Iveco Group

italienischer Nutzfahrzeughersteller From Wikipedia, the free encyclopedia

Die Iveco Group N.V. ist ein börsennotierter Fahrzeughersteller, der in den Bereichen Nutz- und Spezialfahrzeuge, Antriebsstränge und zugehörige Finanzdienstleistungen tätig ist. Der Verwaltungssitz befindet sich in Turin in Italien, der Rechtssitz in Amsterdam in den Niederlanden.

Schnelle Fakten
Iveco Group N.V.
Logo
Rechtsform Aktiengesellschaft
ISIN NL0015000LU4
Gründung 2022
Sitz
Leitung
  • Olof Persson, CEO
Mitarbeiterzahl 36.046[2]
Umsatz 15,3 Mrd. EUR (2024)[2]
Branche Nutzfahrzeuge
Website www.ivecogroup.com
Stand: 31. Dezember 2024
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Geschichte

Gründung und Börsennotierung

Die Iveco Group wurde am 1. Januar 2022 von CNH Industrial abgespalten.[3] Die Gruppe ist der letzte Schritt eines Prozesses, der 1975 mit der Gründung von IVECO (Industrial Vehicles Corporation) durch die Fusion von fünf Lkw-Marken begann: Fiat Veicoli Industriali, Officine Meccaniche und Lancia Veicoli Speciali aus Italien, Unic aus Frankreich und Magirus-Deutz aus Deutschland. Das Unternehmen wurde in der Folge an die Börse gebracht und notierte seither im Leitindex FTSE MIB der Borsa Italiana; bedeutendste Aktionärin mit De-facto-Kontrolle blieb Exor, die börsennotierte Holding der Agnelli-Familie, der historischen Aktionärin des Fiat-Konzerns.

Verkäufe und Einstieg von Tata

Im Januar 2025 übernahm der Finanzinvestor Mutares den Feuerwehrfahrzeughersteller Magirus GmbH von der Iveco Group.[4][5] Ende Juli 2025 wurde bekanntgegeben, dass die indische Tata-Gruppe plane, die Iveco Group für 3,8 Milliarden Euro zu übernehmen. Tata wollte ein öffentliches Übernahmeangebot an alle Aktionäre richten, mit der Absicht, die Iveco Group vollständig zu erwerben und von der Börse zu nehmen; die Hauptaktionärin Exor verpflichtete sich, ihre Beteiligung von zuletzt 27 % im Rahmen dieses Angebots zu verkaufen.[6] Am gleichen Tag wurde in einer separaten Transaktion der Militärbereich, Iveco Defence Vehicles (IDV), für 1,7 Milliarden Euro an den italienischen Rüstungskonzern Leonardo verkauft.[7]
Stand 10. März 2026 hielt Tata keine Anteile an Iveco, aber Exor NV 27,06 %.[8]

Marken

Die Iveco Group ist mit sieben Marken in den Bereichen Nutz- und Spezialfahrzeuge, Antriebsstränge und damit verbundene Finanzdienstleistungen tätig.

  • Astra: großformatige, schwere Steinbruch- und Baufahrzeuge[9]
  • FPT Industrial: Antriebstechnologien für Straßen- und Geländefahrzeuge sowie für Marine- und Energieerzeugungsanwendungen[10]
  • Heuliez: Busse für den Personentransport[11]
  • Iveco: schwere, mittlere und leichte Nutzfahrzeuge[12]
  • Iveco Bus: Stadt- und Überlandbusse, Reisebusse und Kleinbusse[13]
  • Iveco Capital: Finanzdienstleistungen[14]
Weitere Informationen Zeitleiste der heutigen Iveco Group-Marken seit 1895 ...
Zeitleiste der heutigen Iveco Group-Marken seit 1895
Unternehmen/
Geschäftseinheit
1890er 1900er 1910er 1920er 1930er 1940er 1950er 1960er 1970er 1980er 1990er 2000er 2010er 2020er Marke
 
Fiat (Lkw) an Iveco Iveco Iveco
OM OM OM Fiat Linde
OM Iveco
Unic UNIC Iveco
Iveco Iveco Iveco
Astra Astra / Iveco-Astra Astra Astra
Iveco Bus Karosa Renault Karosa Irisbus Karosa Irisbus Iveco Bus Iveco Bus
Renault Renault Irisbus
Magirus-Deutz Iveco Iveco
Iveco
Heuliez Heuliez Bus an RVI an Irisbus Heuliez Bus
Magirus Magirus Klöckner-Deutz Magirus-Deutz Iveco-Magirus Magirus Magirus
  •  Marke eines eigenständigen Unternehmens, ggf. vorher schon in anderen Bereichen tätig
  •  Marke eines Unternehmens, das zu mindestens 50 % zu Fiat gehörte
  •  Marke, die zu 100 % Fiat gehörte
  •  Marke, die zu 100 % Fiat Industrial gehörte
  •  Marke von CNH Industrial
  •  Marke der Iveco Group
  •  Marke, Sparte oder Mehrheit verkauft
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    Industriestandorte und globale Präsenz

    Iveco Group besitzt 20 Industriestandorte: 16 in Europa, 2 in Südamerika und 2 im Rest der Welt. Forschung und Entwicklung werden in 31 Zentren durchgeführt: 24 in Europa, 1 in Nordamerika, 4 in Südamerika und 2 im Rest der Welt.[15]

    Projekte und Partnerschaften

    Hyundai Motor Company

    Im März 2022 unterzeichnete Iveco Group ein Memorandum of Understanding mit Hyundai Motor Company, um bei leichten Elektro-Nutzfahrzeugen für den europäischen Markt zusammenzuarbeiten.[16] Im selben Jahr präsentierten Iveco Group und Hyundai Motor Company den ersten großen Brennstoffzellen-Transporter auf der IAA 2022 in Hannover und 2023 einen neuen Wasserstoff-Stadtbus auf der Busworld-Messe in Brüssel.[17]

    Nikola Iveco Europe

    Im Juni 2023 gab Iveco Group die vollständige Übernahme von Nikola Iveco Europe bekannt, das nun unter dem Namen EVCO GmbH operiert und schwere Elektro- und Brennstoffzellen-Lkw produziert.[18]

    Einzelnachweise

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