Imperial Triumphant

US-amerikanische Experimental-Metal-Band From Wikipedia, the free encyclopedia

Imperial Triumphant ist eine US-amerikanische Experimental-Metal-Band, die 2005 in New York City gegründet wurde und seit 2019 bei Century Media unter Vertrag steht.

Schnelle Fakten Allgemeine Informationen, Herkunft ...
Imperial Triumphant
Imperial Triumphant (2019)

Imperial Triumphant (2019)

Allgemeine Informationen
Herkunft New York City, Vereinigte Staaten
Genre(s) Experimental Metal, Black Metal, Jazz Metal
Aktive Jahre seit 2005
Auflösung
Website www.imperial-triumphant.com
Aktuelle Besetzung
Zachary Ezrin
Steve Blanco
Kenny Grohowski
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Geschichte

Anfänge

Zachary Ezrin entstammt einer musikalischen Familie, sein Onkel ist professioneller Jazzmusiker. Ezrin studierte Musik und hat einen Universitätsabschluss in klassischer Komposition. Ein früher Einfluss war die Musik von Jimi Hendrix, bevor er sich durch Gruppen wie Dimmu Borgir extremeren Genres zuwandte.[1] 2005 gründete er Imperial Triumphant. In wechselnder Besetzung wurden mehrere Demos und EPs aufgenommen.

2012 stießen Schlagzeuger Kenny Grohowski, der bereits mit John Zorn gearbeitet hatte,[2] und Bassist Erik Malave zur Band. Das Debütalbum Abominamentvm wurde in Eigenregie veröffentlicht.

Malave wurde durch Steve Blanco ersetzt; zusammen nahmen die drei 2015 das zweite Album Abyssal Gods auf, das beim italienischen Label Code666 herauskam. Für Austin Weber von No Clean Singing ist das Album ein Meilenstein des Black Metal.[3] Metal.de attestierte zwar eine bedrückende und aggressive Grundstimmung, kritisierte aber die Produktion als „ziemlich rau und irgendwie matschig“, außerdem wären die Musiker „nicht immer besonders tight“. Als Bewertung gab es sechs von zehn Punkten.[4]

2018 folgte Vile Luxury (Gilead Media / Throatruiner Records), auf dem für Siggy Zielinski von den Babyblauen Seiten „Avant Black Hardcore Horror Metal auf die Anarchie von Free Jazz“ trifft, Musik und Text seien durch die Stadt New York inspiriert.[2] Danach brach die Band im April 2019 zu ihrer ersten Europatournee auf, die unter anderem Auftritte beim niederländischen Roadburn Festival und beim Damnation Festival in Leeds beinhaltete.[5]

Alphaville

Nach einem Wechsel zu Century Media erschien dort am 31. Juli 2020 das vierte Studioalbum Alphaville, dessen Titel eine Anspielung auf den gleichnamigen Film von Jean-Luc Godard ist. Das Cover, welches Anleihen von Fritz Langs Stummfilmklassiker Metropolis aufweist, entwarf der polnische Künstler Zbigniew Bielak, der bereits zahlreiche Metal-Plattencover gestaltete.[6][7] Beteiligt waren Gastmusiker wie Tomas Haake von Meshuggah und Colin Marston (Gorguts, Krallice), der das Album zusammen mit Trey Spruance von Mr. Bungle auch produzierte. Alexander Santel beschrieb das Album auf Metal.de als „anstrengend, atonal, mal durchaus angenehm klingend“, unterschiedlichste Einflüsse wie ein Barbershop-Quartett, Black Metal, Free Jazz und japanische Taiko-Drums seien mit der zugrundeliegenden Kakophonie disharmonischer Melodien verwoben. In Summe ergab das für ihn sieben von zehn Punkten.[8] Für Ollie Fröhlich vom Ox Fanzine ist Alphaville „uneasy listening to the max, aber genauso faszinierend wie konsumierend“; Imperial Triumphant hätte sich durch dieses Werk in ein „fieses Biest am Avantgarde-Himmel gewandelt“. Er bewertete das Album mit vier von fünf Sternen.[9] Die US-Ausgabe des Metal Hammer listete Alphaville auf Platz 10 der besten Metal-Alben 2020.[10]

Die geplante „Devastation on the Nation“-Tour mit Borknagar, Rotting Christ und Wolfheart konnte wegen der Corona-Pandemie nicht stattfinden.[11]

Im November 2021 wurde das Live-Album An Evening With Imperial Triumphant (Live At Slipper Room), das in New York aufgenommen wurde und Songs der vorangegangenen zwei Alben enthält, auf Century Media veröffentlicht.

