Jacobsdorf
Gemeinde im Landkreis Oder-Spree in Brandenburg östlich von Berlin
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Jacobsdorf ist eine amtsangehörige Gemeinde im Landkreis Oder-Spree in Brandenburg (Deutschland). Sie wird vom Amt Odervorland verwaltet.
| Wappen | Deutschlandkarte | |
|---|---|---|
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| Basisdaten | ||
| Koordinaten: | 52° 20′ N, 14° 21′ O | |
| Bundesland: | Brandenburg | |
| Landkreis: | Oder-Spree | |
| Amt: | Odervorland | |
| Höhe: | 65 m ü. NHN | |
| Fläche: | 50,58 km² | |
| Einwohner: | 1849 (31. Dez. 2024)[1] | |
| Bevölkerungsdichte: | 37 Einwohner je km² | |
| Postleitzahl: | 15236 | |
| Vorwahl: | 033608 | |
| Kfz-Kennzeichen: | LOS, BSK, EH, FW | |
| Gemeindeschlüssel: | 12 0 67 237 | |
| LOCODE: | DE JBO | |
| Gemeindegliederung: | 4 Ortsteile | |
| Adresse der Amtsverwaltung: | Bahnhofstraße 3 15518 Briesen (Mark) | |
| Website: | www.amt-odervorland.de | |
| Bürgermeister: | Thomas Kahl | |
| Lage der Gemeinde Jacobsdorf im Landkreis Oder-Spree | ||
Geografie

Jacobsdorf liegt etwa 15 km westlich des Stadtzentrums von Frankfurt (Oder) in einer durch die Weichsel-Kaltzeit entstandenen Landschaft auf der Lebuser Platte an deren Übergang zum Berliner Urstromtal. Die unmittelbare Umgebung des Ortes ist landwirtschaftlich geprägt und nahezu waldfrei.
Gemeindegliederung
Die Gemeinde Jacobsdorf gliedert sich in folgende Ortsteile (die Einwohnerzahlen beziehen sich auf den 31. Dezember 2023):[2][3]
- Jacobsdorf; 733 Einwohner
- Petersdorf; 276 Einwohner
- Pillgram; 634 Einwohner
- Sieversdorf; 272 Einwohner
Hinzu kommen die Wohnplätze Ausbau Autobahn, Bahnhofssiedlung, Thomasaue und Vorwerk.
Geschichte
Die Dorfgründung erfolgte vermutlich um 1280. Unter dem Namen Jacobsdorph fand der Ort seine erste urkundliche Erwähnung 1343.[4]
Jacobsdorf und seine heutigen Ortsteile gehörten seit 1817 zum Kreis Lebus in der Provinz Brandenburg und ab 1952 zum Kreis Fürstenwalde im DDR-Bezirk Frankfurt (Oder). Seit 1993 liegt die Gemeinde im brandenburgischen Landkreis Oder-Spree.
Petersdorf und Pillgram wurden am 31. Dezember 1998[5], Sieversdorf am 26. Oktober 2003 eingemeindet.[6]
Bevölkerungsentwicklung
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Gebietsstand des jeweiligen Jahres, Einwohnerzahl: Stand 31. Dezember (ab 1991)[7][8][9], ab 2011 auf Basis des Zensus 2011, ab 2022 auf Basis des Zensus 2022[10]
Die Zunahme der Einwohnerzahlen 2000 und 2005 ist auf die Eingemeindung von Petersdorf und Pillgram im Jahr 1998 sowie Sieversdorf im Jahr 2003 zurückzuführen.
Politik
Gemeindevertretung
Die Gemeindevertretung von Jacobsdorf besteht aus zwölf Gemeindevertretern und dem ehrenamtlichen Bürgermeister. Die Kommunalwahl am 9. Juni 2024 führte bei einer Wahlbeteiligung von 72,7 % zu folgendem Ergebnis:[11]
| Partei / Wählergruppe | Stimmenanteil 2019[12] | Sitze 2019 | Stimmenanteil 2024 | Sitze 2024 | |
|---|---|---|---|---|---|
| Wählergruppe für alle Ortsteile der Gemeinde Jacobsdorf | 28,8 % | 3 | 32,1 % | 4 | |
| Unabhängige Wählerliste Pillgram | 21,9 % | 3 | 27,2 % | 3 | |
| Wählergruppe Unabhängige Bürger | 15,9 % | 2 | 16,7 % | 2 | |
| Wählergruppe Petersdorf | 8,2 % | 1 | 9,0 % | 1 | |
| CDU | 9,3 % | 1 | 7,6 % | 1 | |
| Wählervereinigung Sieversdorf | 9,5 % | 1 | 7,3 % | 1 | |
| SPD | 6,4 % | 1 | – | – | |
| Insgesamt | 100 % | 12 | 100 % | 12 |
Bürgermeister
- 1998–2019: Detlef Gasche (Wählergruppe Unabhängige Bürger)[13]
- 2019–2025: Peter Stumm (Einzelbewerber)
- seit 2025: Thomas Kahl (Wählergruppe Petersdorf)
Stumm wurde in der Bürgermeisterwahl am 26. Mai 2019 mit 68,4 % der gültigen Stimmen für eine Amtszeit von fünf Jahren[14] gewählt[15] und in der Bürgermeisterstichwahl am 30. Juni 2024 mit 61,4 % der gültigen Stimmen in seinem Amt bestätigt.[16] Im September 2025 legte er sein Amt vorzeitig nieder.[17]
Am 16. Oktober 2025 wurde Thomas Kahl aus den Reihen der Gemeindevertreter für den Rest der Amtszeit zum neuen Bürgermeister gewählt.[18]
Sehenswürdigkeiten

In der Liste der Baudenkmale in Jacobsdorf und in der Liste der Bodendenkmale in Jacobsdorf stehen die in der Denkmalliste des Landes Brandenburgs eingetragenen Kulturdenkmale.
- Dorfkirche Jacobsdorf, Feldsteinkirche aus dem 13. /14. Jahrhundert, wurde nach 1860 nach Westen hin verlängert und erhielt einen verbretterten Dachturm. An der Außenseite der Kirche stehen drei Epitaphe aus dem Ende des 18. Jahrhunderts. Sie besaß bis zum Zweiten Weltkrieg drei Bronzeglocken. 1942 mussten alle Glocken zur Buntmetallgewinnung abgeliefert werden[4]. Zwei wurden jedoch nicht eingeschmolzen und kehrten zum Ort zurück; die dritte blieb bis heute verschollen.
- Dorfkirche Petersdorf
- Gutshaus des ehemaligen Rittersitzes in Petersdorf
- Vorlaubenhaus (1594/1595 im altgermanischen Stil erbaut) in Pillgram
- Dorfkirche Sieversdorf
- Gutshaus (1689 erbaut) mit barocken Stuckdekorationen in Sieversdorf
Wirtschaft und Infrastruktur
Wirtschaft
- Orgelwerkstatt Scheffler
Neben Handwerksbetrieben wird die Wirtschaft im Ort von der Tierproduktion und dem Tabakanbau geprägt.
Verkehr
Durch Jacobsdorf führt die Landesstraße L 37 von Petershagen an der Bundesstraße 5 nach Müllrose. Die nächstgelegene Autobahnanschlussstelle ist Müllrose an der A 12.
Die Haltepunkte Jacobsdorf (Mark) und Pillgram an der Bahnstrecke Berlin–Frankfurt (Oder) werden von der Regionalexpresslinie RE 1 Magdeburg–Berlin–Frankfurt (Oder) bedient.
Persönlichkeiten
- Gottlieb Samuel Treuer (1683–1743), Hochschullehrer in Göttingen, in Jacobsdorf geboren
- Ernst Jähde (1860–1923), Erfinder und Unternehmer, in Pillgram geboren
- Inge Flierl (1926–2025), Bildwirkerin, Gedenkausstellung im Golem-Hof 2025/2026
Literatur
- Siegfried Griesa, Heinz Pohle, Joachim Winkler: Chronik Jacobsdorf, ISBN 3-933416-19-1