Ida Chagall

Tochter des Malers Marc Chagall From Wikipedia, the free encyclopedia

Ida Chagall (* 18. Mai 1916 in Petrograd; † 10. August 1994 in Le Brulat-du-Castellet), auch Ida Meyer, war die Tochter des Malers Marc Chagall und seiner ersten Ehefrau Bella Rosenfeld. Sie ist ein wichtiges Motiv in Chagalls Gemälden und engagierte sich für den Erhalt, die Vermittlung und die Ausstellung des Werks ihres Vaters.

Leben

Ida Chagall wurde am 18. Mai 1916 in Petrograd geboren.[1] Sie war das einzige Kind des Malers Marc Chagall und der Schriftstellerin Bella Rosenfeld. Als Kind erlebte sie die Flucht ihrer jüdischen Eltern aus dem revolutionären Russland. Im Sommer 1922 flüchtete die Familie nach Berlin und zog im September 1923 weiter nach Paris.[2]

In Paris entwickelte sie ein Interesse für Literatur und Kunst und bewegte sich in Kreisen einflussreicher Künstler.[3] 1935 heiratete sie Michel Rapaport (1913–2005; der sich später Michel Gordey nannte).[3] Die Hochzeit war nach einer ungewollten Schwangerschaft und Abtreibung hastig arrangiert worden.[4] Während der deutschen Besetzung Frankreichs im Zweiten Weltkrieg schlossen sich beide der Französischen Résistance an und leisteten aktiven Widerstand.[3]

Im Mai 1941 konnten Idas Eltern mit Hilfe vom Varian Fry und seinem Emergency Rescue Committee Frankreich über Spanien in Richtung USA verlassen. Ida erhielt zunächst kein Visum und blieb zurück. Im September 1941 gelangte sie mit Michel ebenfalls nach New York; zusammen mit etwa 1000 jüdischen Flüchtlingen waren sie Passagiere der S.S. Navemar, einem notdürftig umfunktionierten Frachtschiff.[5][6]

Auf ihrer Flucht rettete Ida auch zahlreiche Gemälde ihres Vaters, die der spanische Zoll bei dessen Ausreise beschlagnahmt hatte. Unter großen Anstrengungen gelang es ihr, die Bilder von den Behörden freizubekommen. Auf der 40-tägigen Überfahrt behielt sie die Kiste mit den Gemälden bei sich an Deck, während das gesamte Gepäck im Schiffsraum verrottete und bei der Ankunft über Bord geworfen wurde.[7]

Nach dem Krieg organisierte Ida Chagall Ausstellungen und schrieb über das künstlerische Schaffen ihres Vaters.[8] Später spielte sie eine entscheidende Rolle bei der Gründung des Chagall-Museums in Nizza.[3] 1990 schenkte sie dem Israel-Museum in Jerusalem 103 Kunstwerke ihres Vaters.[9]

1952 heiratete Ida ihren zweiten Ehemann Franz Meyer, den späteren Direktor des Kunstmuseums Basel.[9] Gemeinsam hatten sie drei Kinder, die Zwillingsschwestern Meret und Bella sowie Sohn Piet, die in Basel aufwuchsen.[10]

Ida Chagall starb am 10. August 1994 im südfranzösischen Le Brulat-du-Castellet im Alter von 78 Jahren an Krebs.[9]

Literatur

Einzelnachweise

Related Articles

Wikiwand AI