Ilse Fitz

Schauspielerin, Hörspielsprecherin und Opernsängerin From Wikipedia, the free encyclopedia

Leben

Ilse Fitz war die Tochter des Mülheimer Diplom-Ingenieurs Carl Heirich und Hermine Knote (1872–1936), einer Tochter von Gustav Knote sen. (1838–1879) und dessen Frau Emma, geborene von der Nahmer. Deren Sohn und Hermines Bruder Heinrich Knote war königlich-bayerischer Kammersänger. Ein weiterer Bruder Gustav Knote jun. war Direktor der Allianz-Versicherung. Die Linie der Hermine ist unter anderem auch mit Oskar von Miller, dem Gründer des Deutschen Museums verwandt.

Zusammen mit ihren drei Geschwistern, der späteren Glaziologin Edith Ebers (1894–1974), einem Bruder Manfred Heirich und einer weiteren Schwester Elsbeth (1900–1970, verh. Tröbst), wuchs Fitz in München bei ihrer Mutter auf.[1] Ihr Vater lebte hingegen aus beruflichen Gründen in Köln.[2][3]

Von 1916 bis 1921 absolvierte sie an der Münchener Akademie der Tonkunst unter Richard Schmid ein Gesangsstudium.[4] Im Jahr ihres Abschlusses, am 14. Juli 1921, heiratete sie in München den Schauspieler Hans Fitz[5] und begründete damit die Künstlerfamilie Fitz. Aus der Ehe gingen fünf Kinder hervor, die fast alle schauspielerisch oder musikalisch tätig waren: Walter (1921–1992), Ilse „Ayo“ (1922–1988, verh. Braun), Helga (verh. Kinkele), Gerd (1930–2015) und Veronika (1936–2020).

Etwa zehn Jahre lang traten Hans und Ilse Fitz in den 1920er Jahren als Unterhaltungsduo auf und veranstalteten etliche Lieder- und Gesellschaftsabende mit bayerischen Gstanzln und Volksliedern mit Gesang, Laute und Gitarre.[6][7]

Der Aussage ihrer Tochter Veronika zufolge war Ilse Fitz in den 1930er Jahren überzeugte Nationalsozialistin und widersprach damit der Einstellung ihres Ehemannes.[8]

Noch während des Zweiten Weltkriegs verfolgte Fitz Bestrebungen, ein Kindertheater zu gründen. Das gelang ihr schließlich 1943 mit Kindern aus einem Lager der Kinderlandverschickung, mit denen sie im Stadtsaal Füssen das Stück König Drosselbart von ihrem Ehemann Hans Fitz aufführte. Nach dem Kriegsende organisierte sie im Dezember 1945 eine weitere Aufführung von König Drosselbart im Gräfelfinger Turnsaal, bei der sie Unterstützung von Hanns Zimmermann, dem Technischen Direktor der Kammerspiele, erhielt. Sie leitete in den kommenden Jahren weitere Theateraufführungen, die in Wirtshaussälen und Kinos stattfanden, mittlerweile unter dem Namen Würmtaler Kinderbühne.[9]

Im September 1952 gründete sie schließlich die Fitz-Kinderbühne im Goethesaal in München, mit der sie es sich zur Aufgabe gemacht hatte, Kinder im Alter von sechs bis fünfzehn Jahren für das Theaterspiel und insbesondere die Aufführung von Märchen zu begeistern. Die erste Aufführung der Fitz-Kinderbühne war das bayerische Märchenspiel Goldbrünndl aus der Feder von Hans Fitz. Besonders für ihre Tochter, die spätere Schauspielerin Veronika Fitz, bot die Kinderbühne die Möglichkeit, erste Erfahrungen im Schauspiel zu sammeln.[9]

Im Oktober 1953 zog die Fitz-Kinderbühne in die Herzog-Rudolf-Straße 7 um und 1956 in die Höchstmaße 4 nach Bogenhausen, wo Ilse Fitz eine Bühne mit kompletter Beleuchtungsanlage errichten ließ und es außerdem die Möglichkeit für Freilichtaufführungen gab. Jedoch musste die Kinderbühne schon ein Jahr später wieder aus diesem neu errichteten Theaterstudio ausziehen.[10]

Nachdem Fitz sich für mehrere Jahre aus gesundheitlichen Gründen zurückgezogen hatte, gründete sie 1961 die Münchener Märchenbühne im Theater unter den Arkaden in der Maximilianstraße 8. Im Oktober desselben Jahres fand mit Aladdin und die Wunderlampe in einer Version von Gustav Raeder die erste Aufführung dieser Bühne mit hauptsächlich jugendlichen Schauspielern statt.[11]