Spirit of Ecstasy

Das fünfte Studioalbum Spirit of Ecstasy erschien am 22. Juli 2022 ebenfalls bei Century Media. Mitwirkende waren erneut Tomas Haake, Colin Marston und Trey Spruance – diesmal als Produzent und Gitarrist –, außerdem der Saxophonist Kenny G sowie dessen Sohn Max Gorelick, Alex Skolnick von Testament und Denis „Snake“ Belanger von Voivod. Zachary Ezrin ließ sich von Luxus-Marken wie Rolls RoyceSpirit of Ecstasy ist der Name der Rolls-Royce-Kühlerfigur – und Rolex inspirieren, um das dekadenteste, übertriebenste und extremste Album zu machen, das möglich sei. Das Cover-Artwork erinnert laut Kerrang an die „Josephine-Baker-Ära“ der amerikanische Kunst und Gustav Klimt.[12]

Ezrin äußerte in einem Interview mit Anton Kostudis im Fuze Magazine, dass bei dem Album die Balance wichtig sei, die ruhigeren und tonalen Passagen würden den chaotischen mehr Gewicht und Intensität verleihen.[13] Kostudis rezensierte das Album als „rumpelndes, düsteres und verqueres Stück Musik, das vor allem eines ist: dauerhaft unangenehm“.[14] Im Ox Fanzine konstatierte Joachim Hiller, das Werk sei „komplex und in manchen Momenten […] etwas, äh, herausfordernd, aber dann ist ein paar Sekunden später sowieso alles wieder ganz anders“ und vergab dreieinhalb von fünf Sternen.[15] Paul Travers vom Kerrang gab drei von fünf Punkten, Spirit of Ecstasy sei kein einfaches Hörerlebnis. Die Band wirke teilweise etwas zu bemüht, anders zu klingen – nur der Konfrontation wegen. Durch die Kompromisslosigkeit und den Verzicht auf Grenzen sei das Album allerdings gelungen.[16]

Auf der folgenden „Mother of Greed“-Tour spielte die Band im Mai und Juni 2022 zusammen mit der italienischen Progessive-/Post-Metal-Band Nero Di Marte mehrere Konzerte in nord- und osteuropäischen Ländern und zum Abschluss eines im Viper Room in Wien.[17]

Auf der „European Invasion“-Tour im April und Mai 2023 gab es auch mehrere Konzerte in Deutschland: besucht wurden Berlin, München, Wiesbaden, Jena und Karlsruhe.[18]

Imperial Triumphant veröffentlichte 2023 von Juni bis November eine Serie von Coverversionen, zuerst als Singles und später als EP unter dem Titel Covers Collection. Dabei wurden Stücke unterschiedlicher Genres von Metal bis Jazz interpretiert: Paranoid Android (1997) von Radiohead, A Night in Tunisia (1942) von Dizzy Gillespie, Jacob’s Ladder (1980) von Rush, Motorbreath (1983) von Metallica und Wayne Shorters Nefertiti (1968) – Titelstück des gleichnamigen Albums von Miles Davis.

2024 erschien auf Century Media Vile Luxury – Redux 1924, eine neu gemasterte und gemischte Version des Albums von 2018.

Goldstar

Nachdem 2024 bereits die Singles Eye of Mars und Hotel Sphinx und Anfang 2025 Lexington Delirium und Pleasuredome vorab veröffentlicht wurden, erschien am 21. März 2025 das sechste Studioalbum Goldstar (Nine Class 'A' Tunes), wiederum auf Century Media. Für das Cover zeichnete erneut Zbigniew Bielak verantwortlich, Produzent war wie auf den vorigen Alben Colin Marston. Als Gastmusiker waren neben anderen Tomas Haake und Dave Lombardo (Slayer, Suicidal Tendencies, Fantômas etc.) beteiligt.

