Im Prinzip Familie

Film von Daniel Abma (2024) From Wikipedia, the free encyclopedia

Im Prinzip Familie ist ein deutscher Dokumentarfilm aus dem Jahr 2024 von Daniel Abma. Der Film wurde im Oktober 2024 auf dem Dokumentarfilmfestival DOK Leipzig uraufgeführt. Der deutsche Kinostart war am 5. Juni 2025.

TitelIm Prinzip Familie
ProduktionslandDeutschland
OriginalspracheDeutsch
Erscheinungsjahr2024
Schnelle Fakten Titel, Produktionsland ...
Film
Titel Im Prinzip Familie
Produktionsland Deutschland
Originalsprache Deutsch
Erscheinungsjahr 2024
Länge 91 Minuten
Altersfreigabe
Produktions­unternehmen Bandenfilm
Stab
Regie Daniel Abma
Produktion Britta Strampe, Laura Klippel
Musik Henning Fuchs
Kamera Johannes Praus
Schnitt Jana Dugnus
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Inhalt

Der Film gewährt einen Einblick in den Alltag von zwei Erziehern und einer Erzieherin, die mit fünf Jungen in der Vorpubertät in einem Haus am See, inmitten von Grün und Natur, zusammen leben. Aus den unterschiedlichsten Gründen, unterschiedlichsten biografischen Hintergründen und Situationen in den Familien, können die Jungen nicht bei ihren Angehörigen wohnen. In der Wohngruppe versuchen sie gemeinsam den Alltag zu meistern. Neben der Organisation des Alltags setzen sich die Erzieher für die Wünsche, Ziele und Zukunft der Kinder ein: Von der Möglichkeit der Rückkehr in ihre Herkunftsfamilien, ein stabiles Zuhause in der Wohngruppe oder Pflegefamilie. Sie versuchen den Kontakt mit den Eltern wieder herzustellen, zu pflegen und Spannungen zwischen den Beteiligten zu entschärfen. Ergänzt wird der Film u. a. durch Passagen aus Dienstberichten, die die Erzieherinnen und Erzieher aus dem Off vorlesen.

Produktion

Der niederländische Regisseur Daniel Abma, der auch das Drehbuch geschrieben hat, hat selbst Grundschulpädagogik studiert. Er hat fünf Jahre lang für sein Filmprojekt recherchiert und dann ein Jahr lang gedreht[1] von August 2022 bis August 2023, verteilt über insgesamt 42 Drehtage.[2]

Für die Dreharbeiten haben die Eltern bzw. der Vormund und das Jugendamt ihre Zustimmung gegeben. Bevor die eigentlichen Dreharbeiten begannen, veranstaltete das Team einen Workshop mit den Kindern, die sich auf diese Weise intensiv mit beispielsweise der Filmtechnik vertraut machen konnten. Mit den Kindern wurde vereinbart, dass sie jederzeit den Abbruch einer Szene verlangen konnten, wenn sie nicht gefilmt werden wollten. Auch ob eine bestimmte Szene im Film enthalten sein sollte, wurde in Einzelfällen mit ihnen diskutiert.

In der Phase der Postproduktion waren sowohl die Erzieher als auch die Kinderpsychologen der Einrichtung beteiligt.[3]

Kinematograf war der mehrfach für seine Filme ausgezeichnete Johannes Praus. 2025 erhielt er den Deutschen Kamerapreis für Im Prinzip Familie.[4]

Die Musik komponierte Hennig Fuchs, der nach dem Filmen Nach Wriezen und Autobahn zum dritten Mal mit dem Regisseur zusammengearbeitet hat. Fuchs wurde bereits zu einem frühen Zeitpunkt des Editing hinzugezogen. Das Lied, das er auf der Party am Schluss singt, hat er eigens für den Film komponiert.[2]

Kritik

Der Film rief nach seiner Leipziger Premiere ein breites Medienecho in Deutschland hervor. Christian Neffe bezeichnete den Film auf Kino-Zeit als „einfühlsam und klug beobachtet“ und lobte insbesondere seine Fähigkeit, durch genaues Hinschauen Vorurteile abzubauen und neue Perspektiven zu eröffnen.[5]

Die Filmkritikerin Gunda Bartels hob im Tagesspiegel die gesellschaftliche Relevanz des Films hervor. Ihrer Ansicht nach zeigt Abma, „was jenseits von Deep Fakes und KI-Memes, in der wirklichen Welt geschieht“, und mache die „ansonsten unsichtbare Arbeit der Jugendhilfe“ sichtbar. Sie bezeichnete den Film als einen „Empowerment-Film“ mit hoher dokumentarischer Kraft.[6] Doreen Kaltenecker betonte in ihrer Rezension auf Testkammer den hohen gesellschaftlichen Wert des Films und beschrieb ihn als „eine Liebeserklärung an den Erzieher:innen-Beruf“, den sie mit 9 von 10 Punkten bewertete.[7] Im Ray Filmmagazin hob Kay Hoffmann die „warmherzige“ Erzählweise hervor und unterstrich die Darstellung der täglichen Herausforderungen in der pädagogischen Arbeit: Der Film zeige, „wie wichtig die Arbeit der Erzieherinnen ist und mit wie viel Einfühlungsvermögen sie den Alltag meistern“.[8]

Auch andere Stimmen betonten die Balance zwischen Ernsthaftigkeit und Hoffnung. So schrieb Gundula Lasch für M – Menschen Machen Medien (Fachzeitschrift ver.di) von der „großen Kunst, ein schweres Thema leicht zu erzählen“, wodurch das Publikum „einen Blick in das Leben von Menschen werfen“ könne, „das vielen von uns sonst verborgen bleiben würde“.[9]

Festivals & Auszeichnungen

2024

2025

Einzelnachweise

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