Hyperosid

chemische Verbindung From Wikipedia, the free encyclopedia

Hyperosid ist eine chemische Verbindung aus der Gruppe der Flavonol-Glycoside und Flavonoide.

Schnelle Fakten Strukturformel, Allgemeines ...
Strukturformel
Strukturformel von Hyperoside
Allgemeines
Name Hyperosid
Andere Namen
  • Quercetin-3-D-galactosid
  • 3,3′,4′,5,7-Pentahydroxyflavon-3-D-galactosid
  • Hyperin
  • 2-(3,4-Dihydroxyphenyl)-5,7-dihydroxy-3-{[(2S,3R,4S,5R,6R)-3,4,5-trihydroxy-6-(hydroxymethyl)oxan-2-yl]oxy}-4H-1-benzopyran-4-on
Summenformel C21H20O12
Kurzbeschreibung

weißer bis gelblicher Feststoff[1]

Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer 482-36-0
EG-Nummer 207-580-6
ECHA-InfoCard 100.006.892
PubChem 5281643
ChemSpider 4444962
Wikidata Q5242815
Eigenschaften
Molare Masse 464,38 g·mol−1
Aggregatzustand

fest[1]

Schmelzpunkt

233 °C[1]

Löslichkeit

löslich in Methanol[2]

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung[1]
keine GHS-Piktogramme

H- und P-Sätze H: keine H-Sätze
P: keine P-Sätze[1]
Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0°C, 1000 hPa).
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Vorkommen

Hyperosid kommt als Flavonosidglykosid in vielen Pflanzen zum Beispiel in Birkenblättern (Betula), Weißdornarten, Johanniskraut (Hypericum perforatum), Passionsblumen (Passiflora incarnata) und Holunderblüten (Sambucus nigra) vor.[2]

Gewinnung und Darstellung

Hyperosid kann durch eine Drei-Enzym-Kaskade unter Verwendung eines UDP-Galactose-Regenerationssystems gewonnen werden. In Pflanzen erfolgt die Hyperosidsynthese durch die Glykosylierung von Quercetin an der 3C-O-Position durch Glykosyltransferasen.[3]

Eigenschaften

Hyperosid ist ein weißer bis gelblicher, kristalliner Feststoff,[1] der löslich in Methanol ist.[2] Die Verbindung zeigt gefäßerweiternde Wirkung und hat einen positiven intropischen Effekt auf den Herzmuskel.[4][5] Es ist ein starker Hemmstoff der Aldosereduktase und zeigt antibakterielle Aktivität gegen Pseudomonas maltophilia.[6] Laut Studien reduziert die Verbindung den oxidativen Stress in der Leber durch Aktivierung endogener antioxidativer Mechanismen und schützt vor Leberfibrose.[7][8]

Verwendung

Hyperosid ist als Wirkstoff in pflanzlichen Arzneimitteln, die Weißdorn-Extrakt enthalten, vorhanden.[4] Die Verbindung wird auch in der Textilindustrie eingesetzt.[9]

Einzelnachweise

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