Innichberg
Siedlung in Innichen, Südtirol, Italien
From Wikipedia, the free encyclopedia
Innichberg ist eine Streusiedlung und Fraktion der Marktgemeinde Innichen im Hochpustertal in Südtirol in Italien. Sie liegt als Bergbauernsiedlung am nördlichen Pusterer Talhang über dem Hauptort Innichen mit Blick auf die Sextner Dolomiten.

Geographie
Innichberg befindet sich am nördlichen Hang des Pustertals über dem Ortszentrum von Innichen in einer Seehöhe von rund 1400 bis knapp 1500 Metern. Ein bewaldeter Rücken trennt hier das Pustertal vom Silvestertal der Nachbargemeinde Toblach; dieser Rücken bildet zugleich den landschaftlichen Rahmen der Streusiedlung.
Die Siedlung besteht aus verstreut liegenden Höfen und Wohnhäusern, die sich über Wiesenhänge und lichte Wälder ziehen. Von Innichberg aus bietet sich ein weiter Blick in die Sextner Dolomiten, unter anderem bis zu den Drei Zinnen.
Verwaltungsgliederung
Innichberg ist eine der vier Fraktionen der Marktgemeinde Innichen neben Innichen-Ort, Vierschach und Winnebach. Die Gesamtgemeinde Innichen umfasst eine Fläche von 80,10 Quadratkilometern und zählt etwas mehr als 3300 Einwohner; Innichberg nimmt daran einen kleinen Anteil ein. Die Fraktionen waren bis 1929 eigenständige Gemeinden und wurden erst danach zur heutigen Gemeinde Innichen zusammengefasst, womit Innichberg seine kommunale Selbstständigkeit verlor und seither verwaltungsmäßig vom Gemeindeamt Innichen aus betreut wird. Vor 1919 gehörte Innichberg, als eigene Gemeinde, zum österreichischen Gerichtsbezirk Sillian,[1] ehe es infolge des Vertrags von Saint-Germain von der neuen italienischen Verwaltung dem politischen Distrikt Bruneck zugeteilt wurde.[2]
Geschichte
Keramikfunde am Kranzhofbühel („Simmile“) am Innichberg belegen, dass der Raum um Innichen bereits in der Spätbronzezeit um 1300 v. Chr. besiedelt war.[3] Später gehörte das Gebiet zum römischen Herrschaftsbereich der Provinz Noricum. Im heutigen Ortsgebiet von Innichen lag die Militär- und Straßenstation Littamum an einer wichtigen Fernstraße zwischen Aquileia und Augsburg.
Im frühen Mittelalter entwickelte sich Innichen durch die Gründung des Benediktinerklosters im Jahr 769 und die spätere Umwandlung in ein Kollegiatstift zu einem kirchlichen und wirtschaftlichen Zentrum des Hochpustertals. Das umliegende Berggebiet inklusive Innichberg diente traditionell der alpinen Landwirtschaft. Mit der Herausbildung der zum Hochstift Freising gehörigen Hofmark Innichen und der späteren Marktgemeinde wurden die Streusiedlungen am Berg – darunter Innichberg – dauerhaft an den Hauptort gebunden.
Der Name der Siedlung ist in lateinischen Urkunden, dem Sprachgebrauch des hier begüterten Stiftes Innichen entsprechend, um 1150 als in Monte bezeugt, womit der (Außer-, Mitter- und Inner-)Innichberg gemeint war.[4] Später ist nur noch der deutsche Namen gebräuchlich, so etwa 1525 als Inchperg.[5]
Wirtschaft und Landwirtschaft
Die Siedlungs- und Wirtschaftsstruktur Innichbergs ist bis heute stark von Bergbauernhöfen geprägt, die Viehwirtschaft und Grünlandbewirtschaftung betreiben. Die sonnige Lage und die gut erschlossenen Wiesenhänge begünstigen eine extensive, an Höhenlage und Klima angepasste Landwirtschaft.
Neben der klassischen Landwirtschaft spielt der ländliche Tourismus eine zunehmende Rolle; mehrere Höfe bieten Urlaub auf dem Bauernhof sowie Jausenstationen und Gastronomie an. Diese Betriebe sind eng mit der Tourismuswirtschaft der Gemeinde Innichen verknüpft, die insgesamt auf die Standbeine Gastgewerbe, Handwerk, Handel, öffentliche Dienstleistungen und Landwirtschaft setzt.