Ida Brendel
deutsche Übersetzerin in St. Petersburg
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Ida Albertine Mathilde Brendel (* 24. April 1834 in Krotoschin, Provinz Posen, Königreich Preußen; † nach 1890) war eine deutsche Übersetzerin in St. Petersburg.
Leben und Wirken
Ida Brendel wuchs in Krotoschin in Großpolen auf, das seit 1793 unter preußischer Herrschaft stand, und wohin ihre Eltern gezogen waren, ihr Onkel wohnte in Brandenburg. Marie Roggenbau (1844–1908) war wahrscheinlich eine Schwester.[1] Ida Brendel lebte mindestens von 1887 bis 1890 in St. Petersburg.[2] 2015 stellte das Stadtarchiv in Krotoszyn ihre neu erworbenen handschriftlichen Kindheitserinnerungen mit farbigen Illustrationen ihrer Jugendfreundin Mathilde Sachse-Kübler vor.[3]
Werke
Ida Brendel übersetzte mehrere Werke von Leo Tolstoj und Wsewolod Garschin, die die jeweils ersten deutschen Übertragungen waren, sowie ein Buch aus dem Französischen, in der Brünslow’schen Hofbuchhandlung in Neubrandenburg, danach im Verlag M. Schorss in Berlin.[4] Sie wurden mehrmals als treffliche Übersetzung und ähnlich gelobt.[5][6][7] (Diese Zusammenstellung ist weitgehend vollständig.)
- Übersetzungen aus dem Russischen
- Leo Tolstoj, Wovon die Menschen leben, Brünslow, Neubrandenburg 1887, 2. Auflage Schorss, Berlin 1893
- Leo Tolstoj, Zwei Greise, Brünslow, Neubrandenburg 1887, 2. Auflage Schorss, Berlin 1893 Digitalisat
- Leo Tolstoj, Polikuschka, Brünslow, Neubrandenburg 1888
- Wsewolod Garschin, Die Bären, Schorss, Berlin 1889
- Wsewolod Garschin, Russische Soldatengeschichten, 2 Bände, Schorss, Berlin
- Der Lieutenant und sein Bursche, 1889
- Die Erlebnisse des Kriegsfreiwilligen Iwanow im russisch-türkischen Kriege 1877–1878. und Vier Tage, 1890
- A. Pogoskin, Russische Teufels-Geschichten. Volks-Sagen, wiedererzählt Brünslow, Neubrandenburg 1889[8]
- Übersetzung aus dem Französischen
- Eugène-Melchior de Vogüé, Wintermärchen, Brünslow, Neubrandenburg 1888[9]
- Eigene Schrift
Literatur
- Deutscher Litteratur-Kalender, 1889, S. 55; auch 1888, S. 46