Jacob Tierney
kanadischer Schauspieler, Drehbuchautor und Regisseur
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Jacob Daniel Tierney (* 26. September 1979 in Montréal, Québec) ist ein kanadischer Schauspieler, Drehbuchautor und Regisseur.[1] Er wurde er durch die Spielfilme The Trotsky und sein Langfilmdebüt Twist bekannt.[2] Im Fernsehen war er als Mitautor und Regisseur von Letterkenny tätig.[3] Er schuf zudem die queere Hockeyserie Heated Rivalry.[4]

Leben
Tierney wurde in Montréal, Québec, geboren.[1] Er ist der Sohn des Filmproduzenten Kevin Tierney.[5] Er stand schon als Kind vor der Kamera und begann im Alter von sechs Jahren zu spielen.[6] Im Jahr 1987 war er im Alter von acht Jahren in der TV-Produktion Hitting Home zu sehen. Danach wirkte er in weiteren Kinder- und Jugendfilmen mit, darunter Josh and S.A.M., sowie in den Serien Dracula: The Series (1990–1991) und Grusel, Grauen, Gänsehaut (Are You Afraid of the Dark? 1991–1992). Für Grusel, Grauen, Gänsehaut, basierend auf der Kinderbuchreihe Gänsehaut, wurde Tierney 1993 gemeinsam mit Jason Alisharan, Rachel Blanchard, Nathaniel Moreau, Raine Pare-Coull, Jodie Resther und Ross Hull für einen Young Artist Award in der Kategorie „Outstanding Performers in a Childrens Program“ nominiert. 1995 lief Terence Davies’ Romanverfilmung Die Neonbibel, in der Tierney die Hauptrolle des 15-jährigen David spielte, bei den Filmfestspielen von Cannes im Wettbewerb um die Goldene Palme.
Im Jahr 2002 folgte der Schritt hinter die Kamera mit dem Kurzfilm Dad, bevor er sich dem Langfilm zuwandte.[6] Der Kurzfilm Dad (2002) war zugleich seine erste Arbeit als Drehbuchautor und Regisseur und erhielt beim Atlantic Film Festival eine lobende Erwähnung. In Dad spielte Tierney auch selbst mit, neben Tygh Runyan, Jacqueline McClintock und Emily Hampshire.
Wirken
Sein Spielfilmdebüt als Regisseur war Twist.[7] Der Film erschien 2003; Tierney schrieb das Drehbuch und führte ebenfalls Regie. Mit The Trotsky (frz. Titel: Le Trotski) etablierte er eine satirische Adoleszenzkomödie über einen Schüler, der sich für die Reinkarnation Leo Trotzkis hält.[2] Panorama-Cinéma hob bei The Trotsky die Energie der Komödie und die Präsenz von Jay Baruchel hervor.[8] The Trotsky gewann zahlreiche kanadische wie auch internationale Auszeichnungen, darunter auch für das beste Drehbuch und die beste Regie für Tierney.[9] Good Neighbours (2010) inszenierte Tierney als spannungsgeladenes Kammerspiel im Montréaler Stadtteil Notre-Dame-de-Grâce; Drehbuch und Regie stammten von ihm, in den Hauptrollen spielten Jay Baruchel, Scott Speedman und Emily Hampshire.[10]
In den folgenden Jahren realisierte er weitere Film- und Fernsehproduktionen als Regisseur und arbeitete zudem als Drehbuchautor. Zugleich blieb er als Schauspieler tätig. Überdies arbeitete Tierney fürs Fernsehen, insbesondere an Letterkenny, einer von Jared Keeso entwickelten Comedy, bei der Tierney zahlreiche Episoden schrieb und inszenierte.[3]
Seit 2025 prägt er als Schöpfer die Serie Heated Rivalry, welche die geheime Beziehung zweier Hockey-Stars über Jahre verfolgt und als Crave- und HBO-Max-Titel große Aufmerksamkeit erzielte.[4] Auffällig war zudem die bewusst von Tierney kuratierte Nutzung frankofoner Québec-Songs in Heated Rivalry, die messbare Effekte auf die Streaming-Zahlen auslöste.[11]
Auszeichnungen
2017 und 2018 gewann Tierney gemeinsam mit Schauspielkollege Jared Keeso den Drehbuchpreis der Writers Guild of Canada in der Sparte TV Comedy.[12]
Filmografie (Auswahl)
- 1990–1991: Dracula ist wieder da (Dracula: The Series, Fernsehserie, 21 Episoden)
- 1993: Josh and S.A.M.
- 1995: Die Neonbibel (The Neon Bible)
- 1998: False Pretense – Der Schein trügt (Dead End)
- 2003: Twist
- 2007: Walk All Over Me – Liebe, Latex, Lösegeld (Walk All Over Me)
- 2009: The Trotsky
- 2010: Good Neighbours
- 2012: Laurence Anyways
- 2016–2023: Letterkenny
- 2018: The Death and Life of John F. Donovan (Drehbuch)
- 2025: Heated Rivalry (Fernsehserie als Autor, Regisseur und Produzent)
Weblinks
- Jacob Tierney bei IMDb
- Jacob Tierney bei Filmbug (engl.)