Ironman World Championship
Langdistanz-Triathlon
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Die Ironman World Championship ist die inoffizielle Weltmeisterschaft über die Triathlon-Langdistanz (3,86 km bzw. 2,4 Meilen Schwimmen, 180,2 km bzw. 112 Meilen Radfahren und 42,195 km bzw. 26,2 Meilen Laufen).
Seit 1982 ist sie als Markenzeichen geschützt.[1] Eigentümer und Veranstalter ist die World Triathlon Corporation. Für das Rennen ist eine Qualifikation bei einem Qualifikationsrennen der weltweit stattfindenden Ironmanserie erforderlich. Die Veranstaltung wurde von 1978 bis 2022 jährlich auf Hawaii (USA) ausgetragen. Seit 2022 werden die Ironman-Weltmeisterschaften nicht mehr ausschließlich im Rahmen des Ironman Hawaii ausgetragen.
Qualifikation
Profi-Triathleten
Bis 2003 waren die Top 15 der weiblichen und männlichen Profi-Triathleten der Weltmeisterschaften berechtigt, ohne zusätzliche Qualifikation einen Startplatz für das Folgejahr zu erwerben.[2] Dies wurde im Laufe der Jahre reduziert, so dass von 2004 bis 2006 noch die Top 10 des Vorjahres direkt qualifiziert waren,[3] von 2007 bis 2011 noch die Top 3. Die übrigen Profis der Top 10 mussten von 2007 bis 2011 zusätzlich noch erfolgreich an einem weiteren von der WTC lizenzierten Wettkampf teilnehmen.[4] Für die weiteren Profi-Triathleten gab es bei den Qualifikationswettkämpfen in unterschiedlicher Anzahl gesonderte sogenannte „Pro-Slots“, über die sie mit einer entsprechenden Platzierung einen Startplatz erwerben konnten.
Ab September 2011 wurde zur Qualifikation für den Ironman Hawaii – erstmals für 2012 – das „Kona Pro Ranking System“ (KPR) eingeführt, das die Profi-Triathleten, die um die insgesamt 650.000 US-Dollar Preisgeld auf Hawaii kämpften verpflichtete an mehreren von der WTC organisierten oder lizenzierten Wettkämpfen pro Saison teilzunehmen. Die und der Erstplatzierte auf Hawaii erhielten je 8000 Punkte, die Sieger in Frankfurt, Texas, Florianópolis, Cairns und Port Elizabeth jeweils 4000, bei den übrigen Ironman-Rennen 2000 Punkte. Weitere Platzierte erhielten eine entsprechend reduzierte Punktzahl. Bei Ironman-70.3-Rennen wurden je nach Rennen 500, 750 oder 1500 Punkte an die Sieger vergeben.[5] Die besten fünf Ergebnisse pro Athlet, unter denen mindestens ein Ironman sein musste ergaben in Summe die Wertung. Die derart bestplatzierten vierzig männlichen und achtundzwanzig weiblichen Athleten erhielten jeweils Ende Juli die Möglichkeit, einen Startplatz für den Ironman Hawaii zu erwerben. Ende August wurden alle Ende Juli nicht wahrgenommenen Pro-Slots sowie zehn weitere Slots für männliche und sieben weitere für weibliche Starter den nächstbestplatzierten Profi-Triathleten angeboten. Zusätzlich wurden zehn Profi-Startplätze für die Sieger der vorhergehenden fünf Jahre vorgehalten, wobei diese vor Erwerb eines Startplatzes noch einen Ironman innerhalb der Qualifikationsperiode absolvieren mussten. Weitere zehn Profi-Startplätze waren für die Sieger in Frankfurt, Texas, Florianópolis, Cairns und Port Elizabeth reserviert.[6]
Zur Saison 2019 (Qualifikation ab September 2018) schaffte die WTC das Punkteranking wieder ab und kehrte zur ursprünglichen, direkten Slotvergabe je Rennen zurück. Ziel war es die Topleistung der einzelnen Rennen wieder stärker hervorzuheben und zu honorieren.[7]
Die Qualifikationsperiode der Profi-Triathleten für 2026 begann am 16. August 2025.[8]
Amateure
Die Anzahl der pro Wettkampf an Amateure vergebenen Qualifikationsplätze für die Weltmeisterschaften hing bis 2025 von der Anzahl an Startern in den einzelnen Altersklassen ab und variierte in der Gesamtsumme unter den einzelnen Ironman-Wettbewerben. Die jeweils verfügbaren Qualifikationsplätze wurden je Altersklasse nach der Platzierung so lange angeboten, bis alle Plätze angenommen wurden. Die Erstplatzierten der Weltmeisterschaften in den einzelnen Altersklassen waren traditionell ohne weitere Qualifikation berechtigt, einen Startplatz für das Folgejahr zu erwerben. Bis 2015 konnten sich Amateure neben Ironmanrennen auch bei ausgewählten Wettkämpfen über die halbe Distanz (Ironman 70.3) qualifizieren.
Zur Saison 2026 (Qualifikation ab August 2025) führte die WTC für die Amateure zur Qualifikation den 'Kona Standard' ein, um alle Starter eines Rennens mittels einer normierten alters- und geschlechtsbereinigten Zeit vergleichen zu können.[9][10] Hierfür werden die durchschnittlichen Zeiten der besten 20 Prozent jeder Altersklasse der letzten fünf Ironman-Weltmeisterschaften auf Hawaii verrechnet (bei den Männern derzeit 2017 – 2019, 2022 und 2024; bei den Frauen 2017 – 2019, 2022 und 2023). Diese Zeit wird ins Verhältnis mit der jeweils schnellsten Amateurzeit gesetzt: Die Altersklasse M30–34 ist dabei im aktuellen Kona Standard die schnellste Zeit und hat einen Faktor von 1,0. Die Ergebnisse der Frauen dieser Altersklasse werden mit einem Faktor von 0,8977 verrechnet.[11] Im Rahmen der Startplatzvergabe wird den jeweiligen Siegern der Altersklassen zunächst ein 'Automatic Qualifying Slot' angeboten. Dieser wird bei Nichtannahme maximal bis zum dritten Platz durchgereicht und wandert im Anschluss in den 'Performance Pool' über welchen alle weiteren Startplätze im jeweiligen Rennen vergeben werden. Die Qualifikationsplätze für die Weltmeisterschaften werden dann nach Rangfolge der verrechneten Kona-Standard-Zeit vergeben.
Die Qualifikation für die Ironman World Championship ist bei folgenden Wettkämpfen möglich:
Siegerliste
Nachdem das Rennen seit der Erstaustragung zunächst vier Jahre in Honolulu ausgetragen wurde, zog es ab 1982 auf die größte Insel des Bundesstaates nach Kailua-Kona. Bis 2019 wurden die Ironman World Championships ununterbrochen im Rahmen des Ironman Hawaii ausgetragen. 2020 und 2021 fanden auf Grund der COVID-19-Pandemie keine Weltmeisterschaften statt, 1982 und 2022 jeweils zwei Rennen. Seit 2022 wird die Weltmeisterschaft auch im Rahmen anderer Ironmanrennen ausgetragen. Seit 2023 wird das Frauenrennen getrennt von dem der Männer ausgetragen, wobei bislang ein Rennen in Kona auf Hawaii und das andere an einem anderen Ort stattfindet.[13]
Am 10. Oktober 2026 soll das Rennen mit einem einzigen großen Renntag für Frauen und Männer auf Hawaii in Kailua-Kona stattfinden.[14]
| Männer | Frauen | ||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Datum | Austragungsort | Erster Platz | Zweiter Platz | Dritter Platz | Datum | Austragungsort | Erster Platz | Zweiter Platz | Dritter Platz |
| 10. Okt. 2026 | 10. Okt. 2026 | ||||||||
| 14. Sep. 2025 | 11. Okt. 2025 | ||||||||
| 26. Okt. 2024 | 22. Sep. 2024 | ||||||||
| 10. Sep. 2023 | 14. Okt. 2023 | ||||||||
| 8. Okt. 2022 | 6. Okt. 2022 | ||||||||
| 7. Mai 2022 | 7. Mai 2022 | ||||||||
| 12. Okt. 2019 | 12. Okt. 2019 | ||||||||
| 13. Okt. 2018 | 13. Okt. 2018 | ||||||||
| 14. Okt. 2017 | 14. Okt. 2017 | ||||||||
| 8. Okt. 2016 | 8. Okt. 2016 | ||||||||
| 10. Okt. 2015 | 10. Okt. 2015 | ||||||||
| 11. Okt. 2014 | 11. Okt. 2014 | ||||||||
| 12. Okt. 2013 | 12. Okt. 2013 | ||||||||
| 13. Okt. 2012 | 13. Okt. 2012 | ||||||||
| 8. Okt. 2011 | 8. Okt. 2011 | ||||||||
| 9. Okt. 2010 | 8. Okt. 2011 | ||||||||
| 10. Okt. 2009 | 10. Okt. 2009 | ||||||||
| 11. Okt. 2008 | 11. Okt. 2008 | ||||||||
| 13. Okt. 2007 | 11. Okt. 2008 | ||||||||
| 21. Okt. 2006 | 21. Okt. 2006 | ||||||||
| 15. Okt. 2005 | 15. Okt. 2005 | ||||||||
| 16. Okt. 2004 | 16. Okt. 2004 | ||||||||
| 18. Okt. 2003 | 18. Okt. 2003 | ||||||||
| 19. Okt. 2002 | 19. Okt. 2002 | ||||||||
| 6. Okt. 2001 | 6. Okt. 2001 | ||||||||
| 14. Okt. 2000 | 6. Okt. 2001 | ||||||||
| 23. Okt. 1999 | 23. Okt. 1999 | ||||||||
| 3. Okt. 1998 | 3. Okt. 1998 | ||||||||
| 18. Okt. 1997 | 18. Okt. 1997 | ||||||||
| 26. Okt. 1996 | 26. Okt. 1996 | ||||||||
| 7. Okt. 1995 | 7. Okt. 1995 | ||||||||
| 15. Okt. 1994 | 15. Okt. 1994 | ||||||||
| 23. Okt. 1993 | 23. Okt. 1993 | ||||||||
| 10. Okt. 1992 | 10. Okt. 1992 | ||||||||
| 19. Okt. 1991 | 19. Okt. 1991 | ||||||||
| 6. Okt. 1990 | 6. Okt. 1990 | ||||||||
| 14. Okt. 1989 | 14. Okt. 1989 | ||||||||
| 22. Okt. 1988 | 22. Okt. 1988 | ||||||||
| 10. Okt. 1987 | 10. Okt. 1987 | ||||||||
| 18. Okt. 1986 | 18. Okt. 1986 | ||||||||
| 26. Okt. 1985 | 26. Okt. 1985 | ||||||||
| 6. Okt. 1984 | 6. Okt. 1984 | ||||||||
| 22. Okt. 1983 | 22. Okt. 1983 | ||||||||
| 9. Okt. 1982 | 9. Okt. 1982 | ||||||||
| 6. Feb. 1982 | 6. Feb. 1982 | ||||||||
| 14. Feb. 1981 | 14. Feb. 1981 | ||||||||
| 10. Jan. 1980 | 10. Jan. 1980 | — | |||||||
| 14. Jan. 1979 | 14. Jan. 1979 | — | — | ||||||
| 18. Feb. 1978 | — | — | — | — | — | ||||
Statistik
Erfolgreichste Athleten
Nachfolgend werden die erfolgreichsten Teilnehmer gelistet, die die World Championship mindestens dreimal gewinnen konnten.
| # | Sportler | Σ | |||
|---|---|---|---|---|---|
| 1 | 8 | 1 | 2 | 11 | |
| 2 | 6 | 3 | - | 9 | |
| 3 | 6 | 2 | 1 | 9 | |
| 4 | 6 | 2 | - | 8 | |
| 5 | 5 | 1 | - | 6 | |
| 6 | 4 | - | - | 4 | |
| 7 | 3 | 3 | 1 | 7 | |
| 8 | 3 | 2 | 1 | 6 | |
| 9 | 3 | 1 | 1 | 5 | |
| 10 | 3 | 1 | - | 4 | |
| 11 | 3 | - | 1 | 4 |
Länderstatistik
In der Erfolgsstatistik der Länder nach Podiumsplatzierungen bei Männern und Frauen liegen die Vereinigten Staaten noch immer deutlich an der Spitze, was insbesondere auf die Anfangsjahre zurückzuführen ist. So verblieben von den bei den ersten Ausrichtungen vergebenen Medaillen 89 % bei den Männern und 51 % bei den Frauen in den USA.
Im Zeitraum von 1993 bis 2019 gingen mehr als ein Drittel der Männer-Medaillen (31 von 81) an deutsche Athleten. 2016 konnten zum ersten Mal nach 1997 wieder drei deutsche Männer die Medaillenränge belegen. Beim weiblichen Geschlecht dominierten in diesem Zeitraum die Triathletinnen aus der Schweiz (15 Medaillen, davon zehn goldene) vor den Frauen aus dem Vereinigten Königreich (15 Medaillen) und jenen aus Australien (14 Medaillen).
| Platz | Land | Erster | Zweiter | Dritter | Gesamt | Anmerkungen |
|---|---|---|---|---|---|---|
| 1 | 31 | 27 | 29 | 87 | Maßgeblichen Beitrag leisteten die „Big Four“, die zwischen 1980 und 1995 quasi jeden Triathlon unter sich ausmachten – Mark Allen, Dave Scott, Scott Tinley und Scott Molina | |
| 2 | 13 | 10 | 22 | 45 | Jan Frodeno und Patrick Lange gewannen je dreimal, Normann Stadler zwei Goldmedaillen. Frodeno holte 2019 den sechsten Sieg für Deutschland in Folge bei den Männern. Als erste deutsche Frau konnte Anne Haug im Oktober 2019 das Rennen gewinnen. 2004 überquerte Nina Kraft auf Hawaii zwar als erste die Ziellinie, ihr Sieg wurde aber wegen Dopings aberkannt.[16] | |
| 3 | 11 | 9 | 10 | 30 | Mirinda Carfrae und Craig Alexander gewannen je drei Goldmedaillen. | |
| 4 | 11 | 5 | 1 | 17 | Die erfolgreichste Schweizer Athletin ist Natascha Badmann mit sechs Gold- und zwei Silbermedaillen. Daniela Ryf siegte insgesamt fünf Mal und 2015–2018 als zweite Athletin nach Paula Newby-Fraser vier Mal in Folge. Die Männer erreichten eine Bronzemedaille (1985). | |
| 5 | 8 | 17 | 3 | 28 | Peter Reid errang drei Goldmedaillen. Die erfolgreichste kanadische Athletin ist Lori Bowden – mit zwei Gold-, vier Silber- und einer Bronzemedaille. | |
| 6 | 6 | 9 | 7 | 22 | Chrissie Wellington gewann vier Goldmedaillen. | |
| 7 | 5 | 1 | 2 | 8 | Alle Medaillen wurden zwischen 1985 und 1992 von Paula Newby-Fraser gewonnen. Ab 1993 wird sie als US-Amerikanerin geführt. | |
| 8 | 4 | 1 | 2 | 7 | ||
| 9 | 3 | 3 | 3 | 9 | ||
| 10 | 2 | 5 | 3 | 10 | ||
| 11 | 1 | 2 | 0 | 3 | ||
| 12 | 0 | 1 | 2 | 3 | ||
| 0 | 1 | 2 | 3 | |||
| 14 | 0 | 1 | 1 | 2 | ||
| 0 | 1 | 1 | 2 | |||
| 16 | 0 | 1 | 0 | 1 | ||
| 17 | 0 | 0 | 6 | 6 | Fernanda Keller gewann zwischen 1994 und 2000 sechsmal die Bronzemedaille. |
(Stand: 11. Oktober 2025 – in Summe 283 Medaillen)