Jamais-vu
Phänomen
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Das Jamais-vu-Erlebnis [] (franz. für niemals gesehen) beschreibt das Gegenteil vom Déjà-vu-Erlebnis.
Bei diesem psychologischen Phänomen wird eine Person, ein Umstand oder ein Ort – obwohl eigentlich bekannt – als völlig fremd oder neu empfunden. Das Erlebnis findet unter ähnlichen Umständen wie das Déjà-vu-Erlebnis statt und ist von der gleichen emotionalen Irritation begleitet. Beim gesunden Menschen tritt es plötzlich oder während einer Erschöpfung auf. Als Begleiterscheinung von Neurosen, Psychosen, Depersonalisation sowie Derealisation oder Hirnerkrankungen, vor allem des Temporallappens, können Jamais-vu-Erlebnisse gehäuft auftreten.
Im Gegensatz zur Agnosie oder der illusionären Verkennung bleibt beim Jamais-vu-Erlebnis die Realitätsprüfung erhalten. Es wird als vorübergehendes Phänomen erlebt und kann bereits währenddessen oder in einer nachfolgenden Reflexionsphase als Fehlwahrnehmung eingeordnet werden.
Literatur und Quellen
- Evan Ratliff für die nytimes
- Susana Martinez-Conde über nicht-wahrheitsgetreue Wahrnehmung des neurologischen Instituts Barrow (PDF; 558 kB)
- Alan S. Brown. 2004. The déjà vu experience. Taylor & Francis. London. Online verfügbar unter books.google.com