Iltalehti
finnische Tageszeitung mit Sitz in Helsinki
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Iltalehti (dt.: Abendzeitung) ist eine finnische Tageszeitung mit Sitz in Helsinki. Das Boulevardblatt erscheint sechs Tage die Woche im Tabloidformat und gehört zum finnischen Medienkonzern Alma Media.
| Iltalehti | |
|---|---|
| Iltalehti wordmark.svg | |
| Beschreibung | Iltalehti-Wortmarke |
| Sprache | Finnisch |
| Hauptsitz | Helsinki |
| Erstausgabe | 1980 |
| Erscheinungsweise | sechs Mal wöchentlich (Mo–Sa) |
| Verkaufte Auflage | 174.600 (2023) Exemplare |
| (KMT, 2023[1]) | |
| Reichweite | 2.829.700 (2023) Mio. Leser |
| (KMT, 2023[1]) | |
| Chefredakteur | Perttu Kauppinen |
| Herausgeber | Alma Media |
| Weblink | www.iltalehti.fi |
| ISSN (Print) | 0783-0025 |
| ISSN (online) | 0783-0025 |
Die Zeitung deckt ein breites Spektrum an Themen ab, darunter Nachrichten, Sport, Unterhaltung, Prominente und Politik und erscheint sechsmal wöchentlich (Montag bis Samstag). Die Samstagsausgabe, die das ganze Wochenende über im Handel erwerblich ist, enthält die Beilage Viikonvaihde.
Iltalehti gilt als eines der führenden Boulevardblätter Finnlands und konkurriert direkt mit der auflagenstärkeren Zeitung Ilta-Sanomat. Als Schwesternzeitungen gelten die Tageszeitung Aamulehti und die Wirtschaftszeitung Kauppalehti, die beide ebenfalls zu Alma Media gehören.
Geschichte
Bereits vor der heutigen Iltalehti wurde 1913 in Helsinki eine Zeitung unter gleichem Namen herausgegeben, deren Herausgeber Juho Torvelainen war. In den Jahren 1919 bis 1930 erschien eine weitere Zeitung namens Iltalehti, ebenfalls als Parallelpublikation zu Uusi Suomi. Vor Iltalehti erschien in den Jahren 1973 bis 1975 kurzzeitig Iltaset als Konkurrenz zu Ilta-Sanomat.
Iltalehti wurde 1980 als Nachmittagsausgabe der Zeitung Uusi Suomi gegründet. Nach der Einstellung von Uusi Suomi im Jahr 1991 etablierte sich Iltalehti als eigenständige Publikation. Die Zeitung entwickelte sich in den folgenden Jahrzehnten zu einem wichtigen Medium für Boulevardnachrichten in Finnland.
Auflage und Reichweite

Iltalehti ist sowohl in gedruckter Form als auch online verfügbar. Die Online-Zeitung startete am 5. März 1995 unter dem Namen Iltalehti Online und war als solche zumindest bis zum Relaunch 2006 abrufbar.[2] Laut Angaben von 2010 verzeichnete die Website über 1,9 Millionen wöchentliche Besuche, was sie zur meistbesuchten Nachrichtenwebsite Finnlands machte.[3] Im Mai 2015 belegte die Website laut Alexa Internet Platz 6 der meistbesuchten Seiten in Finnland.[4] Zu dieser Zeit hatte die Zeitung online rund 3,1 Millionen Aufrufe pro Woche. Iltalehti betrieb zuvor ein offenes Diskussionsforum auf seiner Website, das im Dezember 2015 geschlossen wurde, als die Zeitung auf ein vormoderiertes Modell für Nachrichtenkommentare umstellte.[5]
Im März 2021 startete die Zeitung einen kostenpflichtigen digitalen Plus-Dienst, der im September 2023 bereits rund 50.000 Abonnenten hatte und damit nach der auflagenstärksten und einflussreichsten finnischen Tageszeitung Helsingin Sanomat die am zweithäufigsten abonnierte digitale Zeitung ist.[6]
