Jan Philipp Gloger

deutscher Theaterregisseur From Wikipedia, the free encyclopedia

Jan Philipp Gloger (* Dezember 1981 in Hagen[1]) ist ein deutscher Theaterregisseur und seit der Spielzeit 2025/26 Künstlerischer Direktor am Volkstheater Wien. Von 2018 bis 2025 war er Schauspieldirektor des Staatstheater Nürnberg.

Jan Philipp Gloger (2016)

Leben

Nach dem Abitur studierte Gloger Angewandte Theaterwissenschaft an der Justus-Liebig-Universität Gießen und Regie an der Zürcher Hochschule der Künste. Er war Stipendiat der Studienstiftung des deutschen Volkes. Während der Ausbildung hospitierte er bei Johan Simons, assistierte bei der Gruppe Rimini Protokoll und arbeitete als Bühnenmusiker. Seine Inszenierung Tosca. Con scenica scienza io saprei la movenza war bei der Ruhrtriennale 2005 zu sehen, das szenische Konzert Verve beim Festival Frankfurter Positionen 2006 und 2007 Biedermann und die Brandstifter nach Max Frisch beim Regieschul-Festival „Körber Studio Junge Regie“ in Hamburg.

Seit 2007 inszeniert Gloger an verschiedenen deutschsprachigen Theatern, etwa am Bayerischen Staatsschauspiel München, am Deutschen Theater Berlin oder am Deutschen Schauspielhaus. 2017 inszeniert er am Düsseldorfer Schauspielhaus die Uraufführung von Elfriede Jelineks Stück Das Licht im Kasten.[2] Seine Operninszenierungen waren ab 2010 unter anderem an der Semperoper Dresden, der Oper Frankfurt, an der Nederlandse Opera Amsterdam und am Royal Opera House in London zu sehen.[3] 2012 eröffnete seine Neuinszenierung Der fliegende Holländer von Richard Wagner die Bayreuther Festspiele.[4]

Von 2011 bis 2013 war Gloger Leitender Regisseur am Staatstheater Mainz, von 2018 bis 2025 war er Schauspieldirektor des Staatstheaters Nürnberg.[5] In seiner Direktion wurde das Schauspiel des Staatstheaters regelmäßig zu Festivals eingeladen, erstmals in seiner Geschichte auch zum Berliner Theatertreffen.[6] Unter Glogers Direktion wurde der Begegnungsort „3. Etage“ am Schauspiel Nürnberg eröffnet. In der Spielzeit 2021/22 beschäftigte sich das Theater mit Rechtsextremismus, beteiligte sich an dem Projekt „Kein Schlussstrich“ zum NSU-Komplex und bespielte erstmalig den Schwurgerichtssaal 600, in dem die Nürnberger Prozesse stattfanden. Gloger selbst inszenierte einen Abend mit verschiedenen Stücktexten Elfriede Jelineks, die sich mit Kontinuitäten rechter Gewalt beschäftigen. 2023 wurde mit dem „Extended Reality Theater“ (XRT) eine Spielstätte für Theater mit digitalen Mitteln und Erzählformen geschaffen.[7]

Im Februar 2024 wurde bekanntgegeben, dass Gloger mit der Saison 2025/26 Kay Voges als künstlerischer Leiter des Wiener Volkstheaters nachfolgen wird.[8]

Gloger hielt Vorträge an der Zürcher Hochschule der Künste, am Leibniz-Zentrum für Literatur- und Kulturforschung und an der Hochschule für Musik und darstellende Kunst in Frankfurt. Er veröffentlichte Texte in der Zeitschrift Theater der Zeit[9] und im Guardian[10] und wurde für das Lehrbuch Lektionen 2: Regie interviewt.[11]

Glogers Inszenierungen wurden mit Preisen bei den Mülheimer Theatertagen, den Bayerischen Theatertagen und dem Heidelberger Stückemarkt ausgezeichnet. Er ist Mitglied der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste.

Inszenierungen

Auszeichnungen

Einzelnachweise

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