Immo Stabreit
deutscher Botschafter
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Immo Friedrich Helmut Stabreit (* 24. Januar 1933 in Rathenow, Landkreis Westhavelland; † 1. November 2025[1] in Berlin[2]) war ein deutscher Diplomat und Botschafter in Südafrika, den Vereinigten Staaten und Frankreich.
Leben und Ausbildung
Stabreit studierte von 1951 bis 1953 Geschichtswissenschaft, Französisch und Spanisch an der Princeton University, danach bis 1957 Rechtswissenschaft an der Freien Universität Berlin und von 1957 bis 1961 studierte er an der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg. 1959 war er Referendar in der Abteilung Wirtschaft der Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl in Luxemburg. 1962 heiratete Stabreit Barbara Philippi. Sie haben eine Tochter und zwei Söhne. Stabreit war Volljurist, als er 1962 in den Auswärtigen Dienst trat und Angehöriger des 17. Attachélehrgangs des Auswärtigen Amts wurde. 1964 wurde er an der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg mit Die Revision multilateraler völkerrechtlicher Verträge durch eine begrenzte Anzahl der Vertragsparteien zum Doktor der Rechtswissenschaften promoviert.
Laufbahn im auswärtigen Dienst
Von 1962 bis 1963 war er im Rahmen des Vorbereitungsdiensts der Botschaft Moskau zugeteilt. Nach der Laufbahnprüfung war er ab 1964 im Referat Politische und sozial-ökonomische Strukturfragen des Ostblocks tätig.1966 wurde er erneut an die Botschaft Moskau versetzt, wo er in der politischen Abteilung eingesetzt wurde.
Mit seiner Rückkehr in die Zentrale des Auswärtigen Amts in Bonn wurde Stabreit 1971 dem für die damalige Sowjetunion zuständigen Referat in Bonn zugeteilt, dessen stellvertretende Leitung ihm 1972 übertragen wurde. Es folgte 1974 seine Versetzung an das Generalkonsulat Boston, Vereinigte Staaten, wo er bis 1975 am „Advanced Study Program“ des Center for International Affairs der Harvard University teilnahm.
1975 wurde Stabreit zur Dienstleistung bei der Internationalen Energie-Agentur der OECD in Paris, wo er die Leitung der Abteilung Beziehungen zu den Erdölförderländern innehatte, beurlaubt. Mit seiner Rückkehr in den Geschäftsbereich des Auswärtige Amts wurde ihm 1978 die Leitung des Referats Europäische Einigung und politische Zusammenarbeit übertragen. Anschließend wurde er von 1983 bis 1987 in den Geschäftsbereichin des Bundeskanzleramts versetzt.
Von 1987 bis 1992 war er Botschafter in Pretoria. In der Zeit zwischen der Wegversetzung von Carl Lahusen und der Ankunft Stabreits war Fritz Ziefer Geschäftsträger. Ende 1987 erinnerte Ziefer vor der deutsch-südafrikanischen Handelskammer in Johannesburg die Unternehmer an ihre „Pflicht, die unhaltbaren wirtschaftlichen und politischen Realitäten in Südafrika zu ändern“. Als Botschafter distanzierte sich Stabreit von Ziefer und fand für das Apartheidregime diplomatische Sprachregelungen.[3] Stabreit sekundierte Pieter Willem Botha, als der CDU-Politiker Norbert Blüm bei einem Besuch nach dem inhaftierten Nelson Mandela fragte.[4]
In seiner Amtszeit als Botschafter in Washington (1992–1995) ging das Berlin Document Center in das Eigentum des Bundes über, womit die unmittelbare Zugänglichkeit durch den Freedom of Information Act erlosch.[5]
Von 1995 bis 1998 war Stabreit Botschafter in Paris, von wo er in den Ruhestand trat.
Von 1998 bis 2002 war er geschäftsführender Leiter der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik. Er betätigte sich anschließend als Consultant.[6]
Schriften
- Die Revision multilateraler völkerrechtlicher Verträge durch eine begrenzte Anzahl der Vertragsparteien. 1964 (zugleich Dissertation Universität Heidelberg 1964).
- Die EPZ als Faktor der internationalen Politik. Entstehung, Funktionsweise, Perspektive. In: P. Coulmas (Hrsg.): Elemente des Wandels in der westlichen Welt. 1979, S. 287–298.
- Die Ergebnisse der KIWZ im Energiebereich (Konferenz über internationale wirtschaftliche Zusammenarbeit, KIWZ)
- Yugoslav Breakup. Don’t Blame Germany. In: The Washington Post, 29. Juni 1993, S. A9.
Weblinks
- Immo Stabreit im Munzinger-Archiv (Zugriff für angemeldete Benutzer)
- Eintrag in prabook.com