Irma Wehrli

Schweizer Übersetzerin From Wikipedia, the free encyclopedia

Irma Wehrli-Rudin (* 12. November 1954 als Irma Rudin in Liestal) ist eine Schweizer literarische Übersetzerin.

Leben und Werk

Irma Wehrli wuchs im Kanton Basel-Landschaft auf und studierte Anglistik, Germanistik und Romanistik an der Universität Basel. 1979 schloss sie ihr Studium mit dem Lizentiat phil. I. summa cum laude ab.[1] Seit 1984 arbeitet sie als Übersetzerin aus dem Englischen/Amerikanischen und Französischen, mit den Schwerpunkten klassische englischsprachige Autorinnen und Autoren des 19. und 20. Jahrhunderts sowie Gegenwartsliteratur. Namentlich hat sie die Hauptwerke des amerikanischen Autors Thomas Wolfe übersetzt. Für die Übertragung von Wolfes Roman Of Time and the River wurde ihr 2011 das Zuger Übersetzer-Stipendium zugesprochen.[2] 2017 verlieh ihr die Universität Basel die Ehrendoktorwürde für ihr Lebenswerk als Übersetzerin und Kulturvermittlerin.[3]

Neben ihrer Übersetzertätigkeit war und ist sie als Referentin, Mentorin und Dozentin tätig. So leitete sie von 1997 bis 2006 die Englisch-Workshops im Künstlerhaus Boswil. 2016 und 2019 hatte sie einen Lehrauftrag an der Universität Basel. 2018 und 2023 veranstaltete sie Übersetzungs-Workshops im Auftrag des „Centre de traduction littéraire“ der Universität Lausanne im Château de Lavigny.[4] Ausserdem war sie mehrfach im Auftrag des Deutschen Übersetzerfonds, des Übersetzerhauses Looren und von Pro Helvetia als Mentorin für andere Übersetzerinnen und Übersetzer tätig, um ihr Wissen weiterzugeben. Sie ist Mitglied des Vereins Autorinnen und Autoren der Schweiz A*dS.

Irma Wehrli ist verheiratet und Mutter von zwei erwachsenen Kindern. Sie lebt seit 1980 in Davos, wo sie sich seit vielen Jahren auch für das gesellschaftliche und kulturelle Leben der Stadt engagiert.

Ehrenamtliche Tätigkeit

  • 1998–2012: Kirchgemeindepräsidentin ev.-ref. Davos Platz
  • 2011–2014: Präsidentin Evangelischer Grosser Rat (Bündner Kirchenparlament)
  • 2015–2021: Präsidentin Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen in Davos (AKiD)[5]
  • Seit 2001: Vorstandsmitglied der Kulturzeitschrift „Davoser Revue“[6]
  • Seit 2021: Mitglied Programmgruppe „Diskursive Formate“, Kulturplatz Davos

Auszeichnungen

  • 2005: Preis der Max Geilinger-Stiftung, zusammen mit der Verlegerin Sabine Dörlemann
  • 2011: Zuger Übersetzer-Stipendium für den Roman Of Time and the River von Thomas Wolfe
  • 2011: Landwasserpreis (Davoser Kulturpreis)[7]
  • 2017: Ehrendoktorwürde der Universität Basel für das Gesamtwerk
  • 2020: Bode-Stipendium des Deutschen Übersetzerfonds (Mentorat)

Übersetzungen (Auswahl)

Aus dem Englischen und Amerikanischen

  • John Galsworthy: Meistererzählungen (Manesse, 1984)
  • Rudyard Kipling: Meistererzählungen (Manesse, 1987, Teilübersetzung)
  • Anthony Trollope: Der Premierminister / “The Prime Minister” (Manesse: Corona-Reihe, 1991)
  • Thomas Hardy: John Loveday - der Stabstrompeter / “The Trumpet-Major” (Manesse, 1995)
  • Richard Burns: Sandro und Simonetta / “Sandro and Simonetta” (Benziger, 1995)
  • Oscar Wilde: Erzählungen und Märchen (Manesse, 1997)
  • Wilkie Collins: Die gelbe Maske und andere Erzählungen (Manesse, 1998)
  • Willa Cather: Der Tod bittet den Erzbischof / „Death Comes for the Archbishop“ (Manesse, 1998)
  • Elizabeth Bowen: Erzählungen (Manesse, 2000)
  • Nathaniel Hawthorne: Das Haus mit den sieben Giebeln / „The House of the Seven Gables“ (Manesse, 2004, Neuauflage 2014)
  • Rudyard Kipling: Indische Erzählungen (Manesse, 2006)
  • George Meredith: Die tragischen Komödianten / „The Tragic Comedians“ (Manesse, 2007)
  • Thomas Wolfe: Schau heimwärts, Engel / „Look Homeward, Angel“ (Manesse, 2009)
  • Thomas Wolfe: Oktoberfest / „Oktoberfest“ (Manesse, 2010)
  • Thomas Wolfe: Von Zeit und Fluss (Manesse, 2014)
  • Walt Whitman: Jack Engles Leben und Abenteuer / „Life and Adventures of Jack Engle“ mit Renate Orth-Guttmann (Manesse, 2017)
  • Katherine Mansfield: Fliegen, tanzen, wirbeln, beben (Manesse, 2018)
  • Julie Otsuka: Als der Kaiser ein Gott war (Lenos Verlag, 2019)
  • Thomas Wolfe: Eine Deutschlandreise (Manesse, 2020, Teilübersetzung)
  • Rose Macaulay: Ein unerhörtes Alter (Dumont, 2020)
  • Leila Aboulela: Minarett (Lenos Verlag, 2020)
  • Katherine Mansfield: Die Gartenparty (Manesse, 2022)
  • Leila Aboulela: anderswo, daheim (Lenos Verlag, 2022)
  • Joe Wilkins: Der Stein fällt, wenn ich sterbe (Lenos Verlag, 2023)
  • Erzählungen und Gedichte von William Blake, Paul Bowles, Thomas Campion, Walter de la Mare, Gertrude Stein, John Keats, Charles Lamb, Vernon Lee, Herman Melville, Sarah Orne Jewett, O. Henry, H.L. Longfellow, Christina Rossetti, Hugh Walpole, R.L. Stevenson, William Wordsworth in den Manesse-Sammelbänden Engel (1991), Gärten (1993), Inseln (1988), Reise durch die Schweiz, (1991) Sag ich’s euch, geliebte Bäume (1984), Träume(1999), Weihnachten (1987), Weihnachtszeit (1995), Über den Feldern (2014), Prosaische Passionen (2022)
  • Gedichte von Robert Frost in: „Carte blanche“, Jahrbuch Viceversa Literatur 5 (2011)

Aus dem Französischen

  • Claude Delarue: Das Sonnenmosaik / „La mosaїque“ (Benziger, 1989), ch-Reihe[8]
  • Gisèle Ansorge: Séverine / „Prendre d’aimer“ (Limmat Verlag, 1991)
  • Anne-Lise Grobéty: Unendlich mehr / „Infiniment plus“ (Benziger, 1991), ch-Reihe
  • François Conod: Der Sommer der Fische / „Janus aux quatre fronts“ (Benziger, 1995), ch-Reihe
  • Suzanne Deriex: Das Kind und der Tod / „L’enfant et la mort“ (Huber Verlag, 2006), in der Reihe „Reprinted by Huber“, ed. Charles Linsmayer
  • Jeanne Hersch: Erste Liebe / „Temps alternés“ (Huber Verlag, 2010), in der Reihe „Reprinted by Huber“, ed. Charles Linsmayer

Französische Sachbücher

  • Dominique Wisler: Drei Gruppen der Neuen Linken auf der Suche nach der Revolution (Zürich: Seismo Verlag, 1996)
  • Odyssea: Ansätze einer Interkulturellen Pädagogik (Lehrmittelverlag des Kantons Zürich, 1998)
  • Micheline Calmy-Rey: Die Schweiz, die ich uns wünsche (Nagel & Kimche, 2014)
  • Micheline Calmy-Rey: Die Neutralität zwischen Mythos und Vorbild (NZZ Libro, 2020)
  • Regelmässige Ko-Übersetzerin der Schweizer Uhrenzeitschrift „Watch Around“, 2007–2017

Französisches Jugendbuch

  • Marie-Christophe Ruata-Arn: Wer hat die Puppe gestohlen?/“Qui a volé la marionnette?“ (Editions La Joie de Lire, 2007)

Einzelnachweise

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