Jan Grossman
tschechischer Theaterregisseur, Literatur- und Theaterkritiker
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Jan Grossman (* 22. Mai 1925 in Prag; † 10. Februar 1993 ebenda)[1] war ein tschechischer Theaterregisseur, Literatur- und Theaterkritiker.

Leben
Jan Grossman maturierte 1944 in Prag. Er schrieb schon während der Schulzeit am Gymnasium. Während der Protektoratszeit war er im Widerstand tätig und er kämpfte im Prager Aufstand.[2]
Nach Kriegsende studierte Grossman an der philosophischen Fakultät der Karls-Universität Prag vergleichende Literatur und Ästhetik bei Václav Černý und Jan Mukařovský. Er war außerdem als Redakteur der Zeitung Mladá fronta tätig. 1946 wurde er Lektor des Schauspielhauses des Prager Nationaltheaters. Nach dem kommunistischen Februarumsturz verlor er diese Anstellung und er durfte von 1949 bis 1956 nicht publizieren.[1]
Von 1948 bis 1953 war er Dramaturg des Staatstheaters Brünn. Bis 1956 übernahm er die Dramaturgie in Emil František Burians Armeetheater Déčko (Das D). Bis 1959 war er als Verlagsredakteur tätig, kehrt wieder zum Theater zurück und wurde Dramaturg der 1961 verbotenen Laterna Magica. 1962 übernahm Grossman die Dramaturgie am Divadlo Na zábradlí (Theater am Geländer), wo er unter anderem Alfred Jarrys König Ubu (1964), Václav Havels Vyrozumění (1965) Kafkas Process (1966) inszenierte. Nach dem Ende des Prager Fühlings wurde er 1968 erneut mit einem Publikationsverbot belegt. Zunächst war er im niederländischen Arnhem als Regisseur tätig, nachdem er ab 1975 nicht mehr ausreisen durfte, wirkte er in tschechischen Regionaltheatern in Ústí, Cheb und Hradec Králové. 1989 konnte er nach Prag ans Divadlo Na zábradlí zurückkehren.[1]

Grossman war mit der Schauspielerin Marie Málková verheiratet.[3]
Werke
- Literarische Werke
- Analýzy (Analysen). 1991
- Svědectví současníků (Das Zeugnis der Zeitgenossen), 1996
- Inscenace (Inszenierung), 1997
- Texty o divadle (Texte über das Theater), 1999
- Regie
- Král Ubu (König Ubu), 1964 (Alfred Jarry)
- Vyrozumění (Die Verständigung), 1965 (Václav Havel)
- Proces (Der Process), 1966 (Franz Kafka)
- Škola pro ženy (Schule für Frauen), 1984 (Molière)
- Largo desolato, 1990 (Václav Havel)
- Pokoušení (Die Versuchung), 1992 (Václav Havel)
Literatur
- Dieter Segert: Die Grenzen Osteuropas. 1918, 1945, 1989, drei Versuche im Westen anzukommen. Campus-Verlag, Frankfurt/M. 2002, ISBN 3-593-37020-4 (Erwähnung von Jan Grossman, der in Cheb oder Hradec Králové Jaroslav Hašek oder Bertolt Brecht inszenierte)
Weblinks
- Jan Grossman bei IMDb
- Literatur von und über Jan Grossman im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek