Ich bin das Tor

Kurzgeschichte von Stephen King From Wikipedia, the free encyclopedia

Ich bin das Tor, im englischsprachigen Original I am the Doorway, ist eine Kurzgeschichte des amerikanischen Autors Stephen King aus dem Jahr 1971. Sie erschien erstmals in dem amerikanischen Männermagazin Cavalier. 1978 wurde sie in Kings Kurzgeschichtensammlung Nachtschicht (orig. Night Shift) aufgenommen. Die Geschichte handelt von einem ehemaligen Astronauten, der nach einer Mission zum „Tor“ für eine außerirdische Intelligenz wird. Auf seinen Händen wachsen Augen, durch die die Fremden unsere Welt sehen und zeitweise seinen Körper zu Gewalttaten und Morden steuern. Er verbrennt sich die Hände, doch als später ein neues Auge an seiner Brust erscheint, begeht er Selbstmord.

Entstehung und Hintergrund

Ich bin das Tor gehört wie alle Kurzgeschichten des Sammelbandes Nachtschicht zu den frühen Werken von Stephen King. Das 1952 gegründete Cavalier-Magazin, in dem die Geschichte im März 1971 gedruckt wurde, veröffentlichte vor allem in den ersten Jahrzehnten wie frühere Pulp-Magazine vor allem Kurzgeschichten und Novellen verschiedener Autoren; später entwickelte es sich zu einem Männermagazin ähnlich dem Playboy. King veröffentlichte in den 1970er Jahren noch mehrere seiner Kurzgeschichten in dem Magazin und auch im Cavalier Yearbook.

Inhalt

Der ehemalige Astronaut Arthur lebt nach einer Mission zur Venus zurückgezogen und ringt mit Spätfolgen der Reise. Er erzählt seinem Freund Richard von seinen Problemen nach der Rückkehr und gesteht dabei einen Mord an einem Jungen: Zunächst spürte er ein Jucken und Brennen an den Händen. Es bildeten sich Blasen, die aufreißen und darunter liegende kleine, bewegliche Augen freilegen. Durch diese „Augen“ blickt eine fremde Intelligenz in unsere Welt. Der Ich-Erzähler spürt ihre Neugier, aber auch Verachtung und Feindseligkeit gegenüber den Menschen. In Schüben übernimmt die Präsenz die Kontrolle über seinen Körper. Doch Richard glaubt Arthur nicht und findet auch keine Leiche. Er zwingt Arthur, seine Bandagen zu entfernen und ihm die Augen zu zeigen. Als er sie sieht, rennt in Panik davon, doch Arthurs Körper wird erneut von der fremden Macht in Besitz genommen, die Richard mit blauweißen Lichtblitzen niederstreckt.[1]

Der Erzähler begreift, dass weitere Menschen in Gefahr sind, versucht er, das „Tor“ zu schließen. Er verbrennt seine Hände und verliert sie dadurch. Er überlebt und glaubt, die Verbindung gekappt zu haben, bis er nach einiger Zeit eine neue Augenbildung feststellt, diesmal auf seiner Brust. Die außerirdische Verbindung hat sich nicht zerstören lassen, sondern hat sich nur verlagert. Die Geschichte endet mit der Erkenntnis, dass er weiterhin als Durchgang dient – und dass der Zugriff der fremden Intelligenz wiederkehren kann. Um dies zu verhindern möchte er sich die Schrotflinte in den Mund stecken und Suizid begehen.[1]

Rezeption

Als eine der frühen Geschichten von Stephen King entstand Ich bin das Tor zu einer Zeit, als er noch weitgehend unbekannt war, und auch die Veröffentlichung in Herrenmagazinen wie dem Cavalier, Gent oder dem Penthouse brachte ihm keine sonderliche Bekanntheit. Erst als Teil der Kurzgeschichtensammlung Nachtschicht von 1978, auf Deutsch 1984 veröffentlicht, wurde die Geschichte bekannter. Der Autor Marcel Feige gibt in seinem Großen Lexikon über Stephen King von 2001 zu der Geschichte eine Inhaltsangabe wieder, jedoch keine Bewertung oder Interpretation.[2]

Nach der Darstellung von Tony Magistrale, der sich als einer der ersten Literaturwissenschaftler mit dem Werk von Stephen King befasste, stellt Ich bin das Tor neben anderen Geschichten wie Feuerkind und Der Nebel ein Beispiel für den Umgang mit Phänomenen, die sich der Kontrolle der Sterblichen entziehen.[3]

Veröffentlichungsgeschichte

Cover der Erstausgabe von Night Shift, 1978

I am the Doorway erschien im März 1971 in dem amerikanischen Männermagazin Cavalier. 1978 wurde sie in Kings Kurzgeschichtensammlung Nachtschicht (orig. Night Shift) aufgenommen. Bei dem Verlag Lübbe erschien zudem 1985 unter dem Titel Dämonengeschenk – Gespensterbuch 5 eine Anthologie, herausgegeben von Michael Görden.[4]

Englischsprachige Ausgaben:

  • I am the Doorway, In: Cavalier, März 1971
  • I am the Doorway In: Night Shift, Doubleday, Garden City 1978, ISBN 978-0-385-12991-6.

Deutsche Ausgaben:

  • Ich bin das Tor, In: Nachtschicht. Lübbe, Bergisch Gladbach 1984 (Erstauflage), ISBN 978-3-404-13160-0. Das Buch wurde zudem in Lizenz in der Deutschen Buchgesellschaft bei Bertelsmann veröffentlicht.
  • Ich bin das Tor, In: Michael Görden (Hrsg.): Dämonengeschenk – Gespensterbuch 5. Lübbe, Bergisch Gladbach 1985, ISBN 3-404-72505-0

Zudem gibt es sowohl auf Englisch wie auch auf Deutsch Hörbuchfassungen der Geschichtensammlung. In deutscher Sprache wird die Geschichte auf dem Hörbuch Nachtschicht 3 von Jürgen Kluckert gelesen.

Belege

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