J. C. Penney
US-amerikanische Kaufhauskette
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J. C. Penney (stilisiert als JCPenney) ist ein US-amerikanisches Einzelhandelsunternehmen mit Sitz in Plano (Texas).

| J. C. Penney Company, Inc. | |
|---|---|
| Rechtsform | Inc. |
| ISIN | US7081601061 |
| Gründung | 1902 |
| Sitz | Plano (Texas) |
| Leitung | Marc Rosen (CEO) Ronald W. Tysoe (Chairman of the Board) |
| Mitarbeiterzahl | 90.000 |
| Umsatz | 10,7 Mrd. US-Dollar[1] |
| Branche | Einzelhandel |
| Website | jcp.com |
| Stand: 1. Februar 2020 | |

Geschichte
Gründungsphase

Das Unternehmen wurde 1902 von James Cash Penney, Thomas Callahan und Guy Johnson, in Kemmerer, Wyoming, unter dem Namen „Golden Rule“ gegründet. Hierzu investierte Penney seine gesamten Ersparnisse in Höhe von 2.000 Dollar und lieh sich weiteres Geld.[2][3]

Da Geschäft hieß „Golden Rule“ (deutsch: Goldene Regel), weil der Name das Leitprinzip seines Geschäfts widerspiegelte: die „Goldene Regel“ aus der Ethik, die besagt „Behandle andere so, wie du von ihnen behandelt werden möchtest“. Penney wollte sein Geschäft auf Ehrlichkeit, Fairness und guten Umgang mit Kunden und Mitarbeitern aufbauen. Dieser Grundsatz war ihm sehr wichtig und prägte seine Geschäftspraktiken, wie Festpreise ohne Feilschen und eine Geld-zurück-Garantie. Der Name sollte signalisieren, dass im Laden nach moralisch korrektem Verhalten gehandelt wird und Vertrauen im Mittelpunkt steht.[4][5][6][7]

Golden Rule führte innovative Praktiken wie Festpreise und Geld-zurück-Garantie ein, die dazu beitrugen, Vertrauen bei den Kunden aufzubauen.[8]
James Cash Penney kaufte 1907 die Anteile seiner Partner auf und baute das Unternehmen, dass zu diesem Zeitpunkt aus drei Geschäften bestand, weiter aus.[3][9]
1909 verlegte Golden Rule den Firmensitz nach Salt Lake City, Utah, um näher an Banken und Eisenbahnlinien zu sein.[3][10] Bis 1912 hatte Golden Rule 34 Filialen mit einem Umsatz von 2 Millionen US-Dollar in den Rocky Mountain States.[3][10]
Umbenennung
1913 wurde die Firma unter dem Namen J. C. Penney Company offiziell eingetragen. Co-Gründer war William Henry McManus.[3] 1914 zog das Unternehmen eneut um, nach New York City, um näher an Banken und Lieferanten zu sein.[10] 1916 gab es bereits mehr als 120 Filialen.[9]
Weiteres Wachstum
1924 eröffnete Penney seine 500. Filiale in seiner Heimatstadt Hamilton[10], Missouri. Das Unternehmen wuchs in den 1920ern stark und hatte bereits 1928 etwa 1.000 Filialen[11] mit einem Umsatz von rund 190 Millionen US-Dollar.[12]
1929 hatte J.C. Penney in allen 48 US-Bundesstaaten Geschäfte eröffnet und sich als wichtiger Einzelhändler etabliert.[13]
Rezessionsphase
lm selben Jahr, eine Woche vor dem schwarzen Donnerstag, der die große Depression einläutete, ging J. C. Penney an die New York Stock Exchange.[2]
Erneutes Wachstum
Obwohl James Cash Penney während der Weltwirtschaftskrise nahezu sein gesamtes Privatvermögen verlor, erreichte J. C. Penney 1941 1.600 Filialen.[13] 1959 zählte man 1.700 Filialen. Auch in den 1960er-Jahren konnte J. C. Penney weiter wachsen und profitierte besonders von dem Aufkommen der Einkaufszentren, wo man häufig Ankermieter wurde.[9] 1962 steigt das Unternehmen in den Versandhandel ein,[14] der erste Versandkatalog erschien 1963.[15] Der Bereich wurde jedoch erst ab 1971 für J. C. Penney profitabel wird.[9]

Ende der 1960er trat J. C. Penney in den belgischen Markt ein und erwarb eine Beteiligung an dem Textileinzelhandelsunternehmen Sarma, S.A., diese Beteiligung wurde jedoch 1987 wieder abgestoßen.[14]

Im Februar 1971 verstarb James Cash Penney, 95-jährig, aber sein Unternehmen wuchs weiter.[9] In diesem Jahr wurde ein Gesamtumsatz von 5 Milliarden US-Dollar erzielt und zwei Jahre später erreichte man mit 2.053 Fililalen den Höchststand der Unternehmensgeschichte.[16]

Umzug nach Texas
1992, nach 68 Jahren, verließ J. C. Penney New York und verlagerte seinen Unternehmenssitz nach Plano, Texas, einem Vorort von Dallas.[17] Der Umzug war bereits seit 1987 geplant.[9]
Da sich das Unternehmen nicht gegen den Online-Handel behaupten kann, wird 2011 das Versandgeschäft eingestellt.[9][18]

Veräußerung und Neuaufstellung
J. C. Penney betrieb Ende Januar 2012 rund 865 Kaufhäuser in den USA und beschäftigte etwa 159.000 Mitarbeiter.[19] Da der Konzern seit 2010 ausschließlich Verluste zu verzeichnen hatte, musste die Mitarbeiterzahl bis Januar 2020 auf unter 90.000 abgebaut werden.[1][20] Im Rahmen der COVID-19-Pandemie meldete J. C. Penney am 15. Mai 2020 Insolvenz nach Chapter 11 des US-amerikanischen Insolvenzrechts an.[21]

Am 9. September 2020 übernahmen Brookfield Property Partners und Simon Property Group J.C. Penney für 800 Millionen Dollar (300 Millionen in bar und 500 Millionen der Schulden).[22]
Fusion
Im Januar 2025 fusionierte J. C. Penney mit der SPARC Group, dem Mutterunternehmen von Marken wie Aeropostale, Eddie Bauer, Brooks Brothers Lucky Brand, Nautica und Forever 21, zu Catalyst Brands. Diese Fusion schuf ein großes Portfolio mit rund 1.800 Ladengeschäften und etwa 60.000 Arbeitsplätzen.[23] lm Oktober 2025 trugen noch 647 Filialen den Namen J.C. Penney.[24]
Sortiment
Zum Sortiment von J. C. Penney gehören unter anderem Kleidung, Schuhe, Möbel, Schmuck, Kosmetik, Elektrogeräte und Haushaltsgegenstände im unteren bis mittleren Preissegment. Mit dem Unternehmen Polo Ralph Lauren bestand zwischen 2008 und 2012 eine Exklusiv-Kooperation über die niedrigpreisige Lizenz-Bekleidungs- und Accessoiresmarke American Living.[25][26]
Trivia
Im Jahr 1940 begann Sam Walton bei J. C. Penney in Des Moines, Iowa, seine Karriere für 18 Monate als Trainee. Walton gründete 1962 den Einzelhandelskonzern Walmart.[12][27]
