NAACP Image Award

Auszeichnung From Wikipedia, the free encyclopedia

Der NAACP Image Award ist ein Preis, der jährlich von der amerikanischen National Association for the Advancement of Colored People (NAACP) für besondere Leistungen vergeben wird, die in den Bereichen Film, Fernsehen, Musik und Literatur von Afroamerikanern erbracht werden.

Geschichte

Der Ortsverband des NAACP in Beverly Hills/Hollywood wurde 1962 gegründet. Er war eine Reaktion auf den Rassismus in der Unterhaltungsbranche gegenüber Afroamerikanern und richtete sich vor allem an Schauspieler. Nach einem Essen zu Ehren von Sammy Davis, Jr., der den Ortsverband finanziell förderte, nahm der Verband seine Arbeit auf. Fünf Jahre später, unter Präsident Don Lanclos entstand der Plan, eine Preisverleihung ähnlich der Oscars zu veranstalten, die die Leistungen afroamerikanischer Schauspieler feiern sollte, die vom Mainstream-Hollywood häufig übersehen wurden.

Der Preis wurde erstmals am 4. Februar 1969 vergeben. Die Veranstaltung fand vor 200 geladenen Gästen im Beverly Hilton Hotel statt. Geehrt wurde Sidney Poitier. Außerdem wurden Preise in zwei kategorien vergeben: Fernsehen und Film.[1]

Die Preisverleihung wird seit 1974 im Fernsehen übertragen. Von 1987 bis 1994 wurde er von der National Broadcasting Company auf dem Time-Slot von Saturday Night Live übertragen.1995 stand der Award kurz vor der Einstellung, da seit 1988 Misswirtschaft betrieben wurde und nur durch eine größere Geldspende der veranstaltenden Organisation der Award gerettet werden konnte. Die Gründe für den Geldverlust blieben im Unklaren.[2]

Von 2007 bis 2013 wurde der Award vom Sender FOX übertragen. Von 2014 bis 2019 übernahm TV One kurzzeitig die Ausstrahlung.[1] Anschließend wurde mit Black Entertainment Television ein neuer Kanal gefunden.[3]

Die Zeremonie findet in der Regel im Februar oder Anfang März an unterschiedlichen Orten in oder in der Nähe von Los Angeles statt. 2021 wurde die Veranstaltung wegen der COVID-19-Pandemie in den Vereinigten Staaten virtuell abgehalten, auch 2022 fand die Veranstaltung zwar live, aber ohne Publikum statt.[4]

Vergangene Zeremonien

Weitere Informationen Jahr, Tag ...
JahrTagGastgeberVeranstaltungsort
19674. FebruarBeverly Hilton Hotel, Beverly Hills
1968 22. September[5] Beverly Hilton Hotel, Beverly Hills
1969 11. Oktober[6]
197015. November[7]
1971 21. November[8]
197218. November[9]
1973 keine Veranstaltung
197419. JanuarHollywood Palladium
1975 18. Januar
1976 7. Februar
1977 24. April
1978 9. Juni
1979 27. Januar Hollywood Palladium
1980 27. Januar[10] Louis Gossett Jr./Rita Moreno/Ted Lange/Benjamin Hooks/Valenti
1981 5. Dezember Robert Guillaume Hollywood Palladium
1982DezemberJayne Kennedy/George Peppard/Michael WarrenHollywood Palladium
1983 4. Dezember Dorothy Chandler Pavilion
1984 17. Dezember
1985 Dezember
1986 13. Dezember Debbie Allen/Denzel Washington
1987 Dezember Debbie Allen/Denzel Washington
1988 Dezember
1989 9. Dezember
1990 9. Dezember
1991 nicht vergeben
1992 11. Januar Pasadena Civic Auditorium
199316. Januar
1994 5. Januar
1995nicht vergeben[2]
19966. AprilWhitney Houston/Denzel WashingtonPasadena Civic Auditorium
19978. FebruarArsenio Hall/Patti LaBelle
199814. FebruarVanessa L. Williams/Gregory Hines
199914. FebruarMariah Carey/Blair Underwood
200012. FebruarDiana Ross
200123. FebruarChris TuckerUniversal Amphitheatre
20023. MärzChris Tucker
20038. MärzCedric the Entertainer
20046. MärzTracee Ellis Ross/Golden Brooks/Persia White/Jill Marie Jones
200525. MärzChris TuckerDorothy Chandler Pavilion
200625. FebruarCuba Gooding, Jr.Shrine Auditorium
20072. MärzLL Cool J
200814. FebruarD.L. Hughley
200912. FebruarHalle Berry/Tyler Perry[11]
201026. FebruarAnika Noni Rose/Hill Harper
20114. MärzHolly Robinson Peete/Wayne Brady
201217. FebruarSanaa Lathan/Anthony Mackie
20131. FebruarBroderick Steven Harvey
201422. FebruarAnthony AndersonPasadena Civic Auditorium
20156. Februar
2016 5. Februar
2017 11. Februar
2018 15. Januar
2019 30. März Dolby Theatre
2020 22. Februar Pasadena Civic Auditorium
2021 27. März[12] Virtuell
2022 26. Februar[13] Pasadena Civic Auditorium (Virtuell)
2023 25. Februar[14] Queen Latifah Pasadena Civic Auditorium
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Preisvergabe

Ähnlich wie bei den Oscars oder den Grammys werden die Preisträger gewählt, in diesem Falle von Mitgliedern der NAACP. Derzeit wird der Image Award in 35 Kategorien verliehen. Zusätzlich gibt es auch Ehrenpreise wie den President’s Award, den Chairman’s Award, Unterhalter des Jahres und die Image Award Hall of Fame. In letztere wurden unter anderem Oprah Winfrey und Gordon Parks aufgenommen. Der Chairman’s Award ging unter anderem an Eric Holder (2015) und Barack Obama (2005), 2015 wurde Steven Spielberg mit dem Vanguard Award ausgezeichnet.[1]

Kategorien

Film

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Kategorie Originalbezeichnung
Bester Film Outstanding Motion Picture
Bester Hauptdarsteller Outstanding Actor in a Motion Picture
Beste Hauptdarstellerin Outstanding Actress in a Motion Picture
Bester Nebendarsteller Outstanding Supporting Actor in a Motion Picture
Beste Nebendarstellerin Outstanding Supporting Actress in a Motion Picture
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Fernsehen

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Kategorie Originalbezeichnung
Beste Serie – Drama Outstanding Drama Series
Bester Serien-Hauptdarsteller – Drama Outstanding Actor in a Drama Series
Beste Serien-Hauptdarstellerin – Drama Outstanding Actress in a Drama Series
Bester Serien-Nebendarsteller – Drama Outstanding Supporting Actor in a Drama Series
Beste Serien-Nebendarstellerin – Drama Outstanding Supporting Actress in a Drama Series
Beste Serie – Comedy Outstanding Comedy Series
Bester Serien-Hauptdarsteller – Comedy Outstanding Actor in a Comedy Series
Beste Serien-Hauptdarstellerin – Comedy Outstanding Actress in a Comedy Series
Bester Serien-Nebendarsteller – Comedy Outstanding Supporting Actor in a Comedy Series
Beste Serien-Nebendarstellerin – Comedy Outstanding Supporting Actress in a Comedy Series
Bester Darsteller – Seifenoper Outstanding Actor in a Daytime Drama Series
Beste Darstellerin – Seifenoper Outstanding Actress in a Daytime Drama Series
Bester Fernsehfilm oder Miniserie Outstanding Television Movie, Mini-Series or Dramatic Special
Bester Darsteller – Fernsehfilm/Miniserie Outstanding Actor in a Television Movie, Mini-Series or Dramatic Special
Beste Darstellerin – Fernsehfilm/Miniserie Outstanding Actress in a Television Movie, Mini-Series or Dramatic Special
Bestes Kinderprogramm Outstanding Children’s Program
Beste Talkshow, Nachrichten- oder Informationssendung Outstanding News, Talk or Information – Series or Special
Bestes Varieté Outstanding Variety – Series or Special
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Musik

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Kategorie Originalbezeichnung
Bester Newcomer Outstanding New Artist
Bester Künstler Outstanding Male Artist
Beste Künstlerin Outstanding Female Artist
Bestes Duo oder beste Gruppe Outstanding Duo or Group
Bester Jazzkünstler Outstanding Jazz Artist
Bester Gospelkünstler Outstanding Gospel Artist
Bestes Musikvideo Outstanding Music Video
Bestes Album Outstanding Album
Bestes Lied Outstanding Song
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Literatur

  • Bestes literarisches Werk, Erzählliteratur
  • Bestes literarisches Werk, Sachliteratur
  • Bestes literarisches Werk für Kinder
  • Bestes literarisches Werk, Lyrik

Ehrenpreise

  • Chairman’s Award
  • Entertainer of the Year Award
  • Hall of Fame Award
  • President’s Award
  • Vanguard Award

Kontroversen

Der Image Award ist bisweilen Gegenstand verschiedener Kontroversen, dahingehend, dass nach Meinung von Kritikern manche Nominierten diese Anerkennung durch die NAACP nicht verdient hätten. 1994 war beispielsweise Tupac Shakur als bester Hauptdarsteller in dem Film Poetic Justice nominiert, obwohl er im Dezember 1993 des sexuellen Missbrauches an einer Frau angeklagt worden war.[15] 2004 war R. Kelly für sein Album Chocolate Factory nominiert, obwohl er zu dieser Zeit in Zusammenhang mit Kinderpornografie unter Anklage stand.[16]

2003 erhielt der Film Barbershop fünf Nominierungen, unter anderem Cedric the Entertainer als bester Nebendarsteller. Der Film wurde dafür kritisiert, dass die Figur, die Cedric the Entertainer darin verkörperte, wenig schmeichelhafte Bemerkungen über Rosa Parks, Martin Luther King und Jesse Jackson macht.[17] Ähnlich war dies bei der Rap-Gruppe OutKast, die 2004 sechs Nominierungen erhielt, obwohl sie ein Lied mit dem Titel Rosa Parks aufgenommen hatten und dafür von Parks wegen der unerlaubten Benutzung ihres Namens verklagt worden waren.

Vier Mal, zuletzt 1987 und 1990, wurde der Award für die Beste Hauptdarstellerin nicht vergeben. Dies wurde stark kritisiert. Das Komitee rechtfertigte sich jedoch, das es in diesen Jahren kaum bedeutsame Rollen für schwarze Frauen gab und nicht genug Nominierungen zustande kamen.[18][19]

Einzelnachweise

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