Ingo Sandner

deutscher Restaurator und Kunsthistoriker From Wikipedia, the free encyclopedia

Karl Ingo Sandner (* 12. Januar 1941[1] in Waldheim) ist ein deutscher Restaurator und Kunsthistoriker.

Leben

Nach dem Abschluss der Erweiterten Oberschule besuchte Sandner von 1957 bis 1961 die Arbeiter-und-Bauern-Fakultät an der Hochschule für Bildende Künste Dresden. Es folgte eine Tätigkeit als Schrift- und Plakatmaler. 1963 nahm er ein Studium in der Fachrichtung Malerei an der Kunsthochschule in Dresden auf, wechselte jedoch 1965 an das Staatliche Institut für Kunst in Moskau W. I. Surikow und studierte hier Malerei und Gemälderestaurierung. Dabei war er auch in den Zentralen Restaurierungswerkstätten der RSFR tätig. 1968 schloss er mit dem Diplom ab. Sandner wurde im selben Jahr als Restaurator im Institut für Denkmalpflege der DDR am Standort Dresden eingestellt und war hier bis 1974 beschäftigt. Er leitete zwischen 1970 und 1974 dessen Restaurierungswerkstätten. Von 1969 bis 1974 nahm er zudem einen Lehrauftrag an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee wahr. Ab 1974 baute Sandner die neue Abteilung Restaurierung an der HfBK Dresden auf und wurde zum Gründungsdozent des Studiengangs. 1977 promovierte er im Fachbereich Kunstwissenschaften an der Universität Leipzig mit dem Dissertationsthema „Vergleichende Untersuchungen am künstlerischen Werk des obersächsischen Malers Hans Hesse“. Zum Professor an der HfBK Dresden wurde Sandner 1981 berufen. Zudem wurde er Mitglied des ICOM – Committee for Conservation und des Nationalkomitees der DDR von ICOMOS. Von 1982 bis 1988 war er Rektor der HfBK Dresden. 1994 übernahm er die Professur für Restaurierung und Konservierung von Gemälden und Holzskulpturen an der damaligen Fachhochschule Köln, die er bis zu seiner Emeritierung 2006 innehatte. Sandner lebt in Dresden.[1]

Veröffentlichungen (Auswahl)

  • Der Bergaltar in Annaberg-Buchholz – ein Beitrag zur Entstehungsgeschichte, in: Neue Museumskunde, Heft 1, 1975
  • Concept and teaching methods in the training of restorers at the Dresden Visual Arts College. In: Preprints, ICOM-Committee for Conservation, 5th Triennial Meeting, Zagreb 1978
  • Passionsaltar aus der Marienkirche, Torgau (Zustand und Restaurierungsmaßnahmen), in: Restaurierte Kunstwerke in der DDR, Ausstellungskatalog, Berlin 1980
  • The Restorers Profession, its Developmental Level and the Selection of Gifted Applicants, in: Preprints, ICOM-Committee for Conservation, 6th Triennial Meeting, Ottawa 1981
  • Approaches to Restoring Decorations of Gothic and Late Gothic Interiors in Upper Saxony, Tagungs-Preprints, "Wallpainting – Symposium", Farnham und Oxford 1979
  • Zu einigen Untersuchungsergebnissen am ehemaligen Hochaltar der Franziskanerkirche in Annaberg, in: Sächsische Heimatblätter, Heft 3, 1982
  • The Training of Restorers in the German Democratic Republic, in: The International Journal of Museum Management and Curatorship, Cardiff, Great Britain, Heft 4, 1982
  • Die Konservierung von Leinwandbildern – der internationale Stand, Forschungs- und Entwicklungsvorhaben, in: Beiträge zur Erhaltung von Kunstwerken, Heft 1, 1982
  • Hans Hesse – ein Maler der Spätgotik in Sachsen. Monographie (Bildband), Verlag der Kunst Dresden, 1983
  • Research and Development as an Integral Part of Teaching, Preprints, ICOM Committee for Conservation, 7th Triennial Meeting, Copenhagen 1984, Nr. 84.21.12
  • Besonderheiten der Unterzeichnung auf Gemälden der Romantik – am Beispiel in Dresden tätiger Maler, in: Das 19. Jahrhundert und die Restaurierung, herausgegeben von Heinz Althöfer, München, 1987
  • Bemalte Holzdecken und Täfelungen in Sachsen und Probleme ihrer Konservierung, in: Bemalte Holzdecken und Täfelungen, Bern und Stuttgart 1987
  • The Treatment of Cracks in Canvas Pictures with Sythetic Adhisives – Procedures and possible Combinations with Lining Process. Preprints: ICOM-Committee for Conservation, 9th Triennial Meeting, Dresden 1990
  • Konservatorische Vorbereitung und Durchführung von Transporten für Gemälde und Holzskulpturen – Problemstellung, fachliche Anforderungen und praktische Lösungsansätze, In: Museumsobjekte in Bewegung, Bildungsstätte für Museumspersonal, Schriften des Rheinischen Museumsamtes Nr. 56, 1993, S. 26–31
  • Die IR-Reflektographie als Untersuchungsmethode – Ergebnisse an den Kölner Tafelbildern des Meisters des Bartholomäus-Altares, in: Ausstellungskatalog (Meister des Bartholomäusaltares), Köln, 2001
  • Der Berswordt-Altar in Dortmund – die Unterzeichnung auf dem Malgrund, in: Der Berswordt-Meister und die Dortmunder Malerei um 1400, herausgegeben von Andrea Zupancic und Thomas Schilp, Bielefeld 2002, S. 255–259
  • Die Unterzeichnungen der gemalten Flügel des ‚Goldenen Wunders‘, in: Ferne Welten – Freie Stadt: Dortmund im Mittelalter. Dortmunder Mittelalter-Forschung, Band 7, Bielefeld 2006, S. 383–385
  • Wir haben nichts gesehen – Anmerkungen zum Nutzen der IR-Reflektographie, in: Beiträge zur Erhaltung von Kunst- und Kulturgut, Zeitschrift des VDR, Heft 2, 2008
  • Underdrawings: Transfer Methods and Identifications using IRR, in: The Quest for the Original, Symposium XVI, Bruges, September 21st and 23rd, 2006, Leuven, Paris, Walpole, Ma, 2009, S. 250–257
  • Dekorative Malereien um 1600 in Sachsen – die Ausgestaltung von Bürgerhäusern, in: Predigt in Bildern. Ein wiederentdeckter Gemäldezyklus aus der Dresdner Sophienkirche, Katalog zur Ausstellung, S. 92–101, Dresden 2009
  • Cranach als Zeichner auf dem Malgrund – Auswertung der Untersuchungen im infraroten Strahlenbereich, Teil 1: Die Jahre um 1500 bis 1512, Cranach Digital Archiv, 2012
  • Die Ausbildung von Restauratoren – der Berufsstand und seine Entwicklung von 1945 bis 1990, in: Denkmalpflege in der DDR – Rückblicke. Beiträge zur Denkmalpflege in Berlin, Band 41. Landesamt für Denkmalpflege Berlin (Hg.), Berlin 2014
  • Werke von Schülern Lucas Cranach des Älteren – neue Forschungsergebnisse, in: Forschungen zur spätgotischen Retabelkunst, Arbeitshefte des Landesamtes für Denkmalpflege Sachsen, Heft 25, S. 36–97, 2016

Einzelnachweise

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