Jakobsruh
Ortsteil der Gemeinde Neuendettelsau
From Wikipedia, the free encyclopedia
Jakobsruh (fränkisch ebenfalls Jakobsruh[2]) ist ein Gemeindeteil der Gemeinde Neuendettelsau im Landkreis Ansbach (Mittelfranken, Bayern).[3] Jakobsruh liegt in der Gemarkung Haag.[4]
Jakobsruh Gemeinde Neuendettelsau | |
|---|---|
| Koordinaten: | 49° 18′ N, 10° 50′ O |
| Höhe: | 423 m ü. NHN |
| Einwohner: | 17 (31. Dez. 2013)[1] |
| Postleitzahl: | 91564 |
| Vorwahl: | 09874 |
Lage von Jakobsruh in Neuendettelsau
| |
Jakobsruh, Westseite | |

Geografie
Die Einöde liegt im Tal der Aurach, in die rechts der Reutgraben mündet. 0,5 km südöstlich des Ortes liegt der Aschberg (434 m ü. NHN). Ein Anliegerweg führt nach Haag (1,1 km westlich).[5]
Geschichte
Das Landhaus wurde 1770/73 vom damaligen Heilsbronner Klosterverwalter Jakob Weinhardt in der Nähe des abgegangenen Girkenhofs errichtet. Als Baumaterial dienten ihm auch die Steine der Heilsbronner Katharinenkirche, die 1770 abgerissen wurde, und die des eingestürzten Turmes der St.-Stefans-Kirche in Wollersdorf. Schon im ersten schriftlichem Beleg von 1794 wurde dieser Landsitz nach dem Vornamen seines Besitzers „Jacobs Ruh“ genannt.[6] Daneben gab es noch die Bezeichnung nach dem Flurnamen „Altenwöhr“.[7]
Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gehörte die Jakobsruh zur Realgemeinde Haag. Das Gut hatte das brandenburg-ansbachische Klosterverwalteramt Heilsbronn als Grundherrn. Unter der preußischen Verwaltung (1792–1806) des Fürstentums Ansbach erhielt die Jakobsruh bei der Vergabe der Hausnummern die Nr. 18 des Ortes Haag.[8] Von 1797 bis 1808 unterstand der Ort dem Justiz- und Kammeramt Windsbach.[9][10]
Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde Jakobsruh dem 1808 gebildeten Steuerdistrikt Aich und der 1810 gegründeten Ruralgemeinde Aich zugeordnet.[11] Mit dem Zweiten Gemeindeedikt (1818) wurde Jakobsruh in die neu gebildete Ruralgemeinde Haag umgemeindet.[9]
Im Jahre 1836 ging Jakobsruh in den Besitz des Oberpostmeisters von Axthelm über, ab 1868 gehörte sie dem Landwirt Georg Geiselbrecht. 1897 erwarb sie die Diakonissenanstalt Neuendettelsau und erweiterte sie 1902 um eine Gastwirtschaft und einem Schwesternerholungsheim. 1967 wurde die alte Jakobsruh und die Gastwirtschaft wegen Baufälligkeit abgerissen. Lediglich das Fundament ist noch erhalten. Das Inventar der alten Jakobsruh wurde teilweise geborgen und restauriert. Darunter befinden sich Gemälde von Johann Jakob Kleemann (1739–1790), die heute im Stadt- und Kreismuseum Ansbach ausgestellt sind.[12]
Am 1. Januar 1972 wurde die Jakobsruh im Zuge der Gebietsreform in Bayern nach Neuendettelsau eingemeindet.[13]
Das Anwesen befindet sich heute im Privatbesitz.
Bau- und Bodendenkmäler
- Haus Nr. 18: ein zweigeschossiges Gasthaus, mit Walmdach, 1740 als Landhaus erbaut, mit späteren Umbauten; wurde 1967 abgerissen.[14]
- Nördlich am Hang befand sich eine Siedlung der Jungsteinzeit.[15]
Einwohnerentwicklung
Historische Bilder
- Ortsplan 1821
- Jakobsruh (1896)
- Im 19. Jahrhundert
Aktuelle Bilder
- Jakobsruh, August 2017
Religion
Der Ort ist evangelisch-lutherisch geprägt und war ursprünglich nach St. Michael (Weißenbronn) gepfarrt,[8] seit 1897 ist die Pfarrei St. Nikolai (Neuendettelsau) zuständig. Die Einwohner römisch-katholischer Konfession sind nach St. Franziskus (Neuendettelsau) gepfarrt.[26][30]
Literatur
- Johann Kaspar Bundschuh: Jakobsruhe. In: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken. Band 6: V–Z. Verlag der Stettinischen Buchhandlung, Ulm 1804, DNB 790364328, OCLC 833753116, Sp. 799 (Digitalisat).
- Elisabeth Fechter: Die Ortsnamen des Landkreises Ansbach. Inaugural-Dissertation. Erlangen 1955, DNB 480570132, OCLC 872378821, S. 102–103.
- Günter P. Fehring: Stadt und Landkreis Ansbach (= Bayerische Kunstdenkmale. Band 2). Deutscher Kunstverlag, München 1958, DNB 451224701, S. 114.
- Manfred Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach (= Historischer Atlas von Bayern, Teil Franken. I, 35). Kommission für bayerische Landesgeschichte, München 2009, ISBN 978-3-7696-6856-8.
- Manfred Keßler: Der Rittersitz zu Dettelsau im hohen und späten Mittelalter. Dissertation. Erlangen 2009, DNB 998940933, S. 441–442 (PDF; 11,1 MB).
- Hans Rößler (Hrsg.): Unter Stroh- und Ziegeldächern. Aus der Neuendettelsauer Geschichte. Freimund-Verlag, Neuendettelsau 1982, ISBN 3-7726-0110-3, S. 109–112 (Digitalisat [PDF]).
Weblinks
- Geschichtlicher Rundgang durch die Jakobsruhe auf YouTube. Vortrag von Hans Rößler (Heimat- und Geschichtsverein Neuendettelsau)
- Jakobsruh in der Ortsdatenbank von bavarikon, abgerufen am 3. September 2021.
- Jakobsruh in der Topographia Franconiae der Uni Würzburg, abgerufen am 14. September 2019.
- Jakobsruh im Geschichtlichen Ortsverzeichnis des Vereins für Computergenealogie, abgerufen am 19. Februar 2025.