Im März 2022 stellte Iltalehti seinen Abonnenten auf seiner Webpräsenz alle Ausgaben aus dem ersten Jahrzehnt der Zeitung, den 1980er Jahren, als Digitalisate zur Verfügung.[7] Im Juni desselben Jahres wurden die Ausgaben aus den 1990er Jahren zum Lesen bereitgestellt[8] und im September wurden alle Ausgaben aus den 2000er Jahren im Archiv veröffentlicht, sodass nun alle bis heute erschienenen Ausgaben zum Lesen verfügbar sind.[9]
Darüber hinaus gilt Iltalehti als das zweitgrößte digitale Nachrichtenmedium und die zweitgrößte Zeitung Finnlands. Laut einer KMT-Studie von 2023 erreichten die Online- und Printausgaben zusammen eine wöchentliche Leserschaft von 2.829.700 Menschen, womit die Zeitung nur knapp hinter den 2.860.600 von Ilta-Sanomat lag.[1]
Redaktion
Die Redaktion von Iltalehti wird seit 2021 von Chefredakteur Perttu Kauppinen geleitet, der nach dem Abgang von Kari Kivelä im Jahr 2018 bereits kurzzeitig interimistisch im Amt war. Der Sitz der Zeitung befindet sich in Helsinki, die Publikation wird landesweit vertrieben.
| Name | Jahr(e) |
|---|---|
| Johannes Koroma (* 1943) | 1980 bis 1983 |
| Mauno Saari (* 1947) | 1983 bis 1984 |
| Ralf Friberg (* 1936) | 1984 bis 1987 |
| Veli-Antti Savolainen (* 1948) | 1987 bis 1994 |
| Pekka Karhuvaara (* 1954) | 1994 bis 2001 |
| Petri Hakala (* 1962) | 2001 bis 2004 |
| Kari Kivelä (* 1959) | 2005 bis 2018 |
| Perttu Kauppinen (* 1978) | 2018 (interimistisch) |
| Erja Yläjärvi (* 1977) | 2018 bis 2021 |
| Perttu Kauppinen (* 1978) | seit 2021 |
Journalist des Jahres
Seit 1996 wählt Iltalehti jedes Jahr aus den Reihen seiner Redakteure einen Journalisten des Jahres.[10]
- 1996: Jarmo Luuppala
- 1997: Matti Lukkari
- 1998: Juha Keskinen
- 1999: Hilkka Tienhaara
- 2000: Pekka Tiinanen
- 2001: Markku Peltonen und Jyrki Peltonen
- 2002: Tuula Nieminen und Risto Kunnas
- 2003: Jouni Vilermo
- 2004: Saku Heinänen
- 2005: Juha Veli Jokinen
- 2006: Aila Seppälä
- 2007: Kiti Lehtimäki und Ilkka Laitinen
- 2008: Karri Lehtiö und Risto Kunnas
- 2009: Tommi Parkkonen
- 2010: Katariina Lehtikanto und Eetu Pietarinen
- 2011: Sonja Lakaniemi
- 2012: Katja Alinen und Aino Kangaspuro
- 2013: Pekka Tiinanen
- 2014: Pasi Liesimaa
- 2015: Heljä Salonen
- 2016: Olli Ainola
- 2017: Riku Korkki
- 2018: Marko-Oskari Lehtonen
- 2019: Leena Ylimutka
- 2020: Solmu Salminen
- 2021: Santtu Silvennoinen
- 2022: Mari Julku und Lauri Nurmi
- 2023: Elli Harju
- 2024: Joonas Lehtonen
Kritik
Der Journalismus von Iltalehti wurde in den Jahren 2014 bis 2023 insgesamt 86 Mal vom Julkisen sanan neuvosto, dem finnischen Presserat, behandelt. Dabei erhielt die Zeitung 35 Verurteilungen und damit mehr als jedes andere finnische Medium. Es folgten Yle (83 Fälle, 27 Verurteilungen), Ilta-Sanomat (56, 24) und Helsingin Sanomat (69, 17).[11]
Weblinks
- Offizielle Webpräsenz von Iltalehti (finnisch)