Irina Kummert

deutsche Wirtschaftsethikerin und Hochschullehrerin From Wikipedia, the free encyclopedia

Irina Kummert (* 17. Februar 1962 in Köln) ist eine deutsche Wirtschaftsethikerin, Hochschullehrerin und Unternehmensberaterin. Seit 2023 ist sie Professorin für Personalmanagement an der HFH Hamburger Fern-Hochschule gGmbH[1] und Studiengangsleiterin des von ihr entwickelten Studiengangs People & Culture Management.[2]

Werdegang

Kummert studierte nach dem Abitur in Bad Honnef Germanistik und Anglistik in Passau und Bonn und schloss ihr Studium mit dem ersten Staatsexamen für das Lehramt an Gymnasien ab. Sie arbeitete im Anschluss als Pressesprecherin unter anderem beim Bundesverband Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen. 2003 gründete Kummert ein Personalberatungsunternehmen.

Ihre Doktorarbeit Strategien der Moral am Kapitalmarkt[3] schrieb sie bei Klaus-Jürgen Grün und Karl-Heinz Brodbeck an der Philosophischen Fakultät der Johann Wolfgang Goethe-Universität in Frankfurt am Main. Im Nachgang zur Finanzmarktkrise 2007/2008 setzte sich Kummert in dieser empirischen Studie mit dem Ethikverständnis namhafter Kapitalmarktakteure auseinander. Darüber hinaus galt ihr Interesse der Frage, wie nah am Menschen die traditionellen Ethiken sind. Zusätzlich beleuchtete sie, wie durchlässig die akademische Ethik bezogen auf Orientierung für Wirtschaftsakteure bezogen auf deren Handeln im konkreten Entscheidungsfall ist – und sein müsste, um wirkungsvoller zur Unterstützung von Entscheidungen in Dilemmasituationen beitragen zu können.

Berufliche Tätigkeiten

Seit 2013 ist Kummert Präsidentin des Ethikverbandes der deutschen Wirtschaft.[4] Sie beteiligt sich mit Publikationen (unter anderem im Manager Magazin[5]), Vorträgen und auf Panels[6][7][8][9][10][11][12][13] am öffentlichen Diskurs im Hinblick auf wirtschaftsethisch konnotierte Fragestellungen.

Seit 2019 ist sie Mitglied und seit 2021 Vorsitzende der Ethik-Kommission des Deutschen Fußball-Bundes (DFB).[14] Äußerst kritisch kommentiert wurde Kummerts Bestellung zur Vorsitzenden in der Süddeutschen Zeitung.[15]

Von Herbst 2021 bis Herbst 2022 übernahm Kummert die Verwaltung einer Professur im Fach Personalwirtschaft im Studiengang Recht, Personalwirtschaft und Psychologie an der Fakultät Recht bei der Ostfalia Hochschule für Angewandte Wissenschaften. Sie lehrte am Campus Wolfenbüttel insbesondere Unternehmensethik, Corporate Governance und Compliance sowie relevante Schlüsselqualifikationen in der digitalisierten Arbeitswelt, moderne Leadershipkonzepte und HR-Excellence. Ein besonderer Schwerpunkt ihrer wissenschaftlichen Arbeit lag auf der Vermittlung eines werteorientierten Personalmanagements.[16] Kummert bringt sich zudem in Form von Gastvorlesungen ein.[17] Seit Februar 2021 veröffentlicht sie alle 14 Tage gemeinsam mit Karin Barthelmes-Wehr den Podcast „Interessen: Konflikt. Ethik. Führung. Vorurteile“[18] und seit August 2021 einmal monatlich gemeinsam mit Klaus-Jürgen Grün den Podcast „Radiophilosophie. Erfolgreich trotz Denken“.[19]

Veröffentlichungen (Auswahl)

  • Strategien der Moral am Kapitalmarkt. Namhafte Finanzmarktakteure geben Einblick in ihr Ethikverständnis. Zugl. Dissertation. Springer Gabler, Wiesbaden 2013 ISBN 978-3-658-03508-2
  • als Hrsg. mit Philipp Aerni, Klaus-Jürgen Grün: Schwierigkeiten mit der Moral. Ein Plädoyer für eine neue Wirtschaftsethik. Springer VS, Wiesbaden 2016, ISBN 978-3-658-10282-1.

Aufsätze und Artikel

  • Vorwort in: Ingo Gestring et al. (Hrsg.): Ethik im Mittelstand. Grundlagen und Instrumente zur praktischen Umsetzung. Springer Gabler, Wiesbaden 2016, ISBN 978-3-658-09552-9.
  • mit A. Kaempf-Dern, V. Rock: Adressing leadership challenges in times of digitalisation of the workspace - recommendations for industry and science, eingereicht im Vorfeld der III TWR Conference Transdisciplinary Worksplace Research vom 7. bis 10. September 2022 am Politecnico in Mailand.
  • Blackbox Aufsichtsratswahlen? Wie unsere eigenen Regeln zur Risikominimierung Intransparenz fördern und was wir dagegen tun können. In: Der Aufsichtsrat, 15. Mai 2021, S. 66–68.
  • Wie unsere eigenen Regeln zur Risikominimierung Intransparenz fördern und was wir dagegen tun können. Vom Glück des Verstehens. Interview in: Wissen macht Spaß. Verlag Frankfurter Allgemeine Buch, 2021. ISBN 978-3-96251-104-3
  • Kinder kriegen die Leute Sowieso. Ein Plädoyer für mehr Sachlichkeit in der Debatte um Generationsgerechtigkeit. In: Die Versicherungswirtschaft, 2021. ISSN 0042-4358
  • Lieferkettengesetz ist ungeeignet. Beitrag in der Börsen-Zeitung vom 7. November 2020, Nr. 215, S. B9. ISSN 0343-7728
  • Ethik in der Wirtschaft zur Frage, ob Unternehmen in der Wirtschaft neben einer ökonomischen auch eine soziale Verantwortung haben sollten. In: ifo Schnelldienst 24/2018. Zeitschrift des ifo Institut, Leibnitz Institut für Wirtschaftsforschung an der Universität München. ISSN 0018-974X
  • Steuermoral? Ein Plädoyer für mehr Sachlichkeit. In: FinanzRundschau, vol 100, no 9, 2018, pp. 425–427. ISSN 2567-4765.
  • Bewegungskultur, Wettkampf und Kommerz: Über die Relevanz von Moral im Sport. In: Yvonne Thorhauer, Christoph A. Kexel (Hrsg.), Compliance im Sport. Springer Gabler, Berlin/Heidelberg 2018, ISBN 978-3-658-22510-0, S. 60–76.
  • Der Zauber der Transparenz - Über die Ambivalenz eines moralischen Prinzips im Kontext der Digitalisierung. In: Yvonne Thorhauer, Christoph A. Kexel (Hrsg.), Face-to-Interface. Springer Gabler, Berlin/Heidelberg 2017, ISBN 978-3-658-17154-4, S. 69–81.

Einzelnachweise

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