Ingo Autenrieth

deutscher Mediziner und Mikrobiologe From Wikipedia, the free encyclopedia

Ingo B. Autenrieth (* 10. August 1962 in Stuttgart-Bad Cannstatt) ist ein deutscher Mediziner, Universitätsprofessor und Facharzt für Mikrobiologie, Virologie und Infektionsepidemiologie.

Ausbildung

Ingo Autenrieth studierte von 1982 bis 1989 Medizin an den Universitäten Ulm und Dundee. Nach seiner Promotion in Ulm absolvierte er seine Facharztausbildung am Institut für Hygiene und Mikrobiologie des Universitätsklinikums Würzburg.[1]

Beruflicher Werdegang

Nach seiner in Würzburg erfolgten Habilitation arbeitete er 1995 als Gastwissenschaftler am Schweizerischen Institut für Experimentelle Krebsforschung, 1996 folgte er dem Ruf an die LMU München als Professor für Medizinische Mikrobiologie und Hygiene.[2]

Von 2000 bis 2020 war er Inhaber des Lehrstuhls und Ärztlicher Direktor des Instituts für Medizinische Mikrobiologie der Universität Tübingen und des Universitätsklinikums Tübingen. Er hatte von 2004 bis 2020 die Position des Prodekans und seit 2006 zudem nebenamtlich die Position als Dekan der Medizinischen Fakultät Tübingen inne.[3] 2007 übernahm er auch den Vorsitz des Interfakultären Instituts für Mikrobiologie und Infektionsmedizin Tübingen (IMIT). Von 2013 bis zu seinem Wechsel nach Heidelberg war er zudem Vorstand und Medizinischer Geschäftsführer des Departments für Diagnostische Labormedizin am Universitätsklinikum Tübingen.[4]

2020 wechselte Ingo Autenrieth an das Universitätsklinikum Heidelberg. Dort hatte er ab dem 1. April 2020 das Amt des Leitenden Ärztlichen Direktors und Vorstandsvorsitzenden inne.[5] Laut einer Mitteilung des Universitätsklinikums Heidelberg sollte sein Vertrag zum April 2025 auslaufen.[6] Autenrieth bat jedoch um vorzeitige Entbindung von seinen Aufgaben zum Ende Juni 2024.[7]

Autenrieth hat zahlreiche Funktionen in Wissenschaftsorganisationen wahrgenommen und war u. a. Vizepräsident des Medizinischen Fakultätentags[8], Mitglied im Medizinausschuss des Wissenschaftsrats[9], im Vorstand des Deutschen Zentrums für Infektionsforschung (DZIF)[10] und im Universitätsrats der Universität Augsburg tätig.[11]

Autenrieth war federführend tätig in zahlreichen DFG- und BMBF-geförderten Forschungsverbünden, u. a. als Co-Sprecher im DFG-geförderten NGS Kompetenzzentrum Tübingen (NCCT) sowie im Exzellenzclusters CMFI „Kontrolle von Mikroorganismen zur Bekämpfung von Infektionen“ der Universität Tübingen.

Gemeinsam mit der CeGaT GmbH und den Professoren Daniel Huson und Detlef Weigel war Autenrieth Gründer der CeMeT GmbH (Center for Metagenomics), einer Mikrobiom-Firma, die sich mit der metagenomischen Bestimmung, Analyse und Bewertung des Mikrobioms beschäftigt.[12]

Seit 2025 ist Autenrieth als Ärztlicher Direktor der Abteilung Digitale und Molekulare Mikrobiologie am Zentrum für Infektiologie des Universitätsklinikums Heidelberg tätig.[13]

Klinische Schwerpunkte

Autenrieth ist Facharzt für Mikrobiologie, Virologie und Infektionsepidemiologie, seine klinisch-wissenschaftlichen Schwerpunkte sind neue diagnostische Methoden, Antibiotikaresistenz und Mikrobiomanalytik.[2]

Klinischer und wissenschaftlicher Schwerpunkt seiner Tätigkeit am Universitätsklinikum Heidelberg ist die metagenomische Analyse des Mikrobioms, Metagenomdiagnostik und Metagenom-gesteuerte Therapien zur Prävention und Therapie von Infektionserkrankungen und nicht-übertragbaren chronischen Erkrankungen.[14]

Auszeichnungen

Privates

Autenrieth ist verheiratet und hat vier Kinder.[15]

Einzelnachweise

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