Am 23. Februar 1964 spielte die Münchener Märchenbühne mit Aschenputtel ihre letzte Vorstellung. Nur wenige Wochen später, am 15. April 1964, verstarb Ilse Fitz nach „kurzer, schwerer Krankheit“.[11][12][13]

Filmographie

Inszenierungen

  • Dezember 1945: Hans Fitz: König Drosselbart
  • Dezember 1948: Hans Fitz: Die silberne Lilie

Fitz-Kinderbühne

  • 28.09.1952: Hans Fitz: Das Goldbrünndl
  • 16.11.1952: Fröhliches Kinderkabarett um den Weihnachtsmann
  • 17.12.1952: Luise Rinser: Das Ohlstadter Krippenspiel; Hans Fitz: Kasperl als Weihnachtsbote
  • 25.12.1952: Luise Rinser: Ein Krippenspiel; Senta Maria: Die Prinzessin und der Schweinehirt; Annemarie Krapp: Das Pfefferkuchenmandl
  • 18.01.1953: Fasching der Kinder – Ein lustiges Faschingskabarett
  • 05.12.1953: Hans Fitz: Kasperl als Weihnachtsbote; Hans Fitz: Kinder seid ihr brav gewesen; Annemarie Krapp: Das Pfefferkuchenmandl
  • 19.12.1954: Hans Fitz: König Drosselbart
  • 13.02.1955: Josef Maria Heinen: Kleine Königin im Frühling; Kirschblütenreigen (Tanzszene nach einem Duett von Mendelssohn Bartholdy); Der Krämerskorb
  • 08.05.1955: Johanna von Dall'Armi: Kasperl im Zauberwald
  • 22.01.1956: Hans Sachs: Der pfiffige Kuhdieb
  • 11.03.1956: Olga Fitz: Hänsel und Gretel
  • 21.10.1956: Gustav Raeder: Aladdin und die Wunderlampe
  • 22.12.1956: Hans Fitz: Das Goldbrünndl
  • 07.04.1957: Hans Sachs: Der Krämerskorb; Maximilian Huber: Der betrogene Teufel
  • 13.12.1957: Quirin Engasser: König Moosbart

Münchener Märchenbühne

  • 28.10.1961: Gustav Raeder: Aladdin und die Wunderlampe
  • 13.10.1962: Hans Fitz: Hänsel und Gretel
  • 12.01.1963: Wolfgang Martin Schede: Frau Holle
  • 30.09.1963: Lisa Wendt: Aschenputtel

Quelle: Volker D. Laturell, Theater und Jugend in München. München 1970, S. 233f. – Das Datum bezeichnet immer die jeweilige Uraufführung.

Hörspiele

Alle hier aufgeführten Hörspiele wurden vom Bayerischen Rundfunk produziert.

  • 1949: Ferdinand Raimund: Der Bauer als Millionär (Genius) – Bearbeitung und Regie: Kurt Wilhelm (Hörspielbearbeitung)
  • 1949–1951: Olf Fischer, Hans Fitz, Walter Netzsch, Kurt Wilhelm:Brumml-G’schichten (12. Folge: Devisen, 13. Folge: Die Goethefeier und 22. Folge: Achtung! Aufnahme) – Regie: Kurt Wilhelm (Mundarthörspiel)
  • 1949: Rita Kocureck: Vater Seidl und sein Sohn: Ein bayerisches Fußball-Hörspiel (Kellnerin) – Regie: Kurt Wilhelm (Mundarthörspiel)
  • 1951: Franz Gischel: Kleine Welt. Ein Münchener Schwank – Regie: Peter Glas (Mundarthörspiel)
  • 1951: Valentine Volkmar: Vater Seidl und sein Sohn: Europa hat nichts zu lachen – Regie: Kurt Wilhelm (Original-Hörspiel)
  • 1952: Alix du Frênes: Die Schwestern. Eine Novelle für den Funk – Regie: Kurt Wilhelm (Originalhörspiel)
  • 1952: Lena Christ: Die Rumplhanni – Bearbeitung und Regie: Peter Glas (Hörspielbearbeitung, Mundarthörspiel)
  • 1953: Willy Purucker: Die Sternfahrt des Wendelin Konradl. Ein Märchen für erwachsene Kinder (Kellnerin) – Regie: Willy Purucker (Originalhörspiel)
  • 1954: Kurt Wilhelm: Vater Seidl und sein Sohn: Die italiänische Reise. Ein bayerisches Hörspiel (Kathi) – Regie: Kurt Wilhelm (Mundarthörspiel)

Quelle: ARD-Hörspieldatenbank

Einzelnachweise

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