der Verbrennungsstätte bildet Matthäus Merians Eigentliche Contrafactur der Stadt Constanz am Bodensee wie solche während der Belagerung Anno 1633 im Wesen gestanden. Dort ist in der Legende unter Punkt 16 genannt: „Capuciner Closter. Steht an dem Ohrt, da Iohann Huß uerbrent worden.“

Die Aussage stimmt mit einem Eintrag aus der Chronik des Kapuzinerklosters aus dem Jahr 1602 überein: Das Kloster sollte an dem Ort gebaut werden, „auf dem ehemals Johannes Hus für seine Verbrechen die Strafe im Feuer litt“.[5] Es würde daher Sinn ergeben, dass ein Kloster eines römisch-katholischen Bettelordens an der angenommenen Hinrichtungsstätte des Jan Hus gebaut wurde, um die Entstehung eines protestantischen Wallfahrtsorts zu verhindern. Josua Eiselein bezweifelte im 19. Jahrhundert aus religiös-pietistischen Gründen, dass der Ort einer Hinrichtungsstätte und dem Entsorgungsplatz für Tierkadaver für das Klosterareal ausgewählt wurde.[6] Aus Verteidigungsgründen musste das Kloster gegen Ende des Dreißigjährigen Krieges wieder abgerissen werden, so dass es in der Folgezeit nicht mehr zur Bestimmung des Verbrennungsorts dienen konnte.

Politischer Kontext für die Errichtung des Hussensteins

Nach dem Wiener Kongress (1815) setzten die europäischen Machthaber auf einen Politikstil der Restauration und Repression, um liberale und nationale Bewegungen zu unterdrücken. Die Deutschen Liberalen deuteten Jan Hus in dieser Zeit der Aufklärung als einen „Vorkämpfer für die Gewissensfreiheit“[7] und es fand damit eine Neubewertung seiner Person statt. Die historische Erinnerung an Jan Hus erlebte wieder einen Aufschwung.

Hus-Rezeption in den böhmischen Ländern (19. Jahrhundert)

Insbesondere in den böhmischen Ländern setzte im 19. Jahrhundert eine besondere Wertschätzung gegenüber Jan Hus ein. Nach Ansicht von Jiři Kořalka sahen Tschechen in Hus „nicht nur einen Märtyrer für Glaubensfreiheit, sondern darüber hinaus in ihm eine nationale Integrationsfigur“.[8] Innerhalb der sich formierenden tschechischen Nationalbewegung erblickten liberale und demokratische Strömungen in Hus einen bedeutenden nationalen Märtyrer.

Bereits vor der Platzierung des Hussensteins besuchten vereinzelt tschechische Landsleute Konstanz, um den dort verbrannten Böhmen ihren Respekt zu erweisen. František Dittrich, ein Prager Holzhändler und später Bürgermeister Prags, besuchte Konstanz 1856. Von seinem Besuch am angenommenen Ort der Verbrennung berichtet Dittrich:

„Die Erinnerung an das tragische Geschehen, den Feuertod unseres Landsmannes hier vor 450 Jahren, rief in uns ein schmerzliches Gefühl hervor, das sich in nachdenklichem Schweigen bei uns allen äußerte, als hätten wir uns verabredet.“[9]

Erste Versuche für ein Hus-Denkmal

Der liberal gesinnte Konstanzer Bürgermeister Karl Hüetlin verfolgte ambitioniert das Vorhaben, ein „großartiges Denkmal“ an der Hinrichtungsstätte des Jan Hus und des Hieronymus von Prag zu platzieren. Hüetlin verfasste 1834 eine Denkschrift, in der er Jan Hus als „Identifikationsfigur für den Geist einer großen europäischen Versöhnung“[10] präsentierte. Das Vorhaben eines „großartigen Denkmals“ an Hus‘ und Hieronymus‘ Verbrennungsort konnte Hüetlin jedoch nicht realisieren, da das österreichische Außenministerium intervenierte. Hüetlin erhielt stattdessen die Anweisung alles zu unterlassen, „was zu diesem Gegenstand Bezug habe“.[11]

Karl Hüetlin beließ es nicht bei diesem einen Versuch, der Erinnerungskultur an Jan Hus in Konstanz sichtbaren Ausdruck zu verleihen. Im Dezember 1840 ließ er ein neu gebautes Dampfschiff auf den Namen „Jan Hus“ taufen. Abermals intervenierten jedoch Vertreter der Regierung Badens. Sie befürchteten, das Schiff würde keine Landeerlaubnis in Bayern und Österreich erhalten. Aus politischen Gründen taufte man das Dampfschiff „Jan Hus“ um und gab ihm den Namen „Helvetia“.[12]

Nach der Niederlage badischer Revolutionstruppen 1849 endeten diese Bemühungen liberaler Bürger in Konstanz. Karl Hüetlin zog sich aus der Politik zurück. Es dauerte mehr als 10 Jahre bis Konstanzer Bürger neue Versuche unternahmen, um Jan Hus und Hieronymus von Prag eine Gedenkstätte zu errichten. Die politischen Rahmenbedingungen dafür schuf Großherzog Friedrich I. von Baden, der liberale Reformen in Baden implementierte und den Einfluss der katholischen Kirche zu begrenzen versuchte.

1861 formierte sich in Konstanz eine Bürgerinitiative mit dem Ziel, am vermuteten Ort der Verbrennung einen Gedenkstein zu platzieren. In Zusammenarbeit mit dem Konstanzer Gemeinderat trafen beide Gremien den Entschluss: „[…] so sei es doch jedenfalls an der Zeit und liege im Interesse der Stadt Constanz, an die Stelle einen mit einer einfachen Inschrift versehenen Denkstein zu setzen, wo Huß für seine religiöse Überzeugung seinen edlen Geist auf dem Scheiterhaufen aushauchen mußte“.[13]

Da sich die Ausführung des Beschlusses im Gemeinderat verzögerte, entschied sich die Konstanzer Bürgerinitiative, die entstehenden Kosten für einen Gedenkstein und Transport über eine freiwillige Subskription selbst zu finanzieren. Zu den Spendern zählten laut der Lokalpresse prominente Konstanzer Bürger, wie der Bürgermeister Stadler, Industrielle wie Macaire und Herosé, aber auch Geldgeber aus den USA.[14]

Ein Beispiel für den politischen Gegenwind zu diesem Vorhaben und die weiter bestehende ablehnende Haltung gegenüber Jan Hus spiegelt ein Artikel des Karlsruher Anzeigers aus dem Jahr 1862 wider:

Die „Errichtung eines „Monumentes [sei] eine starke Zumuthung an eine Regierung[…]“. Hus habe „Behauptungen der sonderbarsten und gefährlichsten Art gethan, die man auch gegen die weltliche Macht des Kaisers und jedes Fürsten habe missdeuten und missbrauchen können und deshalb habe er nach den damaligen Gesetzen hingerichtet werden müssen.“[15]

Die Konstanzer Bürgerinitiative rechtfertigte ihr Anliegen mit den Worten:

„Es ist daher gewiss kein Vergehen gegen irgendeine Religionsgemeinschaft noch gegen den Staat, sondern nur ein der gebildeten, für geschichtliche Ereignisse sich interessierenden Menschheit schuldiges Opfer, wenn endlich nach mehr als 400 Jahren die Stätte, wo ein so blutiges und folgenschweres Drama der Geschichte abgespielt wurde, mit einem Stein bezeichnet und der Nachwelt überliefert wird.“[16]

Da vergangene Versuche für einen Gedenkstein an der Hinrichtungsstätte scheiterten, entschied sich die Bürgerinitiative schnell zu handeln.

Herkunft und Transport des Hussensteins

Seitenansicht des Hussensteins mit Angaben zum Fundort und Datum der Platzierung

Bei Bauarbeiten für die Gleisverbindung nach Konstanz kam ein mehrere hundert Zentner schwerer Findling bei Hegne zum Vorschein. Findlinge fanden trotz ihres Gewichts auch zahlreich Verwendung als Gedenksteine. Das Komitee entschied sich dazu, den mehrere Tonnen schweren schwarzen Kalkstein zu kaufen und seinen Transport nach Konstanz in die Wege zu leiten.

Auch in Zeiten der Industrialisierung stellte der Transport eines so schweren Steins die Zeitgenossen vor Probleme. Der Transport des Findlings von Hegne aus nach Konstanz erfolgte mit der ersten Dampflokomotive auf dieser Strecke, die den Namen James Watt trug. Nach Zeitungsberichten brachen kurz vor dem Konstanzer Bahnhof am Konzilsgebäude zwei Achsen, weshalb sich der weitere Transport hinauszögerte und mit Tierkraft erfolgen musste.

Die öffentliche Grundsteinlegung des schwarzen Kalksteins als Gedenkstein mit den eingeschliffenen Namen der böhmischen Gelehrten fand am 8. Oktober 1862 statt. Bereits ein halbes Jahr zuvor hatte die Lokalpresse das Vorhaben mit bildhaft-pathetischer Sprache angekündigt:

„Die Sonne des 19. Jahrhunderts hat die Nacht und Nebel des Mittelalters zerstreut und lächelt nun über der gefeierten Brandstätte des böhmischen Märthyrers, wie über den gesegneten Grabhügeln der vaterländischen Todten.“[17]

Beginn tschechischer Wallfahrten zum Hussenstein

Fiktive Darstellung des Hussensteins in der Zeitung Rodinná kronika

Vor allem aus den böhmischen Ländern verfolgte man das Vorhaben mit großem Interesse. Die Prager Wochenschrift Rodinná kronika veröffentlichte am fünften Juli 1862 eine Abbildung des vor Ort platzierten Hussensteins, obwohl die tatsächliche Grundsteinlegung erst drei Monate später erfolgte.

In der Folgezeit suchten vermehrt tschechische Auslandsvereine den Hussenstein auf, wie beispielsweise der böhmische Verein in Zürich:

Historische Aufnahme der Baumallee zum Hussenstein

„[…] und hier am Ende einer schön en Lindenbaumallee sieht man das Denkmal. Es ist unmöglich, das Gefühl auszudrücken, das uns alle ergriff, als wir uns jenem Platz näherten. […] Auf den Platz, wo wir standen, und auf die Verdienste von Hus um unser Vaterland hinweisend, bemerkte er [Präses des Böhmischen Vereins in Zürich], daß zweihundert Jahre später, nachdem der Magister hier gesunken war, sein Werk zusammenbrach, und daß nach weiteren zweihundert Jahren seine Nation aus dem Schlafe erwachte und ihre berühmten Vorfahren anzuerkennen beginnt.“[18]

Im Jahr 1868 wurde die erste groß organisierte Wallfahrt aus Böhmen nach Konstanz durchgeführt. In der demokratisch gesinnten Zeitschrift Svoboda (deutsch: Freiheit) wurde zur Reise nach Konstanz aufgerufen. Mit leidenschaftlichen Worten verfasste ein tschechischer Student einen Appell für die Wallfahrt:

„Die von Hus verkündeten Wahrheiten haben mächtig den Weg vorwärts gebahnt. Die Gedanken, für die er verbrannt wurde, Gedanken der politischen und religiösen Freiheit, feiern einen glänzenden Sieg in aller Welt. Mit Stolz sagen wir, dass Hus unser Landsmann war, dass dieser große Wahrsager aus der Mitte unserer Nation stammte. Daher ist es unsere Pflicht, an dem hochdenkwürdigen Tag der Verbrennung von Hus, am 06. Juli, zu denjenigen Plätzen zu wallfahren, wo der erhabene Wahrsager für seine Überzeugung mit Begeisterung in die Flammen trat, für die Wahrheiten, die das gegenwärtige aufgeklärte Zeitalter bereits mächtig atmet.“[19]

Zeichnung der ersten tschechoslowakischen Gedenkfeier am Hussenstein (06.07.1868)

Zwischen 200 und 250 tschechische und slowakische Landsleute kamen nach Konstanz, zu den bekannten Teilnehmern zählte beispielsweise der berühmte tschechische Komponist Bedřich Smetana.

In der Folgezeit setze ein reger Besucherstrom aus Tschechien nach Konstanz ein. Nach Ansicht des tschechischen Historikers Jiři Kořalka zählte es in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts „beinahe zu einer nationalen Pflicht jedes Tschechen […] in Konstanz Halt zu machen oder direkt dorthin zu reisen, um der weltbekannten tragischen Heldengestalt der böhmischen Geschichte Achtung zu erweisen.“[20]

Besonders die lokal ansässigen Tschechen pflegten die Erinnerung an Jan Hus und Hieronymus von Prag. Seit 1883 organisierten die tschechischen Landsleute rund um den Bierbrauer Adolf Gustav Jeřička aus Konstanz und Umgebung jährlich die „Treue Wacht am Hussenstein“.

Gedenkpraxis seit dem 19. Jahrhundert

Die Rolle des Jan Hus als Integrationsfigur für die tschechische Nationalbewegung gewann in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts noch weiter an Bedeutung. Der erste Präsident der Tschechoslowakei - Tomáš Garrigue Masaryk – erblickte in Jan Hus ein Vorbild für eine aufgeklärte, selbstverantwortliche Nation.

Historische Aufnahme des Hussensteins (19./20. Jahrhundert)

Nationalsozialistische Ressentiments in Deutschland befeuerten die Forderung, den Hussenstein wieder zu entfernen. Der damalige Konstanzer Bürgermeister konnte diese Vorhaben jedoch verhindern. Da in den Kriegsjahren Material benötigt wurde, entfernte man die eiserne Einfriedung um den Hussenstein, die auf älteren Abbildungen zu sehen ist.

Gedenkfeier am Hussenstein mit Vertretern der Züricher Jan-Hus-Gemeinde und der Tschechslowakischen Hussitischen Kirche

Viele Besucher der Stadt Konstanz würdigen jährlich am Hussenstein die beiden tschechischen Reformatoren. Jedes Jahr findet am Todestag des Jan-Hus eine Gedenkfeier statt mit Kranzniederlegung, Musik und gemeinsamen Gebet, die von der Deutsch-Tschechischen Vereinigung in Konstanz, der Prager Hus-Museumsgesellschaft als Träger des Hus-Hauses in Konstanz und der Züricher Jan Hus Gemeinde organisiert wird.

Commons: Hussenstein – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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