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Iodcyan

chemische Verbindung From Wikipedia, the free encyclopedia

Iodcyan, Summenformel ICN, ist eine anorganische chemische Verbindung und das Nitril der Iodameisensäure.[S 1] Iodcyan bildet einen farblosen, stark stechend riechenden, scharf schmeckenden Feststoff.[2]

Schnelle Fakten Strukturformel, Allgemeines ...
Strukturformel
Strukturformel von Iodcyan
Allgemeines
Name Iodcyan
Andere Namen
  • Cyanogeniodid
  • Iodcyanid
Summenformel ICN
Kurzbeschreibung

farbloser, stark stechend riechender, scharf schmeckender Feststoff[1][2]

Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer 506-78-5
EG-Nummer 208-053-3
ECHA-InfoCard 100.007.322
PubChem 10478
Wikidata Q1184988
Eigenschaften
Molare Masse 152,92 g·mol−1
Aggregatzustand

fest[1]

Dichte

2,84 (18 °C)[1]

Schmelzpunkt

146,5 °C (im zugeschmolzenen Rohr)[1][3]

Dampfdruck

1,33 hPa (25,2 °C)[1]

Löslichkeit
  • löslich in Wasser (35,6 g·l−1 bei 25 °C)[1]
  • löslich in Alkohol und Ether[2][3]
Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung[1]
Gefahrensymbol

Gefahr

H- und P-Sätze H: 301​‐​311​‐​331​‐​315​‐​319​‐​335
P: 261​‐​280​‐​301+310​‐​302+352​‐​304+340​‐​312​‐​305+351+338[1]
Thermodynamische Eigenschaften
ΔHf0

166,2 kJ/mol[4]

Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0 °C, 1000 hPa).
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Gewinnung und Darstellung

Iodcyan kann durch Reaktion von Cyanwasserstoff oder Natriumcyanid mit Iod bei 0 °C gewonnen werden.[5][3]

Die Zugabe von Chlor zu der Reaktion vermeidet die Umsetzung der Hälfte des angewandten Iods in Alkaliiodide.[3]

Eigenschaften

Iodcyan ist ein nicht brennbarer, lichtempfindlicher, feuchtigkeitsempfindlicher weißer Feststoff mit stark stechendem Geruch und scharfem Geschmack[2], der bei 146,6 °C schmilzt. Ab 45 °C wird eine Sublimation beobachtet. Die Sublimationsfunktion ergibt sich nach Antoine entsprechend log10(P) = A−(B/(T+C)) (P in bar, T in K) mit A = 7,78435, B = 3335,292 und C = 14.533 im Temperaturbereich von 298.4 bis 414.3 K.[6] Mit einer Löslichkeit von 35,6 g·l−1 bei 25 °C ist der Stoff in Wasser relativ gut löslich. Er zersetzt sich schon bei Raumtemperatur allmählich, bei Erwärmung stärker. Er neigt bei Säurekatalyse zur Trimerisierung unter Bildung von Cyanusiodid, aber auch zur spontanen Polymerisation.[1][3][7] Im geschlossenen Rohr erfolgt ab 150 °C ein Zerfall in Dicyan und Iod.[5]

Verwendung

Iodcyanid wird von Präparatoren als Konservierungsmittel eingesetzt.[8] In der organischen Synthese wird es als Dealkylierungsmittel von ternären Aminen und zur selektiven Spaltung von Peptiden verwendet.[5]

Sicherheitshinweise

Iodcyan ist giftig und verursacht Reizungen der Haut, Augen und Atemwege. Zudem kann es Krämpfe sowie Lähmungen verursachen. Der Tod tritt durch Atemversagen ein.[1][2]

Einzelnachweise

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