Hydroxylaminhydrochlorid

chemische Verbindung From Wikipedia, the free encyclopedia

Hydroxylaminhydrochlorid, auch als Hydroxylammoniumchlorid bezeichnet, ist eine farblose, kristalline anorganische chemische Verbindung. Es ist das Salzsäuresalz des Hydroxylamins und verhält sich in den meisten chemischen Reaktionen wie ungebundenes Hydroxylamin, ist aber thermisch stabiler.

Schnelle Fakten Strukturformel, Allgemeines ...
Strukturformel
Strukturformel von Hydroxylaminhydrochlorid
Allgemeines
Name Hydroxylaminhydrochlorid
Andere Namen
  • Hydroxylammoniumchlorid
  • HACl
Summenformel [NH3OH]Cl
Kurzbeschreibung

farblose Kristalle[1]

Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer 5470-11-1
EG-Nummer 226-798-2
ECHA-InfoCard 100.024.362
PubChem 443297
ChemSpider 20344
Wikidata Q421356
Eigenschaften
Molare Masse 69,49 g·mol−1
Aggregatzustand

fest

Dichte

1,67 g·cm−3[2]

Schmelzpunkt

159 °C (Zersetzung)[2]

Löslichkeit
  • gut in Wasser (830 g·l−1 bei 20 °C)[2]
  • löslich in Ethanol[1]
Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung aus Verordnung (EG) Nr. 1272/2008 (CLP),[3] ggf. erweitert[2]
Gefahrensymbol Gefahrensymbol Gefahrensymbol Gefahrensymbol

Achtung

H- und P-Sätze H: 290302+312315317319351373410
P: 273280301+312302+352+312305+351+338[2]
Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0°C, 1000 hPa).
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Herstellung

Hydroxylaminhydrochlorid ist zugänglich durch

  • Elektrolyse einer Mischung aus Schwefelsäure und Salpetersäure (dabei entsteht das Sulfat) und anschließender Zugabe von Bariumchloridlösung.
  • durch Kochen von Kaliumhydroxylamindisulfonat, wobei wie oben das Sulfat entsteht, aus dem das Produkt mit Bariumchlorid erhalten wird.[4]

Eigenschaften

Hydroxylaminhydrochlorid reagiert mit Aldehyden oder Ketonen zu Oximen und mit Carbonsäuren zu Hydroxamsäuren.

Verwendung

Hydroxylaminhydrochlorid ist ein vielseitig einsetzbares Reagenz in der pharmazeutischen und organischen Synthese, zum Beispiel zur Synthese von Oximen und Oximethern aus Carbonylverbindungen oder zur Synthese von Hydroxamsäuren. In der Analytik findet es Einsatz in der Oximtitration.

Rechtsstatus

In Deutschland ist Hydroxylaminhydrochlorid entsprechend den Regelungen des Sprengstoffgesetzes als explosionsgefährlicher Stoff der Stoffgruppe C eingestuft.[5]

Literatur

Einzelnachweise

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