Ingrid Würth

deutsche Historikerin (Mediävistin) From Wikipedia, the free encyclopedia

Ingrid Würth (geb. 1978) ist eine deutsche Historikerin (Mediävistin). Ihre Forschungsschwerpunkte liegen in der Geschichte des Hoch- und Spätmittelalters, insbesondere in Frömmigkeits-, Sozial- und Verfassungsgeschichte.

Leben und Wirken

Würth studierte von 1997 bis 2003 Mittelalterliche Geschichte, Alte Geschichte und Germanistik an der Friedrich-Schiller-Universität Jena sowie an der Università degli Studi di Siena. Von 2005 bis 2007 arbeitete sie an der 3. Thüringer Landesausstellung Elisabeth von Thüringen – Eine europäische Heilige (Wartburg/Eisenach) mit. 2009–2018 war sie wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Geschichte der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, anschließend (bis 2020) im Projekt Klosterbuch Sachsen-Anhalt. 2020/21 vertrat sie die Professur für Geschichte des Mittelalters an der Universität Potsdam.[1]

2011 wurde sie mit der von Matthias Werner betreuten Arbeit Geißler in Thüringen. Die Entstehung einer spätmittelalterlichen Häresie an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg promoviert.[2] Sie untersuchte darin vor allem die Gruppe von Flagellanten um den Prediger Konrad Schmid, über den nur wenig bekannt ist. Sabine Schmolinsky kam am Ende einer umfassenden Würdigung zum Schluss, dass „der vor- oder doch schon protoreformatorische Häresienkatalog künftig die Konrad-Schmid-Sekte kennen“ müsse.[3] Mareike Roder hob die „gut recherchierte Darstellung, die sich auf solide Quellenarbeit stützt“ besonders hervor.[4] 2019 habilitierte sich Ingrid Würth mit der Studie Regnum statt Interregnum. König Wilhelm, 1247–1256 an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (Venia legendi für Mittelalterliche Geschichte und Vergleichende Landesgeschichte). Die Arbeit war von Matthias Werner angeregt worden[5] und erschien 2022 in der Schriftenreihe Monumenta Germaniae Historica. Es handelt sich um die erste umfassende wissenschaftliche Untersuchung zu dem römisch-deutschen König Wilhelm seit dem 19. Jahrhundert. Würth argumentiert darin gegen die in der Forschung geläufige Zuschreibung eines Interregnums nach dem Tod Friedrichs II.[6] Dieser Punkt wurde in den Rezensionen unterschiedlich aufgefasst – während Claudia Garnier zustimmte und in Würths Buch eine „exzellente Grundlage“ für eine Neubewertung sieht,[7] bemängelte Martin Kaufhold, der sich intensiv mit dem Interregnum befasst hat, dass sich Würth sich nicht mit den Grundlagen der Einstufung auseinandergesetzt habe.[8] Andreas Büttner lobte die Neudeutung, machte allerdings auf die Neigung aufmerksam, den „Protagonisten zu verteidigen und alternative Interpretationen aufzuzeigen“.[9]

Schriften (Auswahl)

Monographien

  • Geißler in Thüringen. Die Entstehung einer spätmittelalterlichen Häresie. Hallische Beiträge zur Geschichte des Mittelalters und der Frühen Neuzeit 10 (zugl. Diss. Jena 2011). Berlin 2012.
  • Regnum statt Interregnum. König Wilhelm, 1247–1256. Monumenta Germaniae Historica. Schriften 80. Wiesbaden 2022.

Herausgeberschaften

  • Romanische Wege um Arnstadt und Gotha. Hg. von Matthias Werner, Nici Gorff und Ingrid Würth. Weimar 2007.
  • Eine Lebenswelt im Wandel. Klöster in Stadt und Land. Hg. von Gerrit Deutschländer und Ingrid Würth. (Quellen und Forschungen zur Geschichte Sachsen-Anhalts 14), Halle 2017.
  • Umstrittene Herrschaft – die Altmark vom Ende der Askanier bis zum Landbuch Karls IV. (Quellen und Forschungen zur Geschichte Sachsen-Anhalts 30). Halle (Saale) 2025.

Einzelnachweise

Related Articles

Wikiwand AI