Jean-Philippe Ceppi
Schweizer Investigativjournalist
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Jean-Philippe Ceppi (geb. 1962 in Lausanne) ist ein Schweizer Investigativjournalist. Er ist vor allem dafür bekannt, dass er als erster Journalist die Massaker von 1994 in Ruanda in einem Artikel der französischen Tageszeitung Libération öffentlich als Völkermord bezeichnet hat.
Ausbildung
Karriere
Ceppi begann seine journalistische Laufbahn beim Bureau de reportage et de recherche d'information (BRRI), einer investigativen Presseagentur. Er arbeitete für Print- und Rundfunkmedien in Europa und Afrika, war an der Gründung von Le Nouveau Quotidien beteiligt und war als Korrespondent in Nairobi und Johannesburg für Libération, die BBC, die Radio Suisse Romande und Le Nouveau Quotidien tätig. Nach seiner Rückkehr in die Schweiz gründete er die investigative Abteilung von Le Temps. Er wurde Chefredakteur von Dimanche.ch und kam im Dezember 2001 zu Radio Télévision Suisse, wo er etwa zwanzig Jahre lang die Sendung Temps Présent moderierte.[1][3] 2024 gab er seine Moderatorentätigkeit auf, um wieder als Reporter vor Ort zu arbeiten.[1] Ceppi lehrt investigativen Journalismus an der Universität Neuenburg.[4]
Ruanda
Ceppi war in Nairobi stationiert und berichtete 1994 über den Völkermord in Ruanda.[5] Er gilt als der erste Journalist, der vier Tage nach Beginn der Ereignisse in einem Artikel, der am 11. April 1994 in der französischen Tageszeitung Libération veröffentlicht wurde, den Begriff „Völkermord“ verwendete.[6][7][8]
Der Begriff wurde erstmals von Philippe Gaillard, dem Leiter des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz in Kigali, in einem Interview mit Ceppi verwendet, in dem er erklärte: „Ich glaube, dass ein Völkermord im Gange ist und nicht mehr aufgehalten werden kann.“[9] In seinem Artikel vom 11. April 1994 beschrieb Ceppi die Haus-zu-Haus-Jagd auf Tutsi mit Listen und Massakern ganzer Familien und kam zu dem Schluss: „Bevor die Ruandische Patriotische Front Kigali zurückerobert, falls sie dazu in der Lage ist, wird dort wahrscheinlich der Völkermord an den Tutsi stattgefunden haben.“
Werke
- Nos déchets toxiques, L'Afrique a faim, v'là nos poubelles, Centre Europe-Tiers-Monde, 1989. ISBN 978-2-88053-012-9 (auf Französisch)
- Glisser sur une glace dangereusement fine: Histoire de la caméra cachée en journalisme de télévision, Alphil, 2023. ISBN 978-2-88950-125-0 (auf Französisch)