In einem Interview für das Fuze Magazine wurde das Album von Rodney Fuchs als „etwas eingängiger“ beschrieben, obwohl Imperial Triumphant laut Gründer Ezrin „der Metal-Szene einen Stempel aufdrücken“ will, „der sagt: Wir waren hier und klingen anders als der Rest“.[19] In seiner Rezension schrieb Fuchs, „dass man hier den Schritt von der Avantgarde hin zur Eingängigkeit gewagt“ habe, die Band aber integer genug sei, sich nicht zu verkaufen.[20] Im Ox Fanzine besprach Ollie Fröhlich die Platte. Er bemerkte, dass Goldstar beinahe Easy Listening sei, „wenn man denn Eskapaden aus Sprachfetzen, abgedrehten Rhythmen, dissonanten Gitarren und spooky Gesängen Easy Listening nennen mag“ und vergab vier von fünf Sternen.[21] Olly Thomas schrieb im Kerrang, die Platte sei immer noch ein Extreme-Metal-Album, allerdings eines, das viele weitere Einflüsse zulasse und bewertete sie mit vier von fünf Punkten.[22] Melanie Aschenbrenner vertrat im Metal Hammer die Auffassung, Goldstar sei „eine Meisterklasse in Jazz- und Klassik-infiziertem Blackened Extreme Metal sowie Folter für das unbedarfte, an Melodie geschulte Ohr“, ihr Urteil war fünf von sieben Punkten.[23]

Im Oktober 2025 tourte Imperial Triumphant mit Igorrr und Master Boot Record durch Europa und spielte dabei in Frankfurt, Köln und Hamburg drei Konzerte in Deutschland.[24]

Stil

Musikalischer Stil

Anfangs orientierte sich der Stil am Black Metal der zweiten Welle. Bis 2012 wollte Imperial Triumphant nach Aussage von Zachary Ezrin einfach nur klingen wie Immortal.[25] Auch danach war der Sound deutlich vom Black Metal geprägt, allerdings nicht darauf eingeengt. Zunehmend kamen Jazz- und Avantgarde-Einflüsse in die Musik, Dissonanzen und technisch anspruchsvolle polyrhythmische Passagen sind hierbei charakteristisch. Häufig wurde die Band mit Deathspell Omega oder Portal verglichen, später auch mit Voivod oder Dillinger Escape Plan. Goldstar (2025) wurde von vielen Rezensenten als zugänglicher und konventioneller beschrieben, was aber im Kontext früherer Veröffentlichungen gesehen werden muss, die als sehr fordernd und unangenehm gelten.

Visueller Stil

Die Musiker treten mit goldenen Masken und schwarzen Umhängen auf. Albumcover und Videos sind oft in einer retrofuturistisch[26] anmutenden Art-déco-Ästhetik gehalten und zeigen häufig dystopische urbane Architektur und Wolkenkratzer.[25]

Diskografie

Alben

  • 2012: Abominamentvm (Selbstverlag)
  • 2015: Abyssal Gods (Code666)
  • 2018: Vile Luxury (Gilead Media / Throatruiner Records)
  • 2020: Alphaville (Century Media)
  • 2022: Spirit of Ecstasy (Century Media)
  • 2024: Vile Luxury – Redux 1924 (Century Media, Remix/Remastering von Vile Luxury)
  • 2025: Goldstar (Century Media)

Livealben

  • 2021: An Evening with Imperial Triumphant (Live at Slipper Room) (Century Media)

Kompilationen

  • 2014: Shrine to the Trident Throne (Code666, Abominamentvm zusammen mit der Goliath-EP)

Demos und EPs

  • 2008: Imperial Triumphant (Demo)
  • 2008: Immortal Iron Glory (Demo, auch als Summons to War veröffentlicht)
  • 2010: Obeisance (Selbstverlag, EP)
  • 2013: Goliath (Selbstverlag, EP)
  • 2016: Inceste (Redefining Darkness Records, EP)
  • 2023: Covers Collection (Century Media, EP)

Singles

  • 2012: Manifesto
  • 2020: Rotted Futures
  • 2020: City Swine
  • 2020: Atomic Age
  • 2022: Maximalist Scream
  • 2022: Merkurius Gilded
  • 2022: Tower of Glory, City of Shame
  • 2023: Paranoid Android (Radiohead-Cover)
  • 2023: A Night in Tunisia (Dizzy-Gillespie-Cover, A Night in Tunisia)
  • 2023: Jacob’s Ladder (Rush-Cover)
  • 2023: Motorbreath (Metallica-Cover)
  • 2023: Nefertiti (Miles-Davis-Cover)
  • 2024: Eye of Mars
  • 2024: Hotel Sphinx
  • 2025: Lexington Delirium
  • 2025: Pleasuredome
Commons: Imperial Triumphant – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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