Jean-Alexis Jaubert
französischer Politiker, Mitglied der Nationalversammlung
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Jean-Alexis Jaubert (geboren am 1. Dezember 1879 in Larche (Corrèze); gestorben am 9. Oktober 1961 ebenda) war ein französischer Politiker der Dritten Republik. Er gehörte zu den „quatre-vingts“, also den achtzig Parlamentariern, die am 10. Juli 1940 das Verfassungsgesetz ablehnten, das Philippe Pétain diktatorische Vollmachten übertrug.

Leben
Jean-Alexis Jaubert, von Beruf Agraringenieur und Landwirt, trat der Parti radical bei – einer Partie, die trotz ihres Namens der politischen Mitte angehörte – und wurde 1912 Bürgermeister seiner Gemeinde, ein Amt, das er mit einer Unterbrechung während des Vichy-Regimes bis 1961 ausübte. 1913 wurde er Generalrat der Corrèze, Kanton Larche. Von 1924 bis 1925 war er Kabinettschef von Henri Queuille, dem damaligen Landwirtschaftsminister, der ebenfalls als Radikaler aus Corrèze gewählt worden war.[1]
Jaubert wurde 1928 zum Abgeordneten gewählt und 1932 und 1936 wiedergewählt. Er war Mitglied des Ausschusses für Landwirtschaft, des Ausschusses für allgemeine, lokale und kommunale Verwaltung sowie des Ausschusses für Bergbau. Er setzte sich vor allem für die Landwirtschaft ein, indem er die Ausweitung der Sozialgesetzgebung und der Elektrifizierung förderte, aber auch für die städtischen Arbeitnehmer, indem er die Entwicklung von preisgünstigem Wohnraum (HBM)[A 1] und eine großzügigere Arbeitslosenversicherung forderte. Während der Legislaturperiode 1936/1940 gehört der Abgeordnete Jaubert dem Sonderausschuss zur Prüfung von Sozialgesetzen und dem Finanzausschuss an. Er war Berichterstatter für den Finanzgesetzentwurf (Kapitel Landwirtschaft) in den Jahren 1937 und 1938.[1]
Jean-Alexis Jaubert war dreimal Sous-secrétaires d’État (Unterstaatssekretär), jedoch jeweils nur für kurze Zeit:
- Von Dezember 1932 bis Januar 1933 im Kabinett Paul-Boncour unter Minister Queuille für Landwirtschaft;
- im Februar 1934 im Kabinett Daladier II für Finanzen unter Minister Paul Marchandeau und
- von Januar bis März 1938 im Kabinett Chautemps IV für öffentliche Arbeiten unter Minister Queuille.[1]
Er stimmte am 10. Juli 1940 gegen die Vollmachten für Philippe Pétain und wurde 1941 seines Amtes als Bürgermeister von Larche enthoben.[2][3] Gegen Kriegsende war er Mitglied der Assemblée consultative provisoire.[1]
Von 1952 bis 1959 war er Senator der Corrèze und Mitglied der Groupe Gauche Démocratique. Er war Mitglied des Conseil Supérieur de l’électricité et du gaz (Oberster Rat für Elektrizität und Gas) und der Commission Consultatives du Fonds National pour le Développement des Adductions d’eau dans les Communes rurales (Beratende Kommission des Nationalen Fonds für die Entwicklung der Wasserversorgung in ländlichen Gemeinden).[1]
Ehrungen
- Kommandeur des Ordre national du Mérite
- Offizier der Ehrenlegion[1]
Literatur
- Edouard Barthe: Le combat d’un parlementaire sous Vichy. Editions singulières, 2007, ISBN 978-2-35478-005-0.
- Pierre Miquel: Les quatre-vingts. éd.Fayard, 1995, ISBN 978-2-213-59416-3.
- Jean Odin: Les Quatre-vingts. FeniXX réédition numérique, 1996, ISBN 978-2-402-07154-3 (google.de).
Weblinks
- Alexis Jaubert. In: Assemblée nationale. (französisch).
- JAUBERT Alexis Ancien sénateur de la Corrèze. In: Sénat. (französisch).
- Angaben zu Jean-Alexis Jaubert in der Datenbank der Bibliothèque nationale de France.
Anmerkungen
- Siehe dazu weiterführend den Artikel Habitation à bon marché in der frankophonen Wikipédia.