Jean Hugard

australischer Zauberkünstler From Wikipedia, the free encyclopedia

Jean Hugard (* 4. Dezember 1871 in Toowoomba; † 14. August 1959 in New York City[1]) war ein australischer Zauberkünstler und Autor. Seine bekanntesten Bücher sind The Royal Road to Card Magic, Encyclopedia of Card Tricks und Expert Card Technique.

Jean Hugard

Leben

Hugard wurde als John Gerad Rodney Boyce in Australien geboren. Er war der dritte Sohn von John Alexander Boyce und Anne Brown. Er besuchte die Toowoomba Grammar School und arbeitete danach in der Queensland National Bank. Im Jahr 1898 verließ er die Bank und gründete mit einigen Partnern die Fleischfabrik Burketown’s Endeavor Meatworks. Das Unternehmen war einige Jahre erfolgreich, doch Dürre, Rezession und mangelnde Fachkenntnisse bei der Konservierung ruinierten das Fleischverarbeitungsunternehmen. Hugard kehrte nach Toowoomba zurück, wo er eine Weile für kurzzeitige Arbeitsstellen tätig war, darunter auch eine Stelle als Sekretär im Krankenhaus von Toowoomba. Während dieser Zeit organisierte er Unterhaltungsveranstaltungen, um Geld zu verdienen, und trat dabei selbst als Zauberkünstler auf.[2] Er verließ seine Familie und zog um 1916 in die Vereinigten Staaten.[3]

Von 1916 bis 1918 arbeitete er im Vaudeville. Eine seiner besonderen Attraktionen war die „Geburt einer Meeresnymphe“. Eines seiner abendfüllenden Programme, die auf Tour in Australien und Neuseeland präsentiert wurden, war eine chinesische stumme Nummer. Auch für seine Vorstellung mit einem Kugelfang, einer Bühnenillusion, bei der der Zauberkünstler ein von einer Schusswaffe abgefeuertes Geschoss im Mund oder in der Hand fängt, war er sehr bekannt. Er nannte diese Nummer „The Great Rifle Feat“ und war der Erste, der sie mit einer modernen Schusswaffe vorführte. Er besaß von 1919 bis 1929 das Zaubertheater Luna Park auf Coney Island und trat 1928 in einer Broadway-Show im Waldtheater „The Squealer“ auf.

Als er sich aus dem Showgeschäft zurückzog, zog er nach Brooklyn, um dort Bücher über die Zauberkunst zu schreiben, insgesamt mehr als 30 Titel. Nach dem Tod von John Northern Hilliard, der ungefähr die Hälfte seines Buches „Greater Magic“ geschrieben hatte, blieb eine Menge Manuskript zurück. Carl Waring Jones, der den Auftrag für die Veröffentlichung erhalten hatte, beauftragte Jean Hugard im Jahre 1938 damit, den Text zu vervollständigen und auf über 1000 Seiten zu erweitern. Das Buch wurde später zu einem Standardwerk der Zauberkunst.

Hugard war Redakteur der Zauberkunstzeitschrift Hugard’s Magic Monthly, die ab 1943 erschien. Er wurde außerdem 1951 zum vierten Dean der Society of American Magicians ernannt. Gegen Ende seines Lebens verlor er das Sehvermögen beider Augen nach einer Operation am grauen Star. Trotz seiner Behinderung arbeitete er weiterhin an der Zauberkunst in seinem Haus in Brooklyn, New York.

1959 starb Jean Hugard mit 87 Jahren. Er war damals weltweit bekannt als „Der Große Hugard“. Die New York Herald Tribune schrieb ihm einen zweispaltigen Nachruf mit Foto – eine Ehrung, die normalerweise Staatsmännern oder Filmstars vorbehalten ist.

Publikationen

  • Card Manipulations Nr.1 & 2 (1933)
  • Card Manipulations Nr. 3 (1934)
  • Card Manipulations Nr. 4 (1935)
  • Mental Magic with Cards (1935)
  • Coin Magic (1935)
  • Card Manipulations Nr. 5 (1936)
  • Thimble Magic. (1936; online)
  • Encyclopedia of Card Tricks. (1937) (Redakteur mit J. J. Crimmins)
  • Money Magic (1937)
  • Silken Sorcery (1937)
  • Close-up Magic (1938)
  • More Card Manipulations Nr. 1 (1938)
  • More Card Manipulations Nr. 2 (1939)
  • Modern Magic Manual. (1939; online)
  • More Card Manipulations Nr. 3 (1940)
  • More Card Manipulations Nr. 4 (1941)
  • Sealed Mysteries of Pocket Magic (1943)
  • Expert Card Technique (1940) (mit Frederick Braue)
  • The Stripper Deck – Miracle Methods No. 1 (1941) (mit Frederick Braue)
  • Miracle Shuffles and Tricks – Miracle Methods No. 2 (1942) (mit Frederick Braue)
  • Prepared Cards and Accessories – Miracle Methods No. 3 (1942) (mit Frederick Braue)
  • Tricks and Sleights – Miracle Methods No. 4 (1943) (mit Frederick Braue)
  • The Invisible Pass (1946) (mit Frederick Braue)
  • Show Stoppers with Cards (1948) (mit Frederick Braue)
  • Royal Road to Card Magic (1948) (mit Frederick Braue)[4]
  • Houdini’s "Unmasking": Fact Vs. Fiction (1957)

Ehrungen

Literatur

  • James Alfredson, James: Jean Hugard. David Meyer Magic Books, 1997, ISBN 0-916638-84-7 (englisch).

Einzelnachweise

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