Jagsal

Ortsteil der Stadt Schlieben From Wikipedia, the free encyclopedia

Jagsal ist ein Ortsteil der Stadt Schlieben im südbrandenburgischen Landkreis Elbe-Elster. Er befindet sich etwa fünf Kilometer südlich des Stadtkerngebietes und umfasst eine Fläche von 802,8 Hektar.[2]

Schnelle Fakten Stadt Schlieben ...
Jagsal
Stadt Schlieben
Koordinaten: 51° 41′ N, 13° 21′ O
Höhe: 85 m ü. NHN
Einwohner: 149 (2012)[1]
Eingemeindung: 1. November 2001
Postleitzahl: 04936
Vorwahl: 035361
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Geschichte

Unter Denkmalschutz stehende Scheune eines Bauernhofes in Jagsal

Das Straßendorf wurde urkundlich erstmals 1375 als Jagesel erwähnt.[3][4]

Während der Befreiungskriege hat sich im August 1813 auf den Jagsaler Fluren der sogenannte Franzosenmord ereignet. Kosaken ermordeten hier in der Nacht vom 19. zum 20. August 61 typhuskranke französische, bayrische und italienische Kriegsgefangene mittels Säbelhieben und Lanzenstichen und beraubten sie anschließend.[5][6][7][8][9]

Jagsal ist seit dem 1. November 2001 ein Ortsteil der Stadt Schlieben.[10]

Weitere Informationen Einwohnerentwicklung von 1875 bis 2000, Jahr ...
Einwohnerentwicklung von 1875 bis 2000[11]
JahrEinwohner JahrEinwohner JahrEinwohner JahrEinwohner
1875 190 1946 274 1989 173 1995 169
1890 190 1950 229 1990 176 1996 164
1910 190 1964 184 1991 169 1997 158
1925 193 1971 161 1992 170 1998 154
1933 184 1981 156 1993 171 1999 153
1939 159 1985 159 1994 168 2000 154
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Kultur und Sehenswürdigkeiten

Einen parkähnlichen Eichenbestand weist der unter Naturschutz stehende Quellgrund auf. Unter der an der alten Heerstraße gelegenen sogenannten Napoleoneiche soll hier einst Napoleon auf einem seiner Feldzüge gerastet haben.[6]

Von einer langen Mühlengeschichte zeugt in Jagsal der Mühlteich. Bis 1949 gab es in Jagsal eine Wassermühle, deren Existenz sich bis in das Jahr 1587 zurückverfolgen lässt. Sie gehörte einst der Rittergutsfamilie von Strauchwitz in Osteroda und wurde später mit dem gesamten Dorf Jagsal an das Amt Schlieben verkauft. Nach ihrer Außerbetriebnahme im Jahr 1941 wurde sie nach einigen Jahren des Stillstands schließlich abgerissen.[12] Auf dem Grundstück befindet sich in der Gegenwart ein landwirtschaftlicher Betrieb und eine Pension. Unter Denkmalschutz stehen in Jagsal die Durchfahrtsscheune eines Großbauerngehöftes in der Dorfstraße 23 sowie ein historischer Wegweiser aus Sandstein an der Ortsverbindungsstraße L 69 von Osteroda nach Oelsig, der zu den ältesten erhaltenen Wegemarkierungen in Südbrandenburg gehört.[13][4]

Außerdem befindet sich in Jagsal ein Kriegerdenkmal in Form einer Stele zu Ehren der im Ersten Weltkrieg gefallenen Einwohner des Ortes.[14]

Einzelnachweise

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