JURios
Onlinemagazin zu rechtlichen Themen
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JURios (Komposition aus Jura und kurios) ist ein journalistisch gestaltetes Onlinemagazin zu rechtlichen Themen, das sich auf kuriose Rechtsnachrichten sowie Inhalte über die Juristenausbildung in Deutschland spezialisiert hat.
| JURios | |
| Kuriose Rechtsnachrichten | |
| Juristisches Onlinemagazin | |
| Sprachen | Deutsch |
|---|---|
| Sitz | Köngen |
| Gründer | Jannina Schäffer |
| Artikel | 1700+ |
| Online | seit Aug. 2020 |
| (aktualisiert 11. Juni 2025) | |
| https://www.jurios.de/ | |
Geschichte
Die Website wurde im August 2020 von der Juristin und Lehrbeauftragten für Strafrecht (Fernuni Hagen) Jannina Schäffer gegründet.[1] Schäffer war zuvor Redakteurin bei dem (inzwischen eingestellten) Onlinemagazin Justillon.[2] Einen Teil ihrer dort veröffentlichten Artikel nahm sie mit zu JURios. Diese bildeten die Grundlage des neuen Onlinemagazins.
Inhalte
Die Website ist in die Rubriken „Rechtsgebiete“ (ÖR, StrafR, ZR), „Justiz“ (Gerichte, Strafvollzug, Polizei und Juristenausbildung), „Hokus Pokus“ („magische“ Themen und Law in Literature), „Nerdy“ (Nischenthemen, modernen Medien, u. ä.), „Recht schlüpfrig“ (Sex und Sexualität), „Tierisch gut drauf“ (alles rund um Tiere) und „Worldwide“ (angloamerikanischer Rechtskreis, internationale Rechtsprechung, u. ä.) unterteilt. Schwerpunkte der Berichterstattung sind Urteilsbesprechungen zu skurrilen Gerichtsentscheidungen, aber auch Nachrichten aus dem Bereich des Rechts, insbesondere auch kritische Berichterstattungen über die Juristenausbildung in Deutschland. Diese werden regelmäßig auch in überregionalen Medien aufgegriffen.
So berichtete über den Abbruch einer Klausur im Zweiten juristischen Staatsexamen im Juni 2021 in Mannheim zunächst nur JURios – andere Medien folgten.[3][4] Einen der größten Skandale der juristischen Ausbildung deckte JURios im Juni 2022 auf. Eine Klausur in Bonn lief weiter, obwohl einer der Prüflinge zusammengebrochen war. An der Berichterstattung entzündete sich bundesweite Empörung.[5][6][7][8][9][10] 2022 berichtete JURios als erstes Medium über eine Hausarbeit an der Universität Freiburg, die zurückgenommen werden musste, weil die Lösung online kursierte. Dies wurde von Legal Tribune Online (LTO) aufgegriffen.[11] Schon im Januar 2023 enthüllte JURios die geplante Streichung der Ruhetage im Staatsexamen – zunächst in Baden-Württemberg, dann aber bundesweit, worüber später auch andere berichteten.[12][13][14] Der Bundesverband rechtswissenschaftlicher Fachschaften e.V. (BRF) forderte daraufhin in einer Stellungnahme, in der auch JURios zitiert wird, die Ruhetage beizubehalten.[15] Auch über die studentische Kritik am Seminar „Liebschaften am Arbeitsplatz“ an der LMU München berichtete JURios als erstes. Die Berichterstattung wurde daraufhin von anderen Medien aufgegriffen.[16][17][18] Zudem deckte JURios den Server-Crash beim E-Examen in Baden-Württemberg im Dezember 2024[19][20] und die technischen Probleme beim E-Examen in Bayern im November 2024[21][22] auf. Ebenfalls im November 2024 fand JURios heraus, dass das LJPA Hessen den Prüfungsort im zweiten Staatsexamen nur sechs Wochen vor der Prüfung geändert hatte.[23] Im gleichen Monat berichtete JURios darüber, dass das JPA Hessen, einen Teil der Lösungsskizze versehentlich im Aufgabenteil einer Klausur im zweiten Examen abgedruckt hatte. Die Berichterstattung wurde von der Hessenschau aufgegriffen.[24] Im Februar 2025 enthüllte JURios exklusiv, dass das Gemeinsame Justizprüfungsamt der Länder Berlin/Brandenburg 16 Mal die falsche Note in einer Kampagne des ersten Examens bekanntgegeben hat.[25] Großes überregionales Interesse gab es im Juni 2025 auch an der JURios-Enthüllung, dass es in Bayern ein Ladekabelverbot für Rechtsreferendare gibt.[26][27] Im Juli 2025 deckte JURios auf, dass 124 Prüflinge aus Würzburg keine Ladung zur Mündlichen Prüfung erhalten hatte, weil das Landgericht Würzburg es vergessen hatte, die Briefe abzuschicken, worüber dann auch beck-aktuell berichtete.[28]
Aufmerksamkeit erhielten auch Beiträge von Roland Schimmel, Professor für Wirtschaftsprivatrecht und Bürgerliches Recht an der Frankfurt UAS und Jörn Griebel, Professur für Öffentliches Recht und Internationales Wirtschaftsrecht an der Universität Siegen, die sich in mehreren Artikeln kritisch mit den Bedingungen rund um das deutsche Jurastudium auseinandersetzten.[29][30] Weitere Rechtswissenschaftler, die auf JURios publiziert haben, sind etwa: Arnd Diringer, Lars Gußen, Frank Fechner, Sven Müller-Grune, Mustafa Temmuz Oğlakcıoğlu und Gernot Sydow.[31]
Preisverleihungen
Im Januar 2022 verlieh JURios den ersten deutschlandweiten Jura-Podcast-Preis in den Kategorien „Studium und Referendariat“, „Aus der Kanzlei auf die Ohren“ und „Was es sonst anzuhören gibt“.[32]
Im Oktober 2023 wurde zur Abstimmung über den Negativpreis der „Hall of Shame“ der juristischen Ausbildung aufgerufen.[33] Den ersten Platz belegt der FAZ-Artikel[34] von Tiziana Chiusi zum „Loser-Bachelor“. Die Tatsache, dass es keine verdeckte Zweitkorrektur im Juraexamen gibt, belegte Platz zwei. Platz drei erzielte die Entscheidung der Justizministerkonferenz (JuMiKo) zur Streichung der Ruhetage im Staatsexamen.[35]
Im Januar 2025 wurde das Ergebnis der zweiten „Hall of Shame“-Auszeichnung bekannt. Die Leser hatten über die größten Fehler der Justizprüfungsämter im Jahr 2024 abgestimmt. Den Negativpreis für das Jahr 2024 gewann das Justizministerium Nordrhein-Westfalen/Justizprüfungsamt Nordrhein-Westfalen. Den zweiten Platz erzielte die Justizministerkonferenz (JuMiKo) als Kollektiv, die 2024 bekanntgab, dass sie „keinen Reformdearf“ für das Jurastudium sehe.[36] Den dritten Platz belegte das Justizministerium Hessen/Justizprüfungsamt Hessen.[37]
Das Team veranstaltet regelmäßig Essay-Wettbewerbe, bei welchen juristische Beiträge zu einem vorgegebenen Thema gesucht werden.[38][39][40]