Iris Stalzer

deutsche Politikerin (SPD), Bürgermeisterin von Herdecke From Wikipedia, the free encyclopedia

Ute Iris Stalzer (* 4. Januar 1968 in Frankfurt am Main) ist eine deutsche Politikerin (SPD). Sie ist seit November 2025 Bürgermeisterin von Herdecke im südöstlichen Ruhrgebiet.

Leben

Iris Stalzer wuchs in Herdecke als Tochter eines Stahlarbeiters auf. Sie studierte Rechtswissenschaft in Bielefeld und Bochum.[1] Seit 1993 ist sie als Rechtsanwältin und Fachanwältin für Arbeitsrecht tätig, zunächst in Hagen, dann in Wetter (Ruhr) und anschließend in Herdecke.

Von 2004[1] bis 2020 war Stalzer Mitglied des Stadtrats von Herdecke, zehn Jahre gehörte sie der Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen an. Bei der Kommunalwahl 2014 war sie Spitzenkandidatin der Herdecker Grünen,[2] trat jedoch Monate später mit zwei weiteren Stadträten aus der fünfköpfigen Fraktion und der Partei aus.[3][4]

Später trat sie der SPD bei. Bei der Kommunalwahl 2025 wurde Stalzer als gemeinsame Kandidatin von SPD und Grünen[5] zur Bürgermeisterin von Herdecke gewählt, nachdem die langjährige Amtsinhaberin Katja Strauss-Köster (CDU) wegen ihres gewonnenen Bundestagsmandats nicht mehr angetreten war. Stalzer setzte sich in der Stichwahl am 28. September 2025 mit 52,2 % (1. Wahlgang 42,5 %[6]) der Stimmen gegen Fabian Haas (CDU; 1. Wahlgang 39,2 %) durch. Sie trat das Amt am 1. November 2025 an; ihre Vereidigung erfolgte am 4. November.[7][8]

Stalzer ist verheiratet und hat zwei Adoptivkinder.[9]

Opfer eines Messerangriffs 2025

Am 7. Oktober 2025 wurde Stalzer in ihrem Wohnumfeld durch mehr als ein Dutzend Messerstiche schwer verletzt und schwebte zeitweise in Lebensgefahr. Zuvor soll sie im Keller ihres Hauses über Stunden misshandelt worden sein. Als Tatverdächtige gilt die 17-jährige Adoptivtochter von Stalzer, die nach dem Vorfall in einer jugendpsychiatrischen Einrichtung untergebracht wurde. Die zuständige Staatsanwaltschaft Hagen bewertete die Tat in einer ersten Stellungnahme gegenüber Medien nicht als versuchtes Tötungsdelikt, sondern als gefährliche Körperverletzung, weil die Beschuldigte nach der Tat Rettungskräfte alarmierte und damit von einem versuchten Tötungsdelikt zurückgetreten sei.[10][11]

Stalzer hatte vor der Tat mehrfach Kontakt zur Polizei, weil sie sich durch ihre Adoptivtochter bedroht fühlte. Diese soll Stalzer bereits zuvor mit einem Messer bedroht haben. Im Juni 2025 beschwerte sich Stalzer schriftlich über fehlende Unterstützung der Kreispolizei Ennepe-Ruhr und des Jugendamtes der Stadt Herdecke. Die polizeilichen Maßnahmen werden laut NRW-Innenminister Herbert Reul geprüft.[12][13]

Einzelnachweise

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