Iberienadler

Art der Gattung Echte Adler (Aquila) From Wikipedia, the free encyclopedia

Der Iberienadler (Aquila adalberti), auch Spanischer Kaiseradler genannt, ist ein enger Verwandter des Kaiseradlers (Aquila heliaca).[1] Benannt wurde er nach Adalbert Wilhelm von Bayern.[2] Die Art ist endemisch auf der Iberischen Halbinsel.

Schnelle Fakten Systematik, Wissenschaftlicher Name ...
Iberienadler

Iberienadler (Aquila adalberti)

Systematik
Klasse: Vögel (Aves)
Ordnung: Greifvögel (Accipitriformes)
Familie: Habichtartige (Accipitridae)
Unterfamilie: Aquilinae
Gattung: Echte Adler (Aquila)
Art: Iberienadler
Wissenschaftlicher Name
Aquila adalberti
C. L. Brehm, 1861
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Beschreibung

Ursprünglich wurde der Iberienadler als Unterart des Kaiseradlers angesehen, doch wird er heute als eigene Art behandelt, die sich morphologisch, ökologisch[3] und genetisch[4] vom Kaiseradler unterscheidet. Er erreicht eine Länge von 80 cm, eine Flügelspannweite von 1,9 bis 2,2 m und ein Gewicht von 2,8 bis 3,5 kg. Damit ist er kleiner als sein östlicher Verwandter. Das Gefieder ist überwiegend dunkelbraun gefärbt. Nacken und Hinterhals sind deutlich kontrastierend hellbeige. Die Schultern und der Flügelbug sind auffallend weiß gefleckt.

Verbreitungsgebiet des Iberienadlers

Vorkommen

Der Iberienadler kommt nur im südlichen und westlichen Spanien sowie in Portugal und möglicherweise im nördlichen Marokko vor. Die Art besiedelte Portugal im Jahr 2003 wieder, nachdem sie über 20 Jahre lang keine Brutaktivität gezeigt hatte, und hat sich seitdem langsam erholt. Im Jahr 2011 wurden sechs Brutpaare gezählt, im Jahr 2012 neun.[5] Im Parque Natural do Tejo Internacional, entlang der spanischen Grenze, wurden im Jahr 2021 20 Brutpaare gezählt.[6] In Frankreich wird der Iberienadler nur sehr selten gesichtet, typischerweise im Süden des Landes. Irrgäste haben zuvor Mauretanien und Senegal erreicht sowie im Mai 2007 die Niederlande.[6]

Lebensweise

Dieser Adler ernährt sich überwiegend von Kaninchen, aber er kann auch andere Tiere jagen, wie Nagetiere, Hasen, Tauben, Krähen, Enten und Füchse. Im Gegensatz zum Kaiseradler, der weite Strecken wandert, ist der Spanische Kaiseradler Standvogel und verteidigt ganzjährig ein Revier von ungefähr 2000 ha. Er ist monogam. Die Brutzeit reicht von März bis Juli. Seine riesigen Horste baut er in einzeln stehenden Bäumen, wie z. B. Korkeichen oder Kiefern. Das Gelege besteht aus ein bis vier Eiern. Nach einer Inkubationszeit von 43 Tagen schlüpfen die Jungen, von denen aber die jüngsten oft nicht überleben. Beide Eltern füttern die Jungen, die nach 65 bis 78 Tagen das Nest verlassen. Nach 5 Jahren erreicht der Spanische Kaiseradler die Geschlechtsreife.

Gefährdung

Altvogel
Ei des Spanischen Kaiseradlers

Diese Art wird von der IUCN als „gefährdet“ (vulnerable) klassifiziert. Die gegenwärtige Population beträgt knapp über 500 Exemplare. Im Vergleich zu 1970, als insgesamt nur noch etwa 100 Exemplare existierten, ist dies zwar eine Verbesserung seiner Situation, gefährdet ist er aber nach wie vor durch Lebensraumzerstörung und Giftköder. Des Weiteren ist ein starker Rückgang der spanischen Kaninchenpopulation zu verzeichnen, bedingt durch die Myxomatose und anderen Viruserkrankungen.

Spanien verzeichnete im Jahr 2008 insgesamt 253 Paare, Portugal zwei Paare.[7] Eine kleine Population lebt geschützt im spanischen Nationalpark Coto de Doñana, aber der Großteil kommt in den mediterranen Eichenwäldern in den zentralen und südwestlichen Teilen des Landes vor.

Im Februar 2009 wurde das Männchen des einzigen portugiesischen Kaiseradlerpaares, dem 2008 eine Jungenaufzucht gelang, im Tal des Guadiana erschossen aufgefunden.[8]

Literatur

  • Christian Ludwig Brehm: Etwas über die Adler. In: Bericht über die XIII. Versammlung der Deutschen Ornithologischen-Gesellschaft zu Stuttgart vom 17.–20. September 1860. C. Hoffmann, Stuttgart 1861, S. 55–62
  • Reinhold Brehm: Ein Ausflug in die baskischen Provinzen und ein kurzer Aufenthalt in der Sierra de Guadarrama..., nebst einer kurzen Beschreibung der kleinen Adler [von C. L. Brehm]. In: Bericht über die XIII. Versammlung der Deutschen Ornithologischen-Gesellschaft zu Stuttgart vom 17.–20. September 1860. C. Hoffmann, Stuttgart 1861, S. 95–104
  • James Ferguson-Lees, David A. Christie: Raptors of the World. Houghton Mifflin, Boston 2001, ISBN 0-618-12762-3.
  • Miguel Ferrer: The Spanish Imperial Eagle. Lynx Edicions, Barcelona 2001, ISBN 84-87334-34-2
  • Bernd Ulrich Meyburg: Imperial Eagles. In: Josep del Hoyo, Andrew Elliott, Jordi Sargatal (Hrsg.): Handbook of the Birds of the World. Band 2: New World Vultures to Guineafowl. Lynx Edicions, Barcelona 1994, ISBN 84-87334-15-6, S. 194–195.

Quellen

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