Ian Bostridge

britischer Tenor From Wikipedia, the free encyclopedia

Ian Bostridge, CBE (* 25. Dezember 1964 in London) ist ein britischer Opernsänger (Tenor), der auch als Liedsänger wirkt.

Ian Bostridge (2014)

Leben und Wirken

Bostridge wurde als Sohn eines staatlich konzessionierten Immobilienbewerters geboren.[1] Er studierte an den Universitäten Oxford und Cambridge Geschichte und Philosophie und war nach seiner Promotion über Hexerei (1990) zunächst als post-doctoral Fellow am Corpus Christi College (Oxford) tätig. Beruflich wandte er sich 1992 dem Gesang zu.[2]

Sein Debüt in der Londoner Wigmore Hall erfolgte 1993,[3] im Jahr 1999 debütierte er in Carnegie-Hall unter der Leitung von Sir Neville Marriner. Weiters gab er Konzerte unter anderem im Purcell-Room (mit Schuberts Winterreise), in New York in der Frick Collection und der Alice Tully Hall, in Europa unter anderem im Wiener Konzerthaus, in der Alten Oper, Frankfurt am Main, am Münchener Cuvilliéstheater und in sowie bei Festivals wie dem Aldeburgh-Festival, dem Cheltenham Festival, dem Edinburgh Festival und bei der Schubertiade Schwarzenberg.

Dabei absolvierte er Auftritte zum Beispiel mit dem London Symphony Orchestra unter Colin Davis und Mstislaw Rostropovich, dem Scottish Chamber Orchestra unter Charles Mackerras und dem City of Birmingham Symphony Orchestra unter Simon Rattle. 1999 sang er mit den Wiener Philharmonikern unter Roger Norrington.

Als Opernsänger debütierte er 1994 als Lysander in Ein Sommernachtstraum mit der Australian Opera anlässlich des Edinburgh Festivals. Sein Debüt an der English National Opera erfolgte 1996 als Tamino in Mozarts Zauberflöte.

Am Londoner Royal Opera House trat er ab 1997 als Quint in Deborah Warners Neuproduktion der Britten-Oper The Turn of the Screw unter Colin Davis auf. An diesem Opernhaus sang er in den folgenden Jahren Vasek in einer Neuproduktion der Verkauften Braut unter Bernard Haitink, einer der Juden in Salome, Don Ottavio in Don Giovanni sowie Caliban in The Tempest von Adèst.[4]

Sein Debüt bei den Münchner Opernfestspielen (Bayerischen Staatsoper) gab er 1998 als Nerone in L’incoronazione di Poppea. An der Mailänder Scala trat er 2016 als Prologe und Peter Quint in The Turn of the Screw auf.

Ehrungen

  • 1999: ECHO Klassik in der Kategorie „Liedeinspielung des Jahres“ für seine Schubert-Lieder
  • 2004. Ernennung zum Commander of the Order of the British Empire (CBE)
  • 2013: ECHO Klassik für die Operneinspielung des Jahres (Oper des 20./21. Jh.)[5]
  • 2014: ECHO Klassik in der Kategorie „Solistische Einspielung des Jahres (Gesang)“[6]
  • 2015: Duff Cooper Prize für Schubert’s Winter Journey: Anatomy of an Obsession

Diskografie (Auswahl)

Filmografie

Publikationen

  • Witchcraft and its Transformations: 1650–1750. Clarendon Press 1997, ISBN 0-19-820653-4. Dissertation Oxford 1990.
  • The Book of Lieder. Faber and Faber 2005, ISBN 0-571-22439-3.
  • A Singer’s Notebook. Faber and Faber 2011, ISBN 978-0-571-25245-9
  • Schubert’s Winter Journey: anatomy of an obsession. Alfred A. Knopf, New York 2015.
    • Schuberts Winterreise. Lieder von Liebe und Schmerz. Aus dem Englischen von Annabell Zettel. C.H. Beck, München 2015, ISBN 978-3-406-68248-3.
  • Lied & das Ich. Betrachtungen eines Sängers über Musik, Performance und Identität. Aus dem Englischen von Annabel Zettel. C.H. Beck, München 2023, ISBN 978-3-406-80866-1.

Einzelnachweise

Related Articles

Wikiwand